
Als Folge der jahrelangen bewaffneten Konflikte leiden die Menschen in Jemen unter einer der größten humanitären Krisen weltweit: Es fehlt ihnen an sauberem Wasser, gesundheitlicher Versorgung und Bildungsmöglichkeiten. Das DRK unterstützt die humanitäre Nothilfe des Jemenitischen Roten Halbmonds.
Die Menschen im Jemen leiden nach wie vor unter einer der schwerwiegendsten und langwierigsten humanitären Krisen weltweit. Über 22 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe*, von denen ungefähr 70 Prozent in Gebieten leben, die von den Behörden im Norden kontrolliert werden. Rund 5,2 Millionen Menschen sind innerhalb des Jemen auf der Flucht. Damit ist das Land von einer der größten Vertreibungskrisen weltweit betroffen.
Die fragile Sicherheitslage sowie Kürzungen in der internationalen Hilfe führen zusätzlich zu einem Rückgang der humanitären Versorgung im Land. Der Jemenitische Rote Halbmond (JRH) mit seiner starken Akzeptanz in den Gemeinden ist eine der wenigen Hilfsorganisationen, die ihre Arbeit landesweit sowohl im Süden als auch im Norden des Landes aufrechterhalten kann.
*Quelle: Plan für humanitäre Bedürfnisse und Hilfsmaßnahmen (HNRP 2026)
Als langjähriger Partner unterstützen wir die lebensrettende humanitäre Arbeit des JRH vor Ort und stärken seine Kapazitäten, um Hilfsprogramme vor Ort zu ermöglichen. Seit 2008 existiert dazu unser Büro mit DRK-Mitarbeitenden in Sanaa. Unser Erfahrungsaustausch stärkt die Nationalgesellschaft und festigt bedarfsgerechte Nothilfe.

Die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems ist äußerst eingeschränkt, sodass 13,6 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung haben. Das betrifft insbesondere Frauen und Mädchen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderungen.
Das DRK unterstützt den JRH beim Betrieb von vier unverzichtbaren Gesundheitseinrichtungen, die besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen versorgen.

Mit diesem Projekt werden besonders schutzbedürftige Menschen mit Gutscheinen für grundlegende Gesundheitsdienstleistungen unterstützt. Die Gutscheine befähigen Menschen aus der nordwestlichen Bergregion Hajjah Transport- und Behandlungskosten zu decken.
Gemeinsam mit dem Britischen Roten Kreuz unterstützt das DRK ein Pilotprojekt für Bargeldhilfen im Gesundheitsbereich in Hajjah: Besonders schutzbedürftige Menschen erhalten Gutscheine für Gesundheitsleistungen sowie Bargeld für die Fahrt zum Krankenhaus in Hajjah.

Durch das Projekt werden zudem die Kapazitäten des Jemenitischen Roten Halbmonds (JRH) im Bereich der Bargeldhilfen weiter gestärkt, deren Aufbau die Partner der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bereits über mehrere Jahre hinweg unterstützt haben.
Nach einer sehr erfolgreichen ersten Phase, in der 750 statt der ursprünglich geplanten 355 Menschen erreicht wurden, wurde das Projekt bis Ende 2026 verlängert. Dies unterstreicht die großen humanitären Bedarfe in Hajjah. In dieser zweiten Phase fließen die Erkenntnisse aus der ersten Phase in die Projektgestaltung ein, um die Unterstützung noch gezielter auszurichten.
Region
Jemen, Hajjah
Laufzeit
Juil 2025 bis März 2026 (Phase 1)
April 2026 bis Dezember 2026 (Phase 2)
Finanzierung
Britisches Rotes Kreuz,
DRK / Spenden
Partner
Jemenitischer Roter Halbmond
Wenn sich die Lage im Jemen durch Konflikte oder Naturkatastrophen plötzlich verschärft, unterstützt das DRK regelmäßig die Soforthilfe des Jemenitischen Roten Halbmondes. So stellte das DRK mit Hilfe des Auswärtigen Amts nach den schweren Überschwemmungen in den Jahren 2024 und 2025 dringend benötigte Haushaltsartikel für betroffene Familien bereit.
Mitte 2026 trafen den Jemen mehrere Krisen zugleich. Schwere Überschwemmungen zerstörten Unterkünfte und Lebensgrundlagen, und kurz darauf eskalierte in Teilen des Landes der Konflikt erneut und zwang viele Familien zur Flucht. Seitdem unterstützt das DRK den Jemenitischen Roten Halbmond in besonders betroffenen Gebieten unter anderem mit mobilen Gesundheitskliniken, die Menschen in schwer erreichbaren Regionen medizinisch versorgen, sowie mit der Verteilung von Haushalts- und Hygieneartikeln an vertriebene Familien. Besonders auf Hilfe angewiesen sind Frauen, Kinder und Binnenvertriebene.
Das DRK verbindet eine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Jemenitischen Roten Halbmond. Gerade in herausfordernden Konfliktsituationen unterstützte das DRK die humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung in den Bereichen Bildung, Wasser- und Gesundheitsversorgung.
Barat Azizov leitet die DRK-Außenstelle in Jemen. Als Lehrer liegen ihm die Bildungschancen von Kindern in dem von Konflikten erschütterten Land besonders am Herzen. Er gibt einen Einblick in die Arbeit des DRK, gemeinsam mit dem Jemenitischen Roten Halbmond, bei der Sanierung und Ausstattung von Schulen.