Ein kleines irakisches Mädchen im Karton

Irak: Nothilfe für Menschen auf der Flucht, nach ihrer Rückkehr und in Gast-Gemeinden

Der bewaffnete Konflikt im Irak gilt seit Anfang 2018 offiziell als beendet, die humanitäre Notlage im Land jedoch ist noch immer groß. Nach mehr als fünf Jahren Krise steht der Irak weiterhin vor großen Herausforderungen. So sind nach aktuellen Schätzungen insgesamt 2,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Nachdem während des Konfliktes rund 6 Millionen Menschen im Irak auf der Flucht waren, konnten zwar mittlerweile ca. 4 Millionen Binnenvertriebene wieder an ihre Heimatorte zurückkehren. Allerdings können noch immer ca. 2 Millionen Menschen nicht wiederkehren. Zudem leben im Norden des Irak rund 250.000 Geflüchtete aus Syrien. Diese Zahl steigt derzeit aufgrund des Konfliktes in Nordost-Syrien weiter an, sodass bis Anfang November ca. 14.000 Menschen aus dem Nachbarland im Irak angekommen sind.

Mittlerweile gelten die direkten Kampfhandlungen als beendet, jedoch bleibt die Sicherheitslage im Norden und Nordwesten des Landes vielerorts stark angespannt und die Folgen des Jahre währenden Konfliktes sind für die Menschen vor Ort weiterhin dramatisch. Das zeigt sich unter anderem an der Millionenstadt Mossul, in der die Menschen nach Ende der langen Belagerung und heftigen Kämpfen nach wie vor unter schwierigsten Bedingungen leben und massiv auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.

Für hunderttausende Menschen ist die Situation auch nach der Rückkehr noch dramatisch. Große Teile des Landes wurden zerstört oder schwer beschädigt. Auch die Infrastruktur beispielsweise für die Strom- und Wasserversorgung wurde großflächig zerstört. Eine unübersichtliche Anzahl von Minen und Blindgängern sowie die allgemein angespannte Sicherheitslage erschweren die Rückkehr sowie den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur und des gesellschaftlichen Zusammenhalts enorm. Denn auch auf gesellschaftlicher Ebene hat der Konflikt Spuren hinterlassen und das Vertrauen innerhalb der Bevölkerung erschüttert. Dies macht eine Rückkehr zusätzlich schwer oder schließt diese aus der Perspektive der Familien teilweise ganz aus.

Seit 2014 hilft das DRK den Vertriebenen im Nord-Irak

Bereits seit Mitte 2014 unterstützt das DRK die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds in den kurdischen Gebieten des Irak und seit 2018 auch in den Bezirken Mossul, Telafar und Sindschar. Erst mit Winterhilfe wie Decken und Heizöfen aufgrund des extrem kalten Winters und später mit Sommerhilfe in Form von Luftkühlgeräten konnten wir dazu beitragen, die größten Bedarfe zu adressieren. Mit Bargeldhilfen ermöglichte das DRK es in den letzten Jahren vielen Familien, ganz persönliche Bedürfnisse zu decken. Die Bargeldhilfen tragen dazu bei, die Eigenständigkeit und Würde der Betroffenen zu erhalten.

Besonders benachteiligte Familien, die unter ärmsten Bedingungen in Zelten hausen, erhielten Gutscheine für Baumaterial und technische Unterstützung beim Bau von festen Unterkünften.

Flexible Bargeldhilfen sichern Grundbedürfnisse und fördern Würde

Einheitliche Hilfsgüter wie Hygienesets oder Nahrungsmittelpakete sind in vielen Situationen nach wie vor unentbehrlich. In anderen Situationen stellen Bargeldhilfen jedoch eine effektivere und effizientere Form der Unterstützung dar, zumal nicht alle existenziellen Bedürfnisse durch Hilfspakete gedeckt werden können. So benötigt eine Familie z. B. Medikamente für die Behandlung einer Krankheit, während eine andere Familie Baumaterial für ihre Unterkunft braucht. Deshalb ermöglicht es das DRK durch einmalige oder wiederholte Bargeldhilfen, dass Menschen ganz persönliche Bedürfnisse priorisieren können. Gleichzeitig tragen diese Zahlungen dazu bei, die Eigenständigkeit und Würde der Betroffenen zu erhalten.

Die eigene Würde bewahren, spezielle Nahrung oder nötige Medikamente kaufen können – dafür kommen flexible Bargeldhilfen zum Einsatz. Bei der Ausgabe, wie hier im Irak, wird einerseits der tatsächliche Bedarf der Empfänger geprüft. Und dann werden bei der Verteilung die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen gegen Corona umgesetzt.

Das Projekt

Deckung von Grundbedürfnissen für Rückkehrende, Geflüchtete, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden durch geldbasierte Humanitäre Hilfe in Nord- und Nordwest-Irak. Daneben arbeitet das DRK mit Zweigstellen des Irakischen Roten Halbmonds an der Rehabilitierung ihrer durch den Konflikt beschädigten Infrastruktur und führt mit ihnen Katastrophenvorsorge-Projekte in irakischen Gemeinden durch.

Region: Nord- und Nordwest-Irak (Kurdische Autonomiegebiete, Sindschar, Telafar, Mosul Stadt)
Partner: Irakischer Roter Halbmond (IRH)
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden
Projektvolumen: 5.178.860 Euro

Mehr zum Thema

Rothalbmond-Helferin im Gespräch mit Geflüchteter

Nach Ende jahrelanger schwerer Kämpfe sind im Irak immer noch mehr als 1,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Fast 5 Millionen zuvor vertriebene Menschen konnten zwar in ihre Heimat zurückkehren, haben aber ihr Hab und Gut verloren. Weil die Lebenssituation vieler Vertriebener prekär ist, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds.

Mann im Rollstuhl und Frau mit Kindern

Nach jahrelangen bewaffneten Auseinandersetzungen ist die humanitäre Notlage im Nordirak immer noch groß. Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Das DRK unterstützt sie beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen.

Rothalbmond-Helferin im Gespräch mit Geflüchteter

Nach Ende jahrelanger schwerer Kämpfe sind im Irak immer noch mehr als 1,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Fast 5 Millionen zuvor vertriebene Menschen konnten zwar in ihre Heimat zurückkehren, haben aber ihr Hab und Gut verloren. Weil die Lebenssituation vieler Vertriebener prekär ist, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds.

Mann im Rollstuhl und Frau mit Kindern

Nach jahrelangen bewaffneten Auseinandersetzungen ist die humanitäre Notlage im Nordirak immer noch groß. Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Das DRK unterstützt sie beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen.

Unterstützen Sie jetzt ein Hilfsprojekt mit Ihrer Spende