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DRK-Tipps für eine sichere Silvesterfeier

Die Silvesternacht ist für die meisten Menschen ein ganz besonderes Erlebnis. Es wird ausgelassen gefeiert - mitunter mit schwerwiegenden Folgen, wie Handverletzungen, abgerissenen Fingern, Verletzungen am Auge oder Schädelverletzungen.

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Fünf Erste Hilfe Tipps für Silvester

„Leider sorgt fahrlässiger Umgang mit Böllern jedes Jahr aufs Neue für schwere Verletzungen“, warnt DRK-Bundesarzt Prof. Peter Sefrin. „Auch in Feierlaune sollten einige Regeln unbedingt gelten, um unbeschwert in das neue Jahr starten zu können.“

1. Verbrennungen

Leichte Verbrennungen, die die Größe der Handfläche des Betroffenen nicht überschreiten, sollten kurze Zeit mit Leitungswasser gekühlt werden. DRK-Bundesarzt Sefrin: „Große Verbrennungen sollen nicht gekühlt werden. Sie sind ein Fall für den Notarzt.“

2. Handverletzungen

Größere Wunden müssen sofort steril abgedeckt werden. Bei größerem Blutverlust rufen Sie sofort einen Notarzt! Falls Finger oder Fingerteile abgerissen wurden, versuchen Sie, diese zu bergen und geben Sie ihn den Rettungskräften mit.

3. Augenverletzung

Typische Augenverletzungen an Silvester sind Verletzungen durch eingedrungene Fremdkörper und Verbrennungen. Sefrin: In beiden Fällen sollte umgehend der Notruf 112 gewählt werden. Verbinden Sie bei einer Augenverletzung dann immer beide Augen, damit das verletzte Auge nicht mehr bewegt wird.

4. Alkoholvergiftung

Maßloser oder ungewohnter Alkohol-Konsum kann zu einer Vergiftung führen mit lebensgefährlichen Folgen. Ein leichter Rausch ist noch kein Notfall. Wenn jemand durch überhöhten Alkoholgenuss zusammenbricht, muss das unbedingt ernst genommen werden. Sofort Atmung und Puls prüfen!

Bleibt die Person auch nach wiederholten Ansprechversuchen bewusstlos, unbedingt einen Notarzt rufen. Es besteht die Gefahr, dass der Bewusstlose erbricht und die Atemwege verschlossen werden. Deshalb den Betroffenen in stabile Seitenlage bringen und möglichst warm halten. In einer kalten Silvesternacht im Freien sind solche Maßnahmen wegen der drohenden Unterkühlung lebensrettend.

5. Abgerissene Finger

Selbst abgerissene Finger sind Silvester keine Seltenheit. Prof. Sefrin erklärt den richtigen Umgang mit einem Amputat: „Den abgerissenen Finger zunächst in ein möglichst keimfreies Stück Stoff einwickeln. Das kann zur Not ein frisch gewaschenes Stofftaschentuch sein. Dann in einen Plastikbeutel geben.

Diesen Beutel in einen zweiten Plastikbeutel geben – und letzteren mit Wasser und Eis füllen. Das Amputat sollte unter der Wasseroberfläche sein – darf aber nicht mit dem Wasser in Berührung kommen. Danach auf dem schnellsten Weg in die Notaufnahme. Dann gibt es eine Chance, den Finger zu retten.“

Drei Sicherheitstipps für Silvester

Silvester herrscht jedes Jahr aufs Neue Hochbetrieb in den Notaufnahmen. Schwere Verbrennungen, Augenverletzungen, Alkoholvergiftungen und Unterkühlungen sind an der Tagesordnung. Sogar abgerissene Finger kommen vor. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gibt Tipps zur Verhütung von Silvester-Unfällen – und zu den wichtigsten Erste Hilfe-Maßnahmen.

1. Mit Feuerwerk verantwortungsvoll umgehen

Nur zugelassene Feuerwerkskörper nutzen und vor dem Abbrennen unbedingt die Herstellerhinweise lesen. Kinder dürfen grundsätzlich keine Böller in die Hände bekommen und Jugendliche unter 18 Jahren sollten umfassend über den Gebrauch aufgeklärt werden.

Blindgänger dürfen niemals erneut gezündet werden. „In jedem Fall ist beim Zünden ein ausreichender Abstand einzuhalten“, betont Sefrin. Kommt es doch zu Verletzungen, ist es wichtig, schnell zu reagieren.

2. Alkoholvergiftungen verhindern – Jugendliche aufklären

Sefrin: „Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen haben in den letzten Jahren nachweislich zugenommen. Das hat schlimme Folgen, denn Jugendliche können im Vollrausch sehr schnell Opfer sexueller Übergriffe werden oder in Gewalttätigkeiten verwickelt werden. Außerdem verletzen sie sich viel häufiger, weil sie betrunken die Gefahr von Knallkörpern nicht mehr richtig einschätzen können. Und nicht zuletzt können sie schnell lebensbedrohlich unterkühlen, wenn sie die Kontrolle verlieren und auf der Straße liegen.“

Drohungen und Verbote nutzen bei Jugendlichen ja in der Regel wenig, aber Eltern sollten ihre heranwachsenden Kinder zumindest über die Risiken eines Vollrausches mit Nachdruck aufklären. Sefrin: „Ganz auf Alkohol verzichten muss niemand, aber Maß zu halten ist wichtig. Wer anfängt zu lallen oder unsicher zu gehen, sollte unbedingt eine Alkoholpause einlegen. Eine gute Faustregel ist: Zu jedem Glas Alkohol ein großes Glas Wasser. Und zuvor eine gute Grundlage mit einer ausgewogenen Mahlzeit schaffen.“

3. Kinder schützen

Kinder sind besonders gefährdet – auf sie wirken herumliegende Knallkörper geradezu magisch. Gleichzeitig können sie die Gefahren nicht einschätzen. Sefrin: „Böller gehören nicht in Kinderhände. Eltern sollten Kinder gut über die Gefahren von Feuerwerkskörpern aufklären – und sie niemals unbeaufsichtigt damit hantieren lassen.“

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