Unterstützung beim Klimawandel in Mosambik
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Wo wir helfen
  3. Afrika

Mosambik: Unterstützende Hilfsmaßnahmen

Bereits seit dem Jahr 2000 arbeitet das DRK mit dem Mosambikanischen Roten Kreuz zusammen, denn das südostafrikanische Mosambik ist nicht nur eines der ärmsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder der Welt, sondern auch immer wieder betroffen von Naturkatastrophen. Die Katastrophenvorsorge ist deshalb Schwerpunkt der DRK-Aktivitäten vor Ort. Gleichzeitig ist Mosambik eines der Pilotländer für die „Vorhersagebasierte Finanzierung“, eines neuartigen Hilfsansatzes bei Wetterextremen.

Armut und Klimawandel

Rund 70 Prozent der Bevölkerung Mosambiks lebt unter der Armutsgrenze. Mit wenig bis keinen Ressourcen sind sie besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels, denn Wetterextreme wie Dürren, Überschwemmungen oder Zyklone sind eine große Bedrohung für ihre Existenzgrundlagen. Nahrungsmittel werden schnell knapp und Ernährungsunsicherheit breitet sich aus. Derzeit leiden rund 900.000 Menschen in Mosambik unter Nahrungsmittelunsicherheit und fast die Hälfte der Bevölkerung ist mangelernährt.

 

Katastrophen- und Nothilfe

Ist das Ausmaß einer Naturkatastrophe so stark, dass die Menschen in Mosambik internationale Hilfe benötigen, steht das Deutsche Rote Kreuz seiner Schwesterorganisation im Land zur Seite.

Wirbelsturm Idai

Der Zyklon Idai der Kategorie 4 traf in der Nacht vom 14. auf den 15. März mit bis zu 190 km/h auf Mosambik und verwüstete die Großstadt Beira. Heftige Regenfälle überfluteten die Stadt und umliegende Regionen.
Über 600 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 1.600 wurden verletzt. Schätzungsweise wurden 483.000 Menschen obdachlos. Es gab keine Wasserleitungen, keine Klär- und Sanitäranlagen und keine hinreichende Gesundheitsversorgung.

Soforthilfe und Aufbau-Hilfe

In den ersten Wochen nach der Katastrophe waren viele Menschen in großer Not und benötigten dringend sauberes Wasser, Lebensmittel, medizinische Hilfe und Unterkünfte. Zwei Monate nach der Katastrophe beginnen die Betroffenen, ihre Häuser und Lebensgrundlagen wiederaufzubauen. Das Rote Kreuz wird sie dabei innerhalb eines 24 Monate langen Wiederaufbau-Programms Schritt für Schritt unterstützen.

Ausführliche Infos: Nothilfe nach Zyklon Idai

Katastrophenhilfe

Anlässlich der Dürre 2016   verteilte das DRK z. B. Saatgut und stellt Wasserpumpen zur Verfügung, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu stabilisieren. Auch Mahlzeiten in Schulen wurden ausgegeben. Zuvor hat das DRK unter anderem von Überschwemmungen betroffene Familien in Mosambik mit Hilfsgütern wie Zelten, Plastikplanen, Moskitonetzen und Matratzen unterstützt.

 


Resilienz: Gestärkte Menschen trotzen Wetterextremen besser

Um für den Klimawandel gewappnet zu sein, helfen wir den Menschen in Mosambik in verschiedenen Bereichen. Neben dem Wissen rund um Wetterextreme und eine wirksame Katastrophenvorsorge, erhalten die Betroffenen Unterstützung, ihre Gesundheit zu schützen und ihre Ernährung zu sichern. Gemeinsam trägt all das dazu bei, ihre Widerstandsfähigkeit, die sogenannte Resilienz, zu stärken. Denn wenn Menschen gesund sind und nicht tagtäglich ums Überleben kämpfen müssen, können sie Wetterextreme besser bewältigen.

 

Forecast-based Financing: Frühe Hilfe kann Leben retten

Foto: Gruppe mosambikanischer Freiwilliger in der Katastophenvorsorge
Gewappnet für Wetterextreme: ein Katastrophenvorsorgekomitee in Mosambik

Durch moderne Technik und wissenschaftliche Erkenntnisse können viele Wetterextreme immer besser vorhergesagt werden. Auf dieser Grundlage leisten wir mithilfe eines innovativen Finanzierungsmechanismus´, dem Forecast-based Financing, vorausschauende Hilfe: Ein entsprechendes Frühwarnsystem schlägt bei einem bestimmten Schwellenwert aus – etwa einer festgelegten Regenmenge, einem bestimmten Flusspegelstand oder belastbaren Vorboten einer Sturmwetterlage. Daraufhin wird frühzeitige Hilfe veranlasst, damit sich die Betroffenen besser vor den Folgen schützen können. So erhalten die Menschen zum Beispiel Wasserfilter oder Chlortabletten, wenn eine Überschwemmung Trinkwasserquellen zu verschmutzen droht.

Zu unserer Arbeit gehört es unter anderem, gemeinsam mit den Menschen in Mosambik, den Zugang zu fundierten Vorhersagen zu verbessern, für die jeweiligen Regionen Anzeichen für Extremwetterereignisse auszumachen und genau festzulegen, welche Maßnahmen getroffen werden sollen, wenn ein bestimmter Schwellenwert erreicht wird. Gleichzeitig klären wir die Menschen über Klimarisiken auf und trainieren mit ihren, wie man im Ernstfall Personen evakuiert, Häuser sichert oder Erste Hilfe leistet. Wir unterstützen die Bildung von Katastrophenvorsorgekomitees in den Gemeinden, einer festen Gruppe geschulter Freiwilliger, die im Notfall genau wissen, was zu tun ist. Sie erhalten für ihre Aufgabe entsprechende Ausrüstung.

 

Wasser und Hygiene: Gesundheit schützen und fördern

Nur wenn Menschen gesund sind, können sie sich Herausforderungen gut stellen und ein selbstständiges Leben führen. Eine wesentliche Grundlage ist dabei eine angemessene Wasser- und Abwasserversorgung sowie gute hygienische Bedingungen. In unseren Projekten erhalten die Teilnehmenden deshalb nicht nur Schulungen, wie sie sich durch einfache Hygieneregeln vor Krankheiten schützen können, sie lernen ebenso Latrinen zu bauen.

 

Ernährung: Existenzgrundlagen sichern

Wechselnde Dürren, Zyklone und Überschwemmungen zerstören in Mosambik immer wieder Ernten. In Feldschulen lernen Kleinbauern und -bäuerinnen von geschulten Mitarbeitern des Mosambikanischen Roten Kreuzes, ihren landwirtschaftlichen Anbau an den Klimawandel anzupassen. Mithilfe dürreresistenten Saatguts können sie ihre Erträge steigern und ihre Ernährung auch in Krisenzeiten sichern. Die Bewässerung der Felder wird durch erneuerte Wasserpumpen verbessert.

 


Hilfe konkret: Einsatz in Mosambik

Videobeiträge

  • Rotkreuz-Hilfe nach Wirbelsturm Idai

    Vorrausschauende Hilfe bei Wetterextremen

  • Schulungen für ländliche Gemeinden

  • Saatgut-Hilfe im Klimawandel

Blogbeiträge

  • Das Leben hat sich verbessert

    Beim Besuch in Mondiane, einer kleinen Gemeinde mit rund 790 Familien, ist Rotkreuz-Mitarbeiter Abrão Mahumane beeindruckt von der Arbeit des Komitees für Ernährungssicherung: Die Mitglieder haben bereits vielen Dorfbewohnern ihr Wissen über moderne Anbaumethoden vermittelt. Nun wird auch Gemüse angebaut.

    Beitrag weiterlesen »

  • Zwei Brunnen für Guija

    Foto: Einweihung eines Brunnens mit Einwohnern und DRK-Delegierter im mosambikanischen Giuja

    Ein Tagesmarsch zu Fuß, um einen Fluss zu erreichen und Trinkwasser zu holen – das ist für die Bewohner in der Gemeinde Guija nun Vergangenheit. Zwei neue Brunnen, die sie mit intensiver Unterstützung lokaler Rotkreuzhelfer gebaut haben, stehen ihnen jetzt zur Verfügung. Eine enorme Entlastung im Alltag.

    Beitrag weiterlesen »

 


Aktuelle Hilfsprojekte in Mosambik

Lesen Sie mehr zu unseren laufenden Projekten in Mosambik. 

Vorhersagebasierte Finanzierung

Region: Landesweit in besonders durch Wetterextreme gefährdeten Regionen 
Projektvolumen: 2,68 Mio Euro 
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden 
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Rotkreuz- und Rothalbmond-Klimazentrum, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement, Nationales Institut für Meteorologie, Nationales Direktorat für Wasserressourcenmanagement

Unterstützung ländlicher Gemeinden in der Katastrophenvorsorge für extreme Naturereignisse – Phase III

Region: Provinz Gaza
Projektvolumen: 1.200.000 Mio Euro
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (SSF) und Spenden
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement

Abgeschlossene Hilfsprojekte in Mosambik

Unterstützung ländlicher Gemeinden in der Anpassung an den Klimawandel


Region:
Guija Distrikt, Provinz Gaza
Projektvolumen: 1.000.000 Mio Euro
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (IKU) und Spenden
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement

Unterstützung ländlicher Gemeinden in der Katastrophenvorsorge für extreme Naturereignisse – Phase II

Region: Chókwé und Chibuto Distrikt, Gaza Provinz
Projektvolumen: 934.600 Mio Euro
Finanzierung: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (SSF) und Spenden
Partner: Mosambikanisches Rote Kreuz, Nationale Behörde für Katastrophenmanagement


Helfen Sie mit einer Spende!

Jede kleine Spende für Mosambik und andere Länder Afrikas hilft den notleidenden Menschen vor Ort! 

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK