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Uganda: Nothilfe und unterstützende Projekte

Das Leben in Uganda ist geprägt von Bürgerkriegsfolgen, Dürren, Missernten und Epidemien. Gleichzeitig ist das ostafrikanische Land Zufluchtsort für geflohene Menschen. Doch Uganda kommt bei der Versorgung der Flüchtlinge an die Grenzen seiner Kapazitäten. Das DRK unterstützt das Ugandische Rote Kreuz, diese Herausforderungen besser abfangen zu können.


Bürgerkriegsfolgen und knappe Ressourcen

Uganda ist dasjenige Land Afrikas, das die höchste Zahl an Flüchtlingen beherbergt. Seit Jahren suchen immer wieder Menschen Schutz im Land – zuletzt vor allem Frauen, Männer und Kinder aus dem konfliktgeschüttelten Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo. Dabei sind mehr 60 Prozent der Flüchtlinge unter 18 Jahre alt. Laut Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks werden Ende 2019 1,4 Millionen Flüchtlinge in Uganda leben, das macht Uganda zum drittgrößten Aufnahmeland von Flüchtlingen weltweit.

Dabei ist Uganda selbst gezeichnet von Konflikten. Die Regionen Karamoja und Teso etwa waren Jahrzehnte lang Schauplätze bewaffneter Konflikte verschiedener Ethnien. Viele Menschen mussten ihr Zuhause verlassen und kehren nun – da die Gewalt ein Ende hat – in ihre Heimat zurück. Ihre einstigen Dörfer jedoch sind inzwischen verwildert, grundlegende Infrastruktur wie Gesundheitszentren und Schulen fehlen.

Doch Uganda hat nur begrenzte Ressourcen. Neben chronischer Nahrungsmittelknappheit in einzelnen Regionen ist die Wasser- und Sanitärversorgung der Menschen nicht flächendeckend und durchgehend gesichert. Schlechte Hygienebedingungen führen dazu, dass immer wieder Haut- und Durchfallerkrankungen, Cholera und Hepatitis, aber auch Ebola auftreten. Hinzu kommt der Klimawandel, der die Menschen durch regelmäßige Sturzfluten, Erdrutsche und Dürren vor weitere Probleme stellt.


Resilienz: Selbsthilfekräfte ausbauen

Ob Wasserversorgung, Sicherung der Lebensgrundlagen oder Katastrophenvorsorge: Mit unseren Maßnahmen in Uganda wollen wir die Selbsthilfekapazitäten der Menschen stärken. So können sie besser mit den Folgen des Klimawandels, aber auch gewaltvoller Auseinandersetzungen umgehen.

Durch den Aufbau wichtiger Lebensgrundlagen und Strukturen unterstützen wir zum Beispiel die Wiederansiedlung der Bevölkerung in den einst von Konflikten betroffenen Gebieten. Neue oder instandgesetzte Gemeinschaftshäuser etwa dienen nicht nur als Räumlichkeiten für Gemeindetreffen und Gesundheitsteams. Sie können auch als Kinderlernzentren und Getreidespeicher genutzt werden – Kapazitäten, auf die die Gemeinden langfristig zurückgreifen können, genauso wie auf das Wissen und die Fähigkeiten, die die Menschen sich im Laufe unserer Projektaktivitäten aneigneEin friedliches Miteinander ist eine wichtige Voraussetzung für starke Gemeinden. Doch wo Ressourcen knapp sind und viele unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen, gibt es Konflikte. Friedenskampagnen und Aufklärungsarbeit zur gewaltfreien Konfliktlösung sollen Spannungen zwischen ihnen vorbeugen. Dazu organisieren Freiwillige unter anderem Radiosendungen, Theaterstücke und Gesprächsrunden.


Ernährungssicherung: Grundlagen zum Leben

Der Ackerbau ist für den Großteil der ugandischen Bevölkerung die Haupteinnahmequelle. Um ihre Ernährung trotz des Klimawandels zu sichern, fördern wir nicht nur den Erfahrungsaustausch untereinander und die gegenseitige Hilfe. In Schulungen erfahren die Bäuerinnen und Bauern, wie sie dank moderner Anbaumethoden ihre Ernten steigern können, während sie Wasser und Platz sparen. Sie lernen, dass der integrierte Anbau verschiedener Nutzpflanzen und Gemüsesorten das Risiko kompletter Ernteausfälle verringert. Auch bei der Ausrüstung helfen wir: Die Kleinbauern erhalten zertifiziertes Saatgut und Werkzeug wie Spaten, Hacken oder Eimer. Zugochsen und Pflüge helfen beim Bearbeiten der Felder.

 

Energiesparendes Kochen mit sogenannten Wonder Bags 

„Wonder Bags“ sind Stoffsäcke, die mit Schaumstoffflocken gefüllt wurden, welche durch ihre Isolierfähigkeit Hitze speichern und Energie sparen, wie bei uns früher die Kochkisten. In unserem Projekt werden die Wonder Bags an Flüchtlingsgemeinden und aufnehmende Gemeinden verteilt. Gleichzeitig gibt es Infos zu einer vielfältigeren und besseren Ernährung. Rund 5000 Menschen profitieren von diesem Angebot. Beispielsweise können die Mütter abends den Frühstückbrei vorkochen, der über Nacht im Wonder Bag verbleibt, und morgens ist die Mahlzeit dann fertig und noch warm. Neben der Einsparung von Holzkohle bleibt so mehr Zeit für andere Dinge.


Wasserversorgung sichern und Hygiene verbessern

Viele Menschen in Uganda – ob Einheimische, Rückkehrer oder Flüchtlinge – haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser. Neue Brunnen sowie reparierte Wasserquellen und Schutzdämme sind deshalb wichtige Verbesserungen. Regenwasserspeicher stabilisieren darüber hinaus die Versorgung in Schulen und kommunalen Einrichtungen. Neben der Wasserverfügbarkeit sind saubere Sanitäreinrichtungen und gutes Hygieneverhalten wesentlich, um gesund zu bleiben. Deshalb unterstützen wir die Menschen beim Bau von Haushaltslatrinen mit Handwaschbecken – dafür stellen wir Material, Werkzeug und Knowhow bereit.

Durch Hygienekampagnen, Schulungen und Theaterstücke erfahren die Mitglieder der Projektgemeinden, wie sie sich dank einfacher Hygieneregeln vor Durchfall- und Atemwegserkrankungen schützen können. Und damit die Verbesserungen lange fortwirken, sorgen neu gegründete Wasser-, Sanitär- und Hygienekomitees nicht nur dafür, dass die Wasserquellen gewartet werden und sauber bleiben, sie vermitteln ebenso wertvolles Wissen rund um Hygiene.


Gesundheit: Grundversorgung herstellen

Ohne medizinische Betreuung und Wissen können harmlose Erkrankungen und Alltagsverletzungen wie Schnittwunden lebensbedrohlich werden. Und wer Gesundheitsrisiken nicht kennt, kann sie nicht vermeiden. Deshalb schulen wir Gesundheitshelfer, die die Menschen in den Dörfern beraten, Erste Hilfe leisten, aber vor allem gezielte Gesundheitsaufklärung betreiben. Die Freiwilligen stellen die Verbindung zu den lokalen Gesundheitsbehörden her und fordern Dienstleistungen wie Impfungen für ihre Gemeinden ein.


Katastrophenvorsorge: Dem Klimawandel begegnen

Damit die Bevölkerung besser mit den Folgen des Klimawandels umgehen kann, klären wir sie über dessen Risiken auf. Dank gemeinsam mit den Gemeinden entwickelter Frühwarnsysteme und Notfallpläne erfahren die Menschen rechtzeitig von Wetterextremen und wissen, wie sie sich im Notfall verhalten sollten. So können die Betroffenen sich, ihre Angehörigen und ihre Besitztümer besser schützen.

Darüber hinaus unterstützen wir den Bau überschwemmungssicherer Unterkünfte und setzen uns dafür ein, dass die Verschlammung von Dämmen und Wasserstellen reduziert wird. Energiesparende Methoden – etwa beim Kochen – helfen, die Abholzung, und damit die Bodenerosion, zu verringern.


Soforthilfe nach schweren Überschwemmungen

Überschwemmungen und Erdrutsche infolge von anhaltendem Starkregen haben in Uganda seit Oktober 2019 Leid und Zerstörung gebracht. Mehr als 12.000 Haushalte wurden durch die Überschwemmungen vertrieben. Viele Menschen haben ihre Häuser und ihren kompletten Hausstand verloren. Mangel an sicheren Unterkünften, Nahrungsmittelknappheit, unzureichende Sanitärinfrastrukturen und Wasserversorgung waren die Folge. Wir unterstützen das Ugandische Rote Kreuz bei Soforthilfemaßnahmen, um den humanitären Bedarf der Betroffenen zu decken. Insgesamt wurden rund 7.000 Menschen im Westen des Landes mit Verteilungen von Notfall-Planen und Non-Food-Artikeln, wie Decken, Moskitonetzen, Küchensets, Seife, etc. versorgt sowie der besondere Bedarf für Mädchen und Frauen adressiert. Die Maßnahmen erfolgten zum Teil über direkte Bargeldleistungen bzw. über Sachleistungen.


Nothilfe: Gemeinsam Leid lindern

Hat die Bevölkerung in Uganda nicht genug Kapazitäten, um Notsituationen selbst zu meistern, unterstützen wir sie dabei – zuletzt bei der Nothilfe für die Flüchtlinge aus dem Südsudan. Nachdem der bewaffnete Konflikt im Nachbarland ausgebrochen ist, haben hunderttausende Menschen – vor allem Frauen und Kinder – Zuflucht in Uganda gesucht. Wir haben das Ugandische Rote Kreuz beispielsweise bei der medizinischen Notfallversorgung und dem Bau von Unterkünften sowie mit Hilfsgütern wie Hygienekits oder Kochutensilien unterstützt. Dank des Einsatzes einer mobilen Trinkwasser-Aufbereitungsanlage konnten wir bis zu eine Million Liter Wasser pro Tag bereitstellen und die Wasserversorgung stabilisieren, während unsere Hygieneschulungen dazu beigetragen haben, die hygienischen Bedingungen in den Camps zu verbessern.

Damit die Flüchtlinge selbst für ihre Ernährung sorgen können, erhalten sie landwirtschaftliches Werkzeug, robustes Saatgut sowie Schulungen rund um effektiven landwirtschaftlichen Anbau. Mit selbst hergestellten energiesparenden Öfen können Flüchtlinge und Anwohner darüber hinaus holzsparend und energieeffizient kochen. Zum Schutz von Frauen und Kindern in den improvisierten Flüchtlingscamps haben wir darüber hinaus Solarlampen an öffentlichen Orten installiert und über Vorbeugung sexueller Gewalt informiert.


Hilfe konkret: Helfer und Betroffene berichten aus Uganda

  • Eine neue Heimat in Uganda Dank des Roten Kreuzes

  • Tiefbrunnen für die Menschen im ugandischen Karamoja

  • Sensibilisierung für Hygiene und sauberes Wasser in Uganda

  • Krankenstation Mungula

  • Geburtshilfe in Norduganda

  • Saatgut und Ausrüstung Binnenflüchtlinge


Blogbeiträge und Interviews

  • Uganda: Ein Neuanfang und bessere Ernten

    Beim Rundgang durch das Dorf Kaabong zeigen mir die Menschen stolz die geernteten Tomaten. Sie bereichern den Speiseplan und stehen für den Erfolg unserer Arbeit hier (...)

  • Uganda: Ohne Wasser kein Leben

    42 Grad ist es derzeit im Camp der Helfer am Weißen Nil in Nord-Uganda südlich der südsudanesischen Grenze. Etwa 250 Meter vom Ufer des Flusses steht die Wasseraufbereitungsanlage des Roten Kreuzes (...)

  • Uganda: Trinkwasser für Bürgerkriegsflüchtlinge

    Bei meinem Besuch in den Flüchtlingscamps im Norden Ugandas habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie die notdürftig zusammengestoppelten Behausungen bis an den Horizont reichen (...)


Aktuelle Projekte

1. „Soforthilfe gegen COVID-19 durch Aufklärungskampagnen und bessere Wasserversorgung"

Region: West Nile Settlements, Wakiso und Kampala
Projektvolumen: 81.289,15€
Laufzeit: 01.04.2020 – 31.07.2020 
Finanzierung: Auswärtiges Amt und DRK 
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz

2. „Gesundheit, Hygiene und Ebola-Vorsorge“

Region: Palorinya, Zone 3 und Grenzgebiete zu DRC Kongo
Projektvolumen: 1.166.495,57 (47.500 EM)
Finanzierung: Auswärtiges Amt
Projektdauer: 08/2019 - 10/2021
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

3. Stärkung der Kapazität zur Versorgung von Flüchtlingen

Region: Westnile, Flüchtlingssettlements Imvepi, Bidi Bidi und Palorinya  
Projektdauer: 01.06.2018 – 30.09.2020
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)
Projektvolumen: 950.000€
Finanzierung: BMZ


Abgeschlossene Projekte

In der Vergangenheit haben wir verschiedene Hilfsprojekte in Uganda durchgeführt. Erfahren Sie hier mehr über einige der abgeschlossenen Projekte.

Soforthilfe nach schweren Überschwemmungen in Uganda

Region: Uganda, 4 Distrikte im Osten (Tororo, Butaleja, Busia und Kumi/Bukedea
Projektvolumen: 106.400 € 
Laufzeit: Dezember 2019 – Februar 2020
Finanzierung: Auswärtiges Amt
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Unterstützung für Heimkehrer

Region: Distrikte Abim, Kaabong, Kotido in Nordwest-Karamoja
Projektvolumen: 650.000 Euro
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Bessere Gesundheit und Lernbedingungen für Kinder

Region: Karamoja, zehn Gemeinden in den Distrikten Kaabong und Kotido/Abim
Projektvolumen: 50.000 Euro
Finanzierung: DRK-Eigenmittel / Spenden
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Versorgung von Flüchtlingen

Region: Norduganda/West Nile, Distrikt Adjumani
Projektvolumen: 1.190.000 Euro (950.000 Euro BMZ und 240.000 Euro DRK-Eigenmittel)
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Projektdauer: 09/2015 - 08/2019
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Unterstützung für Südsudanesische Flüchtlinge im Distrikt Adjumani

Region: Norduganda/West Nile, Distrikt Adjumani
Projektvolumen: 100.000 €
Finanzierung:  Schweizerisches Rotes Kreuz
Projektdauer: 03/2018 - 01/2019
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)
Sektoren: WASH, Livelihood, Conflict Management

Aufklärung für den Klimawandel

Region: Karamoja und Teso (sowie in drei weiteren Distrikten)
Laufzeit: Januar 2013 bis Dezember 2018
Projektvolumen: 2,6 Millionen Euro
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS), Rotkreuz-Klimazentrum

Nothilfe für geflüchtete Menschen

Region: Distrikte Moyo, Adjumani und Yumbe
Projektvolumen: 174.000 Euro
Projektdauer: 08/2016 - 07/2017
Finanzierung: Spenden
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Wasser und Latrinen für Flüchtlingsgemeinden

Region: Adjumani, Schwerpunkt: Siedlung Mungula
Projektvolumen: 50.000 Euro
Projektdauer: 03/2016 - 12/2017
Finanzierung: Spenden
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)

Bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge

Region: Distrikte Adjumani und Yumbe
Projektvolumen: 1.026.260 Euro
Projektdauer: 11/2016 - 06/2017
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden
Partner: Ugandisches Rotes Kreuz (URCS)


Preisbeispiele

  • Mit 14 Euro pro Haushalt kann eine Gemeinde von einem neugebauten Brunnen profitieren.
  • Mit 48 Euro helfen Sie, vier Familien je ein Werkzeugset mit Hacke, Spaten und anderen Geräten zur Verfügung zu stellen.
  • Mit 75 Euro finanzieren Sie einer Familie die Grundausstattung für den Bau einer Latrine.
  • Mit 125 Euro können die freiwilligen Wasserkomitees eine Schulung erhalten.
  • Mit 200 Euro finanzieren Sie die Ausbildung eines freiwilligen Lehrers.
  • Mit 400 Euro können wir einen Klassensatz Lehrbücher für Schulkinder kaufen.
  • Mit 20 Euro können zwei Gesundheitshelfer je ein Erste-Hilfe-Set erhalten.
  • 100 Euro genügen, um ein Fahrrad für einen Gesundheitshelfer zu kaufen.

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