Mann in Madagaskar mit Megafon vor einem Flussufer
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Wo wir helfen
  3. Afrika

Madagaskar: Einsatz für bedrohte Gemeinden

Ob Zyklone, Überschwemmungen oder Dürren: Immer wieder ist Madagaskar Schauplatz von Naturkatastrophen. Aufgrund des Klimawandels nimmt die Gefahr von Wetterextremen zu – eine Herausforderung für die Menschen in dem armen Inselstaat. Um die Gemeinden so zu stärken, dass sie dem Klimawandel besser gewachsen sind, arbeitet das Deutsche Rote Kreuz eng mit dem Madagassischen Roten Kreuz zusammen.

Armut, Stürme und Dürren

Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut Human Development Index (HDI – Index der menschlichen Entwicklung), einer regelmäßig durch die Vereinten Nationen errechneten Kennzahl, die die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung wie die Lebenserwartung, das Bildungsniveau oder das Pro-Kopf-Einkommen zusammenfasst, rangiert der Inselstaat auf Platz 161 von 189 Ländern.

Gleichzeitig ist Madagaskar das am zweitstärksten von Naturkatastrophen betroffene Land Afrikas: Regelmäßig zerstören Zyklone und damit einhergehende Überschwemmungen Häuser, Ernten und Infrastruktur. Auch extreme Trockenperioden plagen die Bevölkerung immer wieder, von der ein Großteil seine Einkünfte aus der Landwirtschaft bezieht. In der Folge leiden rund 1,3 Millionen Menschen in Madagaskar unter Nahrungsmittelunsicherheit – mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist mangelernährt, ein Drittel ist untergewichtig. Der Klimawandel erschwert ihre Lage.


Resilienz: Madagassische Gemeinden werden widerstandsfähiger

DRK-Mitarbeiter gibt Weisungen zu Notfallplänen an Mitarbeiter vom Madagassischen Roten Kreuz
Katastrophenvorsorge: Wer neue Notfallpläne erarbeitet, muss auch mit einem prüfenden Blick durch seine Gemeinde gehen.

Damit die Menschen in Madagaskar ihren Herausforderungen künftig besser gewachsen sind, unterstützen wir sie in den Bereichen Ernährung, Wasser und Hygiene sowie Katastrophenmanagement. In den Gemeinden werden Bewohner beispielsweise in festen Gruppen geschult, wie sie neue agrarwirtschaftliche Anbaumethoden anwenden können, wie sie ihre Hygiene verbessern können oder wie sie sich im Falle einer Überschwemmung verhalten sollen. Dieses Wissen hat auch nach Beendigung des Projekts noch Bestand, denn die geschulten Gemeindemitglieder tragen es an andere Bewohnerinnen und Bewohner weiter. Das macht die Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen und lässt sie Krisen besser bewältigen.

Für ein besseres Katastrophenmanagement etwa führen wir Workshops durch, um lokale Notfallpläne zu überarbeiten und weiterzuentwickeln. Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ihre Schule sicherer gestalten können und wie sie sich im Katastrophenfall am besten verhalten. Mithilfe von Katastrophensimulationen und Evakuierungsübungen festigen die Gemeindemitglieder ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Notfall richtig zu handeln. Darüber hinaus fördern wir die Zusammenarbeit und Koordination der verschiedenen lokalen und regionalen Akteure im Katastrophenmanagement, damit im Ernstfall alles reibungslos klappt.


Ernährung: Hunger bekämpfen, Lebensgrundlagen sichern

Um ihre Ernteerträge zu stabilisieren und ihre Ernährung zu sichern, lernen die Bäuerinnen und Bauern in Feldschulen nicht nur moderne, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden, sie erfahren auch, wie sie ihre Ernte sicher lagern und selbst Saatgut herstellen können. Besonders bedürftige Familien erhalten Werkzeug. Wir unterstützen die Teilnehmenden dabei, ihren Anbau durch verschiedene Nutzpflanzen, Obst und Gemüse zu erweitern. Das macht die Ernährung nicht nur abwechslungsreicher, auch Ausfälle einzelner Sorten können die Menschen so leichter verkraften.

In Schulungen erweitern die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern neben ihrem Wissen rund um Wetterextreme oder Themen wie Insektenbefall auch, wie sie sich gesund ernähren können. Als Mitglieder neu gegründeter Ernährungssicherungskomitees geben sie ihr Wissen zudem an die anderen Gemeindemitglieder weiter.

Wasser und Hygiene: Krankheiten vorbeugen, Gesundheit schützen

Ohne Wasser gibt es keine angemessene Hygiene und Gesundheit – keine Ernährung oder Landwirtschaft. Die Wasserversorgung ist deshalb ein wichtiger Teil unserer Maßnahmen in Madagaskar: Wir reparieren Brunnen oder bauen sie neu, um sicherzustellen, dass sie auch bei Überschwemmungen nutzbar sind.

In Hygiene- und Gesundheitsschulungen lernen die Menschen, ihre Gesundheit zu schützen und ihre hygienische Situation zu verbessern – auch die Gesundheit von Kindern, Schwangeren, stillenden Müttern und älteren Menschen steht dabei im Fokus. Die geschulten Gemeindemitglieder organisieren sich in Gesundheitskomitees, um ihr Wissen an die anderen Bewohner weiterzugeben. Darüber hinaus erhalten speziell Schulkinder Trainings zu Wasser- und Hygienethemen. Zudem bauen wir zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern vor Ort hunderte Latrinen, um die Hygienesituation in den Dörfern zu verbessern. 


Nothilfe: Schnelle Hilfe im Ernstfall

Auch in akuten Krisen- und Katastrophenfällen stehen wir den Menschen in Madagaskar bei Bedarf bei und unterstützen unsere Schwesterorganisation, das Madagassische Rote Kreuz. So haben wir zum Beispiel nach einem Pestausbruch im Jahr 2017 ein mobiles Isolationskrankenhaus sowie Personal in den afrikanischen Inselstaat entsandt, um die Infektion zu bekämpfen.


Rotkreuz-Helfer berichten über Ihren Einsatz in Madagaskar

Blogbeiträge

  • Rollenspiele gegen Klimakatastrophen

    Frisbees, Bälle und Würfel als Stürme, Dürren oder Überschwemmungen: In Klimaspielen lernen die Bewohner in 23 Gemeinden Madagaskars, in Unsicherheit Entscheidungen zu fällen und sich für den Klimawandel wappnen.

    Beitrag lesen »


Aktuelle Hilfsprojekte in Madagaskar

  • Madagaskar: Anpassungen an den Klimawandel

    Häufigste Katastrophen sind Überschwemmungen durch Wirbelstürme und örtlich starke Regenfälle. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Trockenperioden: fast jeder zweite Einwohner hat keinen sicheren Zugang zu Nahrungsmitteln.


Helfen Sie mit einer Spende!

Jede kleine Spende für Madagaskar und andere Länder Afrikas hilft den notleidenden Menschen vor Ort! 

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK