Humanitäre Hilfe für die Ukraine
Hungarian Red Cross / Marco Kokic

Ukraine-Krieg: Humanitäre Hilfe für die Betroffenen

Angesichts des andauernden und sich ausweitenden Krieges in der Ukraine werden Not und Leid der Menschen sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe immer dringlicher und größer. Das DRK stellt umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Versorgung der Zivilbevölkerung und der Menschen auf der Flucht bereit. Auch in Deutschland helfen wir in den unterschiedlichsten Bereichen (Auswahl).

Rotkreuz-Hilfe für die Ukraine auf einen Blick

  • Humanitäre Hilfe für betroffene Menschen in den Bereichen: Versorgung mit lebensnotwendigen Hilfsgütern, medizinische Erst- und Grundversorgung, Rettungsdienst, Blutspendewesen, Evakuierungen, Suche von vermissten Angehörigen
  • Einsatz von rund 30 DRK-Nothilfeexperten in der Ukraine und den Nachbarländern
  • Betrieb eines Logistikdrehkreuzes und einer Versorgungslinie für Hilfsgüter zwischen Polen und der Ukraine
  • Enge Zusammenarbeit des DRK mit dem Ukrainischen Roten Kreuz, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC)

Humanitäre Situation

Die sich intensivierenden Kampfhandlungen in der Ukraine verschärfen die humanitäre Krise vor Ort dramatisch. Das Leid der Menschen ist unermesslich und die Konfrontation mit Gewalt, Verlust und Zerstörung steigert sich täglich.  Die Vertreibung der Zivilbevölkerung und der humanitäre Hilfsbedarf sind von enormem Ausmaß und nehmen weiter zu.

Laut UN sind mehr als 6 Millionen Menschen in die westlichen Nachbarländer geflüchtet; 8 Millionen Menschen sind innerhalb der Ukraine vertrieben. 

In den umkämpften Gebieten werden u.a. durch Luftangriffe täglich zivile Opfer gemeldet, darunter Kinder. In unter Beschuss geratenen Städten wird lebensnotwendige Infrastruktur zerstört wie Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, die Strom- und Wasserversorgung. Die WHO meldete zahlreiche Angriffe auf medizinische Einrichtungen.

Schätzungsweise 13 Millionen Menschen sitzen in den von den Kampfhandlungen direkt betroffenen Gebieten fest. Es mangelt ihnen an Nahrung, Trinkwasser und medizinischer Versorgung. 

Die Schaffung von sogenannten humanitären Korridoren, durch die Zivilisten die umkämpften Gebiete verlassen können, funktioniert nur unzuverlässig und ist von unvorhersehbaren und kurzfristigen Zwischenfällen geprägt. Das DRK ruft eindringlich zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts zum Schutz der Zivilbevölkerung und der zivilen Infrastruktur auf.


Helfen Sie mit einer Spende für die Ukraine!

Ihre Spende hilft den Leidtragenden des Ukraine-Krieges ganz konkret mit essentiellen Hilfsgütern!


Humanitäre Hilfe

Das Deutsche Rote Kreuz stellt umfassende Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung in der Ukraine sowie Menschen auf der Flucht bereit, um Leben zu schützen und Menschen in Not zu versorgen.

Das Auswärtige Amt unterstützt die humanitäre Hilfe des DRK in der Ukraine und deren Nachbarländern im Umfang von 10 Millionen Euro.

Mehrere DRK-Nothilfeexperten befinden sich in der Ukraine, um die Hilfen mit unseren Partnern zu koordinieren. Das Ukrainische Rote Kreuz (URK) steht vor der immensen Herausforderung, sich inmitten einer hochgefährlichen Situation ständig auf weitere Eskalationen einzustellen.

In Zusammenarbeit mit dem URK und Polnischen Roten Kreuz (PRK) hat das DRK als eine der ersten größeren Maßnahmen zu Beginn des Konflikts eine Versorgungslinie zwischen dem polnischen Lublin und Lwiw aufgebaut, um mit Hilfskonvois eine schnelle und direkte Lieferung von Hilfsgütern in die Ukraine sicherstellen zu können.

Helfen Sie mit Ihrer Spende

Bereits seit Beginn des Konflikts im Jahr 2014 verstärkte das DRK die langjährige Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz (URK). Seit 2017 unterstützt das DRK besonders vulnerable Menschen, die in der Ostukraine leben, mit monatlichen Bargeldhilfen.


  • Hilfe des Polnischen Roten Kreuzes

    Logistik der Hilfslieferungen über die Grenze in die Ukraine.

    Spenden für wirkungsvolle humanitäre Hilfe

    DRK-Generalsekretär Christian Reuter bedankt sich für die Hilfsbereitschaft.

  • Schilderungen von der Flucht nach Polen

    Oksana ist mit ihren Kindern nach Polen geflüchtet.

    Start des ersten Hilfskonvois von Berlin-Schönefeld

    Fünf LKW mit 88 Tonnen Hilfsgütern auf dem Weg nach Polen.

  • Der humanitäre Einsatz des DRK

    DRK-Mitarbeiter*innen berichten von der Lage vor Ort.

    Ankunft von Hilfsgütern in der Ukraine

    Hilfskonvoi mit 200 Tonnen Hilfsgütern des IKRK u. DRK erreicht die Ukraine.


DRK-Hilfe gemeinsam mit dem Ukrainischen Roten Kreuz

  • Erarbeitung eines Aktionsplans gemeinsam mit dem UKR zur Unterstützung Geflüchteter und ohnehin vulnerabler Menschen,
    u.a. durch häusliche Besuchs- und Pflegedienste und mobile Gesundheitsversorgung  
  • Verteilung von Einkaufsgutscheinen für innerhalb der Ukraine evakuierte Familien
  • Bereitstellung von Blutspendefahrzeugen

DRK-Hilfe in den Nachbarländern gemeinsam mit den Schwestergesellschaften

  • Stärkung der Nothilfekapazitäten des Polnischen Roten Kreuzes 
  • Lieferung und Logistik von Hilfsgütern zwischen Polen und der Ukraine
  • Bargeldhilfen und Einkaufsgutscheine
  • Gemeindeaktivitäten zur Förderung der Integration von geflüchteten Menschen in Polen
     
  • Initiierung eines Bargeldhilfe-Programms gemeinsam mit dem Litauischen Roten Kreuz zur Unterstützung der mehr als 41.000 ukrainischen Geflüchteten in Litauen

Humanitäre Hilfe des Ukrainischen Roten Kreuzes

  • Einsatz von über 10.000 Helferinnen und Helfern
  • Verteilung von Hilfsgütern an über 2 Millionen Menschen, z.B. Lebensmittel und Hygienepakete
  • 9,2 Millionen Menschen erhielten einen besseren Zugang zu Wasser
  • 15.000 Tonnen Hilfsgüter wurden bereits landesweit verteilt
  • Einsatz von Notfallteams zur schnellen medizinischen Hilfe und für Evakuierungen
  • Erste-Hilfe-Schulungen in Luftschutzkellern für bisher über 52.000 Menschen 
  • Bisher konnten rund 220.000 Menschen aus umkämpften Gebieten evakuiert werden

Zusammenarbeit des DRK mit IKRK und IFRC

Das DRK steht in enger Abstimmung mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das mit rund 800 internationalen Mitarbeitenden in der Region ist, und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). 

  • Beschaffung und Bereitstellung essenzieller Hilfsgüter innerhalb des Koordinierungssystems der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung
  • Pendelbetrieb mit LKW zum Transport für Hilfsgüter in die Ukraine und Stationierung von Rettungswagen in der Ukraine in Zusammenarbeit mit dem IKRK
  • Fortlaufende Entsendung von Fachpersonal im Rahmen des Krisenmanagements von IKRK und IFRC zum Einsatz in der Ukraine und den Nachbarländern
  • Zusammenarbeit in der Ukraine und Moldau mit dem IKRK in den Bereichen medizinische Versorgung und Transport von Verletzten/Erkrankten und vulnerablen Menschen
  • Bereitstellung von Teilen des mobilen DRK-Krankenhauses für das IKRK  zur gezielten Unterstützung von Krankenhäusern in der Ukraine
  • Zwei Nothilfe-Expertinnen des DRK koordinieren in Moldau für das IKRK Einsatzfahrzeuge zur Evakuierung besonders vulnerabler Menschen
  • Eine Nothilfeexpertin unterstützt die IFRC in der Slowakei mit der Koordination der verschiedenen humanitären Akteure
  • Drei Krankenschwestern unterstützten die IFRC in der Slowakei bei Erste Hilfe-Einsätzen und der medizinischen Versorgung von Geflüchteten

 


Der Ukraine-Einsatz im DRK-Blog

Slowakei: drei Krankenschwestern im Einsatz

Kinderkrankenschwester Jennifer aus München, Krankenschwester Sigrid aus Stuttgart und die frühere Krankenschwester Katrin aus Bad Liebenzell waren alle schon für das DRK im Auslandseinsatz. Nun begegneten sie sich beim aktuellen Einsatz in der Slowakei, um das lokale Rote Kreuz bei seiner Arbeit für Geflüchtete aus der Ukraine zu unterstützen.

» Blog-Beitrag lesen


Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Nothilfe in der Ukraine!

Ihre Spende hilft den Betroffenen des Ukraine-Krieges mit grundlegender Nothilfe!


Achtung des Humanitären Völkerrechts

Angesichts der sich täglich intensivierenden militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine ruft das DRK gemeinsam mit der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alle Konfliktparteien mit der größten Dringlichkeit dazu auf, das humanitäre Völkerrecht zu achten.

Der Schutz der Zivilbevölkerung und zivilen Infrastruktur muss zu jeder Zeit an allererster Stelle stehen.

Der Schutz von humanitären Helferinnen und Helfern muss gewährleistet und ihr Zugang zur betroffenen Bevölkerung sichergestellt sein.

"Nach dem humanitären Völkerrecht sind Konfliktparteien verpflichtet, Menschen, die umkämpfte Gebiete freiwillig verlassen wollen, eine sichere Evakuierung zu ermöglichen,“ sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Auch alle Zivilisten außerhalb humanitärer Korridore müssen weiterhin geschützt werden sowie die zivile Infrastruktur, um Trinkwasser, Energie- und Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten.  Weitere Informationen

Video zu den Schutzzeichen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung


Wie kann ich helfen?

Geldspenden

Die Betroffenheit angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine ist auch in der deutschen Bevölkerung groß und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Das Deutsche Rote Kreuz bittet um Spenden für die Menschen in der Ukraine und hat dafür folgenden zentralen Spendenzweck eingerichtet: „Nothilfe Ukraine“

IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Ukraine

Online-Spende: https://www.drk.de/nothilfe-ukraine

 

Privates ehrenamtliches Engagement

Wer sich in Deutschland für ankommende ukrainische Geflüchtete engagieren möchte, der wendet sich am besten an die örtlichen Behörden und gern auch an die örtlichen DRK-Gliederungen. Sie können am besten einschätzen, welche Hilfe sinnvoll ist und aktuell gebraucht wird. Es wird mit Sicherheit über längere Zeit Hilfe benötigt werden.

In der Ukraine finden derzeit schwere Kampfhandlungen statt. Wie das Auswärtige Amt raten auch wir dringend von einer Reise in die Ukraine ab.

 

Sachspenden

Aufgrund der momentanen Sicherheits-, Bedarfs- und Koordinationslage können derzeit keine Sachspenden vom DRK angenommen werden.

Das Polnische und Ukrainische Rotes Kreuz haben ihre Schwestergesellschaften, und damit auch das DRK, darauf hingewiesen, dass keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht abgesprochener und nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote bestehen.

Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sondern blockieren stark beanspruchte Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen.

Unternehmensspenden

Anfragen von Unternehmen zu Spenden oder Kooperation können an unternehmen(at)drk.de gerichtet werden.


Weitere Informationen / FAQs

  • Hilfe für ukrainische Geflüchtete in Deutschland

    Der Krieg in der Ukraine zwingt Millionen Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Der Großteil von ihnen sucht Zuflucht in den westlichen Nachbarländern. Die Menschen, die nach Deutschland flüchten, unterstützt das DRK mit grundlegender humanitärer Hilfe, Betreuungs- und Versorgungsangeboten. Erhalten Sie auf einer gesonderten Seite Informationen zur DRK-Hilfe für ukrainische Geflüchtete in Deutschland.

  • Wo kann ich Unterstützung für betroffene Freunde und Familienangehörige in der Ukraine bekommen

    Wir verstehen, dass die Sorge und Angst um Familienangehörige, Freunde und Bekannte in der Ukraine und auf der Flucht unvorstellbar groß sind.

    Die Sorge und Angst um Familienangehörige, Freunde und Bekannte in der Ukraine ist unvorstellbar groß. Rechtliche Fragen zur Situation in Deutschland, beispielsweise zum Status geflüchteter Personen aus der Ukraine, können an flucht-migration(at)drk.de gerichtet werden.

    Suchanfragen – auch wenn im Augenblick keine aktive Suche in der Ukraine möglich ist – werden vom DRK-Suchdienst, also von allen DRK-Suchdienst-Beratungsstellen auf allen DRK-Verbandsebenen, entgegengenommen: https://www.drk-suchdienst.de/

    Leider können wir als Rotes Kreuz in dieser akuten Situation des bewaffneten Konflikts keine Form der Einzelfallhilfe leisten. Wir bemühen uns gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Ukrainischen Roten Kreuz, humanitäre Hilfe nach dem Maß der Not zu organisieren. Das Rote Kreuz hat derzeit keine Möglichkeit, eine sichere Passage zu organisieren.

    Deutsche Staatsangehörige können sich hier auf den Seiten des Auswärtigen Amts informieren: https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/UKR

    Auch hat das Auswärtige Amt eine Hotline für deutsche Staatsangehörige geschaltet: +49 30 5000 300

  • Wo kann ich bei Eigenbetroffenheit, zum Beispiel aufgrund von familiären Beziehungen in die Ukraine, Unterstützung in Anspruch nehmen?

    Bei Bedarf nach rechtlicher oder auch psychosozialer Unterstützung für Betroffene können Sie sich gerne an die Migrationsberatungsstellen des DRK oder auch der anderen Wohlfahrtsverbände vor Ort wenden: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/migration-integration-und-teilhabe/migration-und-integration/

  • Welche Art von Spenden wird benötigt?

    Derzeit benötigen wir Geldspenden und bitten von Sachspenden abzusehen: Der große Vorteil von Geldspenden ist, dass die bedachte Organisation damit die Möglichkeit hat, die Verwendung der Mittel flexibel sich ändernden Verhältnissen und einer sich verändernden Bedarfslage in den betroffenen Gebieten anzupassen. Was in sich sehr schnell ändernden Situationen wie aktuell in der Ukraine, absolut erforderlich ist. So kann letzten Endes noch besser sichergestellt werden, dass die Gelder in den Bereichen eingesetzt werden können, in denen der Bedarf – mit Blick auf das Tätigkeitsspektrum des Roten Kreuzes – jeweils am größten ist.

    Spontane, nicht abgestimmte Lieferungen mit Sachspenden füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten. Sie helfen leider nicht, sie behindern die humanitäre Arbeit vor Ort. Die Zentralen des Polnischen und Ukrainischen Rotes Kreuz haben in einem Appell an ihre Schwestergesellschaften darauf hingewiesen, dass keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht abgesprochener und nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote bestehen. Auch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) haben darauf hingewiesen, dass unkoordinierte Lieferungen und Hilfe zu einem Infarkt lebenswichtiger Versorgungslinien führen.

  • Wie kann ich mich engagieren, wenn ich momentan kein Geld spenden kann?

    Neben zahlreichen anderen Organisationen können sich Interessierte natürlich auch in den örtlichen DRK-Verbänden ehrenamtlich engagieren.

    Adressen des DRK vor Ort in Deutschland: https://www.drk.de/das-drk/adressen/

    Es wird mit Sicherheit über längere Zeit hinweg Hilfe benötigt, auch im Hinblick auf die Menschen, die aufgrund des bewaffneten Konflikts gezwungen sind, ihre ukrainische Heimat zu verlassen und auf der Flucht sind.

     

  • Können medizinische Bedarfslisten von deutschen Krankenhäusern und Privatpersonen, die über individuelle Kontakte Informationen aus der Ukraine beziehen, vom DRK bedient werden?

    Wir sehen in der Ukraine viel Leid und vielerorts einen Mangel an Grundversorgung. Wir arbeiten mit dem Ukrainischen Roten Kreuz und den anderen Partnern der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zusammen, um eine stete Versorgungslinie für die Lieferung und Verteilung essenzieller Hilfsgüter in der Ukraine zu gewährleisten.

    Wichtig ist für uns vor allem die gut abgestimmte Koordination der Hilfe, die unerlässlich ist in derart herausfordernden und von Leid geprägten Situationen. Koordination ist fester Bestandteil unserer Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung: mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) und selbstverständlich den betroffenen Schwestergesellschaften. Wir reagieren daher stets auf Hilfeanfragen der Schwestergesellschaften, des IKRK und IFRC im Rahmen fest etablierter Krisenkoordinationsmechanismen.

  • Führen das DRK oder das Ukrainische Rote Kreuz individuelle medizinische Transporte in der Ukraine durch?

    Das Ukrainische Rote Kreuz unterstützt den lokalen Zivilschutz und die Rettungsdienste bei der akuten Evakuierung der Zivilbevölkerung und leistet hierbei auch medizinische Versorgung von Verletzten. Es kann auch aufgrund der durch die Kampfhandlungen bedingten schlechten Sicherheitslage keine überörtlichen Transporte von Verletzten oder Erkrankten durchführen.

     

  • Liefert das DRK auch medizinische Hilfsgüter in die Ukraine?

    Das DRK hat eeine Versorgungslinie für essenzielle Hilfsgüter in die Ukraine aufgebaut. Gemeinsam mit allen Teilen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung setzen wir eng koordiniert alles daran, um der Zivilbevölkerung so schnell und bedarfsgerecht zu helfen, wie es uns durch die Konfliktparteien ermöglicht wird. Bereits vor Ausbruch des Krieges hat das DRK das Ukrainische Rote Kreuz mit medizinischen Verbrauchsartikeln ausgestattet, um im Konfliktfall unverzüglich Erste Hilfe leisten zu können. Je nach Bedarf, konkreter Anforderung und Möglichkeiten werden auch medizinische Güter über das DRK und die anderen Teile der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zur Versorgung der Zivilbevölkerung in die Ukraine geliefert.

  • Blutspende

    Derzeit erreichen uns sehr viele, privat initiierte Anfragen bezüglich möglicher Lieferungen von Blutpräparaten beziehungsweise Blutspende-Materialien (Blutbeutelsysteme) in die Ukraine.

    Nach aktuellem Stand besteht der Bedarf in den Krankenhäusern der Ukraine mehrheitlich in der Bereitstellung von Blutentnahmesystemen und weiteren Materialien für eine Blutspende vor Ort. Die DRK/BRK Blutspendedienste stehen in intensivem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen des Ukrainischen Roten Kreuzes sowie den entsprechenden Stellen und Blutbanken auf europäischer Ebene, um die Bedarfe zu bündeln und entsprechendes Material auf Anfrage schnellstmöglich zur Verfügung stellen zu können.

    Ein koordiniertes, mit den Einsatzkräften vor Ort eng abgestimmtes Vorgehen ist zwingende Voraussetzung, damit benötigte Unterstützung ihr Ziel auch sicher erreichen kann.

    Die DRK/BRK Blutspendedienste halten die Unterstützung mit Materialien zur Durchführung von Blutspenden in der Ukraine in der derzeitigen Situation für zielführender als die Durchführung von zusätzlichen Blutspendeaktionen in Deutschland, weil die Spendenbereitschaft in der Ukraine momentan noch groß ist und es aktuell keine Möglichkeit gibt, Blutkonserven aus Deutschland sicher und gekühlt an den Bestimmungsort zu bringen.

    Sollten verletzte und verwundete Menschen aus der Ukraine in Deutschland medizinisch behandelt und versorgt werden, gewährleisten die DRK/BRK-Blutspendedienste die Belieferung der Kliniken.
     
    Die DRK/BRK-Blutspendedienste weisen darauf hin, dass ein kontinuierlicher Nachschub an Blutspenden unerlässlich ist, um auch in Krisensituationen sofort helfen zu können.
     
    Daher bitten die DRK/BRK-Blutspendedienste die vielfältigen Blutspendeangebote generell und kontinuierlich wahrzunehmen. Die Blutspende ist auch für neue Spenderinnen und Spender immer eine sehr gute Gelegenheit, sich solidarisch zu engagieren.
     
    Blutspendetermine in Ihrer Nähe und Informationen zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz finden Sie unter: www.drk-blutspende.de

  • Hilfsangebote von Ärztinnen und Ärzten, Notfallsanitäterinnen und -sanitätern sowie Krankenpflegerinnen und -pflegern und sonstigem Gesundheitspersonal (z.B. Hebammen)

    Das DRK hält unter anderem Gesundheitspersonal vor, um in Sofort- und Nothilfeeinsätzen reagieren zu können und unter anderem mit einem mobilen Krankenhaus die Gesundheitsversorgung der von Krisen und Katastrophen betroffenen Bevölkerung zu sichern.  

    Dieses Gesundheitspersonal, aber auch Personal in den Bereichen Wassertechnik, Logistik, Finanzen usw. ist Teil des DRK-Sofort- und Nothilfepersonalpool (Surge Roster). Um Teil des Rosters zu werden, müssen Interessierte eine Zahl an verpflichtenden Online- und Präsenztrainings absolvieren, die vom DRK und seinen Schwestergesellschaften angeboten werden. Vor allem bei der sich zuspitzenden Situation in der Ukraine ist ein Sicherheitstraining essenziell.  

    Der DRK-Trainingskalender sowie weitere Informationen zu den Voraussetzungen, gesuchten Profilen und verpflichtenden Online- und Präsenztrainings sind hier abrufbar: https://www.drk.de/en/be-involved/training-programme-for-international-deployments/.

     Interessierte können ihr Profil an das DRK übermitteln und sich auf Trainings bewerben. Wichtig: Kontaktdaten und Lebenslauf müssen auf Englisch vorliegen.

     Weitere Fragen können gerne an surge(at)drk.de gerichtet werden.

  • Warum ist IKRK-Präsident Peter Maurer nach Moskau gereist?

    Das IKRK spricht mit ALLEN an einem bewaffneten Konflikt beteiligten Parteien – das ist das Mandat und die Rolle des IKRK in bewaffneten Konflikten gemäß der Genfer Konventionen. Die humanitären Auswirkungen des bewaffneten Konflikts in der Ukraine nehmen einen großen Stellenwert in der weltweiten Arbeit des IKRK ein und das IKRK tut sein Möglichstes, um das Leid der betroffenen Menschen zu lindern sowohl durch humanitäre Hilfe als auch durch diplomatische Anstrengungen.

    Als Teil dieser diplomatischen Bemühungen reiste Peter Maurer, der Präsident des IKRK, in die Ukraine und nach Russland, wo er Regierungsvertreter beider Länder traf, um mit ihnen über zentrale humanitäre Themen zu sprechen.

    In Kiew traf sich Peter Maurer mit dem Premierminister Denys Shmyhal, dem Vize-Premierminister, dem Minister für Verteidigung und Infrastruktur und dem Bürgermeister von Kiew, um den aktuellen humanitären Bedarf zu besprechen. Er hat sich ebenfalls mit Maksym Dotsenko, dem Generalsekretär des Ukrainischen Roten Kreuzes, und Illya Kletskovskyy, dem Vize-Generalsekretär des URK, getroffen.

    Peter Maurer reiste anschließend nach Moskau, wo er sich mit dem Außenminister Sergej Lawrow und dem Vize-Verteidigungsminister Generaloberst Alexander Fomin traf. Er traf auch Pavel Savchuk, den Präsidenten des Russischen Roten Kreuzes, und die Menschenrechtsbeauftragte Tatyana Moskalkova.

  • Warum trifft sich das IKRK während eines bewaffneten Konflikts mit Regierungsvertretern?

    Als neutrale, unparteiische humanitäre Organisation hat das IKRK das Mandat, mit ALLEN beteiligten Parteien des Konflikts zu sprechen, um die Wahrung des humanitären Völkerrechts einzufordern, das Leben von Zivilisten zu schützen und sicherzustellen, dass humanitäre Hilfe bei denen ankommt, die sie am dringendsten benötigen.

    Gemäß seinem Mandat ist es für die Arbeit des IKRK unverzichtbar, mit allen Entscheidungsträgern zu sprechen, die in einem bewaffneten Konflikt Einfluss auf das Leben von betroffenen Menschen ausüben sowie auf die Möglichkeit, diese mit humanitärer Hilfe zu erreichen. Auf diese Weise betreibt das IKRK humanitäre Diplomatie und engagiert sich in bilateralem und vertraulichem Dialog überall auf der Welt, im Zusammenhang mit jedem Konflikt, in dem es humanitäre Hilfe für die betroffenen Menschen leistet. 

  • Unterstützt das IKRK bei der Durchführung von Zwangsevakuierungen?

    Das IKRK unterstützt unter keinen Umständen die Planung oder Durchführung von Zwangsevakuierungen. Das trifft auf jeden Kontext zu, in dem das IKRK arbeitet. Es würde nie Maßnahmen unterstützen, die sich gegen den Willen der betroffenen Menschen und die Rotkreuz-Grundsätze richten.

    Das IKRK war bisher (Stand: 27.03.2022) an zwei Evakuierungen von Menschen in der Ukraine beteiligt – sie fanden in Sumy am 15. und 18. März statt. Dabei unterstützte das IKRK die freiwillige sichere Evakuierung von Zivilisten aus der Stadt. In beiden Fällen nutzten die Menschen freiwillig Busse, die sie in eine andere Stadt, Lubny, brachten.

  • Versucht das IKRK ein Büro in Russland zu eröffnen, um evakuierte Ukrainerinnen und Ukrainer zu identifizieren?

    Das IKRK will kein Büro in Südrussland eröffnen, um Ukrainerinnen und Ukrainer dorthin zu bringen oder „herauszufiltern“, wie viele Berichte behaupten. Diese Berichte entsprechen nicht den Tatsachen und könnten großen Schaden für das IKRK und seine Mitarbeitenden bedeuten.

    Das IKRK hat seine Hilfsmaßnahmen weiter ausgebaut, indem zusätzliche Teams sowohl in die Ukraine als auch in die Nachbarländer, wie Ungarn, die Republik Moldau, Polen, Rumänien und Russland, entsandt wurden, um die Einsätze des IKRK zu unterstützen und wirksam und ortsnah auf den humanitären Bedarf reagieren zu können. Als Teil dieses regionalen Ausbaus der Aktivitäten ist auch im Gespräch, ein Büro in Rostov in Südrussland zu eröffnen, wo es derzeit noch kein Büro des IKRK gibt.

  • Welche Rolle nimmt das DRK in der Ukraine-Krise innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ein?

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, dem größten humanitären Netzwerk der Welt mit 17 Millionen Freiwilligen. Die Bewegung setzt sich zusammen aus 192 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC). 

    In Krisensituationen unterstützt das DRK gemäß dem Grundsatz der Universalität seine Schwestergesellschaften bedarfsorientiert auf neutrale und unparteiische Weise. Derzeit leisten wir humanitäre Hilfe in Unterstützung unserer Schwestergesellschaften in der Ukraine, in Polen und der Republik Moldau sowie der IFRC und des IKRK. Diese Unterstützung erfolgt in Reaktion auf konkrete Anfragen aus der Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten des DRK.

    Gemäß der Genfer Konventionen hat das IKRK ein spezifisches Mandat zur Leistung von humanitärer Hilfe und zum Schutz ziviler Personen und Kriegsgefangener in bewaffneten Konflikten und daher auch besondere Rechte, mit allen Parteien eines bewaffneten Konflikts in einen humanitären Dialog zu treten. 

  • Wie bewertet das DRK sogenannte humanitäre Korridore?

    Das Rote Kreuz begrüßt jede Initiative, die dem Schutz der Zivilbevölkerung dient und ihr eine Pause von der Gewalt verschafft. Sogenannte humanitäre Korridore müssen von den Konfliktparteien jedoch gut geplant und auch sicher umgesetzt werden. Nach dem humanitären Völkerrecht sind Konfliktparteien verpflichtet, Menschen, die umkämpfte Gebiete freiwillig verlassen wollen, eine sichere Evakuierung zu ermöglichen.

    Was auch immer die Konfliktparteien zur Evakuierung von Menschen aus umkämpften Gebieten vereinbaren, das humanitäre Völkerrecht muss grundsätzlich fortgelten: Die Kriegsparteien müssen weiterhin die Zivilbevölkerung sowie Kriegsgefangene und die zivile Infrastruktur schützen, um Trinkwasser, Energie- und Nahrungsmittelversorgung zu gewährleisten. Humanitärer Zugang für neutrale und unparteiisch handelnde Hilfsorganisationen wie das Ukrainische Rotes Kreuz und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz muss ermöglicht werden. Das bedeutet, dass diejenigen, die bleiben wollen oder schwer evakuiert werden können – wie etwa ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen – von Angriffen unbedingt verschont bleiben müssen. Außerdem müssen auch alle Zivilisten außerhalb sogenannter humanitärer Korridore weiterhin geschützt werden.

  • Wieso darf nicht jeder, der helfen will, das Rote Kreuz als Zeichen beispielsweise für einen Hilfstransport nutzen?

    Das DRK ist ebenso wie die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung alarmiert, dass private Helferinnen und Helfer ihre Transporte vermehrt mit dem Schutz- und Kennzeichen des Roten Kreuzes versehen. Das ist ein klarer Missbrauch des Rotkreuz-Zeichens, der scharf zu verurteilen ist. Die Verwendung des Roten Kreuzes, des Roten Halbmondes und des Roten Kristalls ist nach den Genfer Abkommen wie auch in deutschen Gesetzen streng reglementiert. Das Symbol darf in Kriegssituationen zu Identifikations- und Schutzzwecken nur von den Sanitätsdiensten und dem Seelsorgepersonal der Streitkräfte, von Krankenhäusern sowie von anerkannten neutralen und unparteiischen Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz verwendet werden und dient der Sicherheit der humanitären Helfer sowie dem Schutz der von ihnen versorgten betroffenen Zivilbevölkerung.

     

     

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