Projektreise in Syrien

Ludwig Trepte: Im Einsatz für Menschlichkeit

Der mehrfach ausgezeichnete Schauspieler Ludwig Trepte engagiert sich für das Deutsche Rote Kreuz und macht dabei vor allem auf das humanitäre Völkerrecht aufmerksam.

In seinen Rollen beschäftigt sich Ludwig Trepte immer wieder mit menschlichen Schicksalen. Auch deshalb ist es ihm ein tiefes Bedürfnis, die Menschlichkeit im realen Leben zu fördern. „Und das Deutsche Rote Kreuz mit seinen vielfältigen Aufgaben und Hilfsangeboten steht für mich für die Menschlichkeit“, sagt Ludwig Trepte über sein Engagement für das Deutsche Rote Kreuz.

Besuch von Hilfsprojekten in Syrien

2020, als die Syrienkrise in das zehnte Jahr geht, besuchte Ludwig Trepte, gemeinsam mit Vertretern des DRK und Syrischen Arabischen Roten Halbmondes, verschiedene humanitäre Projekte in Damaskus und Homs. Die Not der Menschen in Syrien ist unvermindert groß und die Hilfe des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes nach wie vor umfassend - von der akuten Soforthilfe über die Grundversorgung bis hin zu Wiederaufbau-Hilfen.

"Keiner kann sagen, wie die Corona-Pandemie sich weiterentwickelt. Für die Helferinnen und Helfer heißt das, unter noch erschwerteren Bedingungen humanitäre Hilfe zu leisten."

Im Interview schildert Ludwig Trepte seine Eindrücke von der Situation in Syrien.

Wie hast du als DRK-Botschafter die Hilfe des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds vor Ort erlebt?

Aufopfernd, fürsorglich, mitfühlend, herzlich und vor allem selbstlos. Ich durfte erfahren und sehen, wie Menschen anderen Menschen in Not helfen und dabei oft ihr eigenes Leben riskieren.

Die Reise führte euch über Damaskus auch nach Homs. Wie hast du die Situation dort wahrgenommen?

Als wir in Homs ankamen und die Stadt auf dem Weg zum Büro des Syrischen Arabischen Roten Halbmonds dort durchquerten, wirkte sie voller Energie, jung und auch modern auf mich. Homs ist eine schöne Stadt mit viel Kultur, aber hinter der Fassade birgt sie auch eine oft traurige Schönheit. Wir fuhren durch Gebiete, die flächendeckend vom Krieg zerstört sind, und man bekommt ein Gefühl dafür, wie eingekesselt die Bevölkerung dieser Gegenden gewesen sein muss, während ihre Heimat bombardiert wurde und Familienangehörige und Freunde starben. Das löste in mir tiefe Bestürzung aus.

Wie sieht die Hilfe des Syrischen Arabischen Roten Halbmondes, kurz SARC, für die Menschen vor Ort konkret aus?

SARC und die freiwilligen Helferinnen und Helfer versuchen, den notleidenden Menschen zum Beispiel in Homs durch unterschiedliche Programme zu helfen, zurück in ein normales Leben zu finden. Und das ist eine sehr große Herausforderung. Viele Menschen dort sind arm, die Wirtschaft am Ende. Viele haben keine Arbeit, keine der wesentlichen Dokumente, sind krank oder kriegsverletzt und traumatisiert. Die Bevölkerung zieht nun teilweise langsam wieder zurück, es fehlt aber vieles, wie beispielsweise Elektrizität und Gas. Auch die medizinische Versorgung ist nicht immer zugänglich, Schulen sind geschlossen. SARC unterstützt die Menschen bei all diesen Herausforderungen.

So betreibt SARC einen Suchdienst für Vermisste, unterhält mobile Kliniken und Einrichtungen für Physiotherapie, hilft insbesondere Frauen und Kindern. Zum Wiederaufbau der Infrastruktur werden beispielsweise Windmühlen auf Dächern finanziert, damit Stadtteile wieder Strom haben, und zerstörte Häuser werden zumindest bezüglich des Nötigsten repariert. SARC bietet auch Schreiner- oder Nähkurse an, damit die Menschen leichter Arbeit finden und für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Was hat dich am meisten beeindruckt?

Die Menschlichkeit sowohl von Seiten der Zivilbevölkerung als auch von DRK und SARC. Auch die Achtung und Dankbarkeit der Bevölkerung gegenüber dem Roten Kreuz und Roten Halbmond hat mich sehr bewegt.

Engagement für humanitäres Völkerrecht

Vor der Kamera stand der Schauspieler auch mit einem Appell für das humanitäre Völkerrecht. Ludwig Trepte möchte so auf die Bedeutung dieses wichtigen internationalen Rechts aufmerksam machen und wirbt für dessen Einhaltung.

Zum Schutz der Menschlichkeit

Das humanitäre Völkerrecht ist ein für Situationen bewaffneter Konflikte geschaffenes Sonderrecht. Als solches schützt es insbesondere Menschen, die nicht oder nicht mehr an Kampfhandlungen teilnehmen und legt den kriegsführenden Parteien Beschränkungen hinsichtlich der Art und Weise der Kriegsführung auf.

Im Logistikzentrum des DRK am Flughafen Schönefeld wurde für die Dreharbeiten das passende Setting eingerichtet. Als Kulisse diente ein Ausstellungszelt zur Kampagne „Healthcare in Danger“ des Internationalen Komittees vom Roten Kreuz (IKRK) zum humanitären Völkerrecht.

Humanitäres Völkerrecht als Grundlage

„Wir alle können tagtäglich in den Nachrichten erfahren, welch endloses Leid durch Kriege verursacht wird. Das humanitäre Völkerrecht kann Kriege zwar nicht verhindern, aber mit seinen Regeln dazu beitragen, ihre schlimmsten Folgen zu vermeiden“, sagt Ludwig Trepte. Mit seinem Engagement möchte Ludwig Trepte darauf aufmerksam machen, dass das humanitäre Völkerrecht die unverzichtbare Grundlage ist, um notleidenden Menschen überall auf der Welt helfen zu können.


Über Ludwig Trepte

Seit seinem zwölften Lebensjahr steht Ludwig Trepte vor der Kamera. Seither wirkte er in zahlreichen Film- und TV-Produktionen mit, wie z. B. „Guten Morgen, Herr Grothe" (2008) und „Ihr könnt euch niemals sicher sein“ (2009), für die er u. a. mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Für seine Rolle als Viktor Goldstein erhielt Ludwig Trepte in „Unsere Mütter, unsere Väter“ international große Beachtung. Neben dem Deutschen und dem Bayerischen Fernsehpreis (2013) wurde der Film 2014 mit dem EMMY Award ausgezeichnet. Es folgten mehrere TV- und Kinoprojekte, z.B. "Deutschland 86" (2017), „4 Blocks“ (2019), „Die neue Zeit“ (2019) und "Unsere wunderbaren Jahre" (2020). Demnächst ist Ludwig in der Kinoverfilmung von „Lauras Stern“ zu sehen.

zum Anfang