Somalier und Rotkreuzhelfer an der Wasserstelle
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Somalia: Projekte und Nothilfe

Die Menschen in Somalia müssen mit einer Reihe von Herausforderungen umgehen: Armut, politische Instabilität und fehlende Infrastruktur, Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels sind für sie zehrender Alltag. Seit rund 25 Jahren engagiert sich das Deutsche Rote Kreuz im Land und arbeitet in unterschiedlichen Bereichen vertrauensvoll mit dem Somalischen Roten Halbmond zusammen.


Armut und Klimawandel

Laut Schätzungen der Weltbank (2016) lebt jeder zweite Somali in Armut, mit weniger als 1,90 Dollar am Tag. Politische Instabilität, bewaffnete Konflikte, fehlende Infrastruktur sowie immer häufiger auftretende Wetterextreme haben die Situation der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten deutlich verschärft. Schwere Dürreperioden in den vergangenen drei Jahren haben landwirtschaftliche Nutzflächen wie Äcker und Weideland vertrocknen und Nutzvieh verenden lassen. Dies hatte gravierende Folgen für die Bevölkerung. Derzeit leiden 4,6 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit, geschätzte 1,2 Millionen Kinder sind mangelernährt – davon sind knapp 954.000 Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt.

Ein Choleraausbruch im Frühjahr/Sommer 2017 hat der geschwächten Bevölkerung darüber hinaus zugesetzt und das ohnehin unzureichende Gesundheitsversorgungssystem überfordert. Gesundheitsindikatoren für Somalia mit einer hohen Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren – 137 von 1.000 Kindern sterben – und der höchsten Müttersterblichkeit in der Region bestätigen die schlechte Situation. Insgesamt benötigen 5,7 Millionen Menschen, vor allem Kinder, Zugang zu medizinischer Versorgung.

 


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Nothilfe: Leben schützen und Leid lindern

Mit Ihren Spenden für Somalia helfen Sie der Bevölkerung zu einer sicheren Lebensgrundlage

Immer wieder ist das DRK in Somalia im Einsatz, um Notlagen zu lindern. Gemeinsam mit dem Somalischen Roten Halbmond entwickeln wir je nach Situation passende Hilfsmaßnahmen, damit der Bevölkerung sofort Hilfe zukommen kann. So haben wir den Somalischen Roten Halbmond bei seiner Nothilfe im Zuge der starken Dürre 2016 und 2017 unterstützt, um eine Hungersnot zu verhindern. Wir haben zum Beispiel Wassersammelbecken aufgefüllt und ernährungsunterstützende Maßnahmen eingeleitet. In mobilen Gesundheitsstationen fuhren Teams aus Ärzten und Krankenschwestern in entlegene dürregezeichnete Gemeinden und behandelten die Menschen, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Weil die von der Dürre betroffenen Familien selbst am besten wissen, was sie dringend brauchen, haben wir Bargeldhilfen verteilt. Das Bargeld stärkt neben ihrer Selbstbestimmung auch die lokale Wirtschaft.

Auch während der verheerenden Hungersnot 2011 haben wir uns engagiert und zum Beispiel Not-Ernährungszentren eingerichtet.

Resilienz: Stark für kommende Krisen

Ziel all unserer Maßnahmen ist es, die Widerstandsfähigkeit der Somalierinnen und Somalier so zu stärken, dass sich Krisen in Zukunft weniger gravierend für sie auswirken. Damit unsere Projekte nachhaltig wirken, setzen wir sie mit intensiver Beteiligung der Bevölkerung sowie enger Zusammenarbeit mit Gemeindeorganisationen und Behörden um. In all unsere Projekte fließt ehrenamtliches Engagement aus den Gemeinden mit ein. Freiwilliges Engagement ist einer der Grundsätze der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. 

Katastrophenvorsorge und Klimaanpassung

Klimaschutz und Hilfe für Somalia DRK / Malte Landgraff

Weil Überschwemmungen und intensive Dürreperioden als Folgen des Klimawandels Somalia immer häufiger treffen, unterstützen wir den Somalischen Roten Halbmond dabei, die Bevölkerung dafür zu wappnen. So helfen wir beim Aufbau einer langfristigen, gemeindebasierten Katastrophenvorsorge.

Für schnelle Hilfe im Ernstfall gründen wir zum Beispiel lokale und regionale Einsatzteams und bilden sie aus. In Risiko- und Kapazitätsanalysen werden in den Gemeinden Naturgefahren und Katastrophenrisiken, wie beispielsweise ungesicherte Wasserstellen, wetteranfällige Einkommensquellen sowie lokale Selbsthilfekapazitäten (katastrophensichere Gebäude, Personen mit Erste-Hilfe-Kenntnissen etc.) identifiziert. Aus diesen Analysen werden in einem weiteren Schritt konkrete Maßnahmen entwickelt, die das Ausmaß künftiger Katastrophen verringern sollen. Solche Maßnahmen können die Bepflanzung von Flächen – um die Bodenerosion zu verringern –, das Errichten von Schutzwällen auf Feldern oder die Befestigung von wichtiger Infrastruktur sein.

Um die Gemeindemitglieder in die Vorbereitung auf Katastrophenfälle mit einzubeziehen, koordinieren die Einsatzteams die Aktivitäten in den Gemeinden und führen Simulationsübungen durch, damit im Notfall jeder weiß, was zu tun ist. Die Teams setzen darüber hinaus nicht nur Aufklärungskampagnen rund um das Thema Klimawandel um, sondern setzen sich dafür ein, dass die Folgen des Klimawandels stärker in übergeordneten Strategien, Plänen und Programmen berücksichtigt werden.

Wasser und Hygiene: Gesundheit schützen und fördern

Eine angemessene Wasser- und Hygienesituation kommt der Ernährung und der Gesundheit zugute. Um sie zu verbessern, baut und saniert das DRK in den Gemeinden Somalias Brunnen und große Wassersammelbecken – traditionelle Berkads. Wasserkomitees mit geschulten Dorfbewohnern sorgen dafür, dass diese Einrichtungen langfristig instand gehalten werden.

Über den Ausbau der Infrastruktur hinaus führen wir Trainings rund um das Thema Gesundheit und Hygiene durch, um ein verbessertes Hygieneverhalten zu fördern. Denn durch die Anwendung einfacher Hygieneregeln und die Nutzung sauberen Wassers lassen sich Infektionskrankheiten besser vorbeugen und die Gesundheit der Menschen verbessern. Ergänzend dazu verteilen wir Wasseraufbereitungstabletten, Wasserfilter und Hygieneartikel.

Ernährungs- und Existenzsicherung: Für mehr Unabhängigkeit

Foto: Ein somalisches Baby mit Flasche auf dem Schoß einer Angehörigen

Für einen großen Teil der Menschen in Somalia ist die Nutztierhaltung neben der Landwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle. Wie landwirtschaftlicher Anbau sind auch Nutztiere anfällig für die Folgen von Wetterextremen, so dass unzählige Existenzen den Klimarisiken unterworfen sind. Im Falle einer Katastrophe verlieren die Betroffenen schnell ihr gesamtes Hab und Gut. Darüber hinaus sind viele junge Menschen, die in Somalia einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen, ohne ausreichende Bildung aufgewachsen, sodass ihnen Perspektiven fehlen, um ein von externer Hilfe unabhängiges Leben zu führen.

Um die Lebensgrundlagen der Menschen zu stabilisieren, unterstützen wir sie, Einkommensalternativen zu entwickeln. Je nach Region können das zum Beispiel die Fischerei, die Imkerei oder das Führen kleiner Geschäfte sein. So sind die Menschen weniger abhängig von einer Einkommensquelle und können ihre Existenz besser sichern. Kleinbauern nehmen an Schulungen teil, um neue landwirtschaftliche Techniken und Anbaumethoden zu erlernen. Von uns bereitgestelltes Werkzeug und neue Bewässerungssysteme sind ihnen bei ihrer Arbeit eine große Hilfe.

Die Verbesserung der Lebensgrundlagen von vulnerablen Haushalten gehört zu den Zielen des Deutschen Roten Kreuzes.

 


Hilfe konkret: Helfer und Betroffene berichten aus Somalia

Videobeiträge

  • Bargeldhilfen für etwas Reis und Nudeln

  • Dürre: Nothilfe in Somalia

  • Folgen der Dürre

  • Bargeldhilfen gegen den Hunger

  • Mobile Gesundheitsstationen

Blogbeiträge

  • Wenn das Krankenhaus zu weit weg ist

    Foto: Somalische Mutter mit Baby im Arm

    80 Kilometer sind es von Synabs Dorf bis zur nächsten medizinischen Einrichtung. Die junge Mutter ist deshalb erleichtert, dass ihre Kinder Hilfe in der mobilen Gesundheitsstation des Roten Kreuzes erhalten. Vor allem für ihren Sohn Caydaruus ist das wichtig – er ist unterernährt.

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  • Nothilfe: Besuch bei Hannas Familie

    Foto: Rothalbmond-Transporter und Helfer in Somalia

    Frühstück und einen Abendsnack, mehr kann Hannas Mutter ihren vier Kindern nicht geben, als DRK-Mitarbeiterin Mareike Tobiassen die Familie besucht. Weil in der mobilen DRK-Klinik festgestellt wurde, dass Hannah unterernährt ist, erhält die Familie finanzielle Hilfe.

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  • „Ich empfinde Hochachtung für diese Menschen“

    Foto: eine somalische Frau mit ihren Kindern vor ihrer Hütte

    „In den fünf Tagen […] sehe ich gerade mal zwei kleine Felder, wo ein wenig Mais wächst“, erinnert sich Lucy Schweingruber an ihre Dienstreise nach Somalia. Im DRK-Blog beschreibt sie eindrücklich, mit wie viel Würde und Stärke die Menschen dort ihr Schicksal bewältigen.

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  • Zwei Mahlzeiten pro Tag – dank Bargeldhilfe

    Foto: Somalierin im Gespräch mit Rothalbmondhelfer

    Welche weitreichenden Folgen fehlender Regen haben kann, davon kann die 40-jährige Amina zur Genüge berichten. Die achtfache Mutter lebt in einer dürregeplagten Region im Norden Somalias. Wie viele ihrer Nachbarn und Landsleute ist Amina auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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  • Sechs Stunden laufen bis zur Wasserstelle

    Foto: Gruppe bunt gekleideter Frauen in Somalia

    Eigentlich sind die Regionen westlich von Hargeisa fruchtbar. Die Dürre jedoch hat viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen – wie Abdilahi Doole und seine Familie, sie mussten hundert Kilometer weiter in den Westen ziehen. Doch auch hier ist es nicht viel besser.

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  • Kuh gerettet, Mais gesät – Isaaks und Garens Geschichte

    Foto: Portrait einer Somalierin

    Garen Ismail ist Mutter von sechs Söhnen. Dank der flexiblen Bargeldhilfen des Roten Kreuzes kann sie wieder Nahrung und Wasser für ihre Familie kaufen. Sie sagt: „Was für ein Glück. Einen Tag bevor wir die Kuh verkaufen wollten, bekamen wir das Geld. Es ist wie ein Neuanfang!“

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Aktuelle Hilfsprojekte in Somalia

Erfahren Sie mehr zu unseren laufenden Projekten in Somalia.

  • Foto: Rothalbmondfreiwillige in Somalia vor einigen Frauen mit Kind

    Somalia: Ländliche Gemeinden stärken

    Somalia ist deutlich vom Klimawandel betroffen. Immer wieder bedrohen zum Beispiel Dürren die Menschen und ihre Lebensgrundlagen. Mit dem Ziel, ihre Widerstandskraft zu verbessern, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz die Bewohner von 12 ländlichen Gemeinden.

  • Foto: Somalische Mutter mit Kleinkind auf der Hüfte

    Somalia: Die Folgen von Dürre und Sturm bewältigen

    Nachdem eine schwere Dürre in den Jahren 2016 und 17 die Lebensgrundlagen der Menschen in Somaliland vernichtete, hat im Mai 2018 Zyklon „Sagar“ Zerstörung über die Region gebracht. Schwerer Regen und Überschwemmungen forderten Leben, Häuser und Existenzgrundlagen. Um die Folgen der Wetterextreme besser zu überwinden, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz die betroffene Bevölkerung.

Unterstützung des Somalischen Roten Halbmonds (SRCS) bei der Entwicklung einer Resilienz-Strategie gekoppelt mit einer umfassenden Strukturstärkung des SRCS

Region: Somaliland
Projektvolumen: 506.978 Euro
Dauer: Januar 2018 bis Dezember 2020
Finanzierung: BMZ – Sozialstrukturhilfe
Partner: Somalischer Roter Halbmond

Abgeschlossene Projekte

In der Vergangenheit haben wir verschiedene Hilfsprojekte in Somalia durchgeführt. Erfahren Sie hier mehr über einige der abgeschlossenen Projekte. 

  • Foto: Rothalbmondarzt überreicht Mutter mit Tochter ein Medikament

    Somalia: Gesundheitshilfe in Dürregebieten

    Die Folgen der Dürre in Somalia sind weiterhin deutlich zu spüren. 6,2 Millionen Menschen sind angewiesen auf humanitäre Hilfe und ein Choleraausbruch 2017 hat die geschwächten Menschen zusätzlich vor Probleme gestellt. Das DRK unterstützt die Betroffenen mit Gesundheitsdienstleistungen und Bargeldhilfen.

  • Somalier und Rotkreuzhelfer an der Wasserstelle

    Somalia: Akute Nothilfe in der Dürre

    Die Trockenheit in Somaliland ist mittlerweile so schlimm, dass der Zugang zu sicherem Wasser immer schwieriger wird und ein Großteil der Viehherden verendet ist. Das DRK leistet akute Nothilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Hygiene und Ernährungssicherung.

  • Rotkreuzheifer mit Kind

    Somalia: Bargeldhilfen gegen Hunger

    Verendetes Nutzvieh, ausgedorrtes Weideland und trockene Äcker: Nach einer schwere Dürre in Somalia leiden 6,2 Millionen Menschen unter Ernährungsunsicherheit, mehr als 338.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt. Das DRK leistet Nothilfe mit Bargeldzahlungen, sodass die Betroffenen sich Nahrungsmittel leisten können.

  • Tanzende junge Menschen in Somalialand

    Somalia: Berufsperspektiven für junge Menschen

    Die Arbeits- und Perspektivlosigkeit der Menschen in Somaliland stellt nicht nur ein großes Problem für sie selbst dar, sondern hemmt auch die Entwicklung der Gesellschaft. Das DRK unterstützt den Somalischen Roten Halbmond dabei, bessere Perspektiven für junge Menschen zu schaffen.

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    Somalia: Gesundheit für Mütter und Kinder

    Noch immer sterben in Somalia viele Menschen an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten wie Durchfall. In dem ostafrikanischen Land haben nur 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Hilfe. Deshalb unterstützt das DRK vier Kliniken des Somalischen Roten Halbmonds in Somaliland und sichert damit die medizinische Grundversorgung von rund 32.000 Menschen.

  • Junge Männer in Somalia

    Somalia: Gestärkt im Umgang mit Risiken und Folgen des Klimawandels

    Überschwemmungen und Dürreperioden treffen Somalia immer häufiger. Das extreme Wetter und andere Faktoren bedrohen die Lebensgrundlage der Bevölkerung. Das DRK unterstützt den Somalischen Roten Halbmond (SRCS), die Bevölkerung gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen.

  • Somalia: Investitionen in die Zukunft

    30 Jahre politische Instabilität und fehlende Infrastruktur haben Somalia gezeichnet. Hinzu kommen Naturgefahren und Katastrophen, die natürliche Ressourcen gefährden. Das DRK unterstützt verwundbare Gemeinden dabei, sich vor Naturgefahren zu schützen.

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    Somalia: Resilient im Klimawandel

    Die Region Somaliland ist wie viele andere Regionen dramatisch vom Klimawandel betroffen: Dürren oder Überflutungen werden immer häufiger und stärker. Das DRK setzt auf die Beteiligung der Bevölkerung, damit die Menschen widerstandsfähiger werden.

  • Landschaft mit von Dürre betroffenen Somaliern

    Somalia: Sicherung der Lebensgrundlagen

    Akute Dürre bedroht die Lebensgrundlage in Somaliland. Das DRK leistet akute Nothilfe, denn ein Großteil der Viehherden ist nach fehlendem Regen verendet.


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