Somalier und Rotkreuzhelfer an der Wasserstelle
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Somalia: Nothilfe-Projekte in Somalia unterstützen

30 Jahre politische Instabilität, mangelnde Handlungsfähigkeit von Institutionen, fehlende Infrastruktur, Naturkatastrophen und Klimaveränderungen haben das Bild von Somalia gezeichnet.
Sie haben dafür gesorgt, dass ein Großteil der Bevölkerung dauerhaft in Armut lebt.

Durch die schwere Dürre sind trockene Äcker, ausgedorrtes Weideland und verendetes Nutzvieh allgegenwärtig. Aktuell leiden 6,2 Millionen Menschen in Somalia unter Ernährungsunsicherheit, mehr als 338.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt.

Das DRK unterstützt die Bevölkerung deshalb in vielen wichtigen Bereichen - u. a. Hilfe in der Dürre oder Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Mit Ihrer Spende für Somalia können Sie die verschiedenen Projekte unterstützen und den Menschen vor Ort helfen.

 


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Ihre Spende hilft!

Mit 20 € helfen Sie einer Familie einen Wasserfilter zu besorgen.

Akute Nothilfe in der Dürre

Obwohl nach über zwei Jahren der anhaltenden Dürre einzelne Regenfälle eingesetzt haben, sind die Folgen der schweren Dürre in Somalia weiterhin deutlich zu spüren. Insgesamt 6,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen und ein Choleraausbruch im Frühjahr/Sommer 2017 hat die geschwächten Männer, Frauen und Kinder zusätzlich vor Probleme gestellt. Das DRK unterstützt die Betroffenen mit vielseitigen Hilfsprojekten vor Ort.

Sicherung der Lebensgrundlagen

Nach ausgebliebenen Regenfällen ist die Lebensgrundlage in Somaliland durch akute Dürre bedroht. Klimawandel und politische Instabilität sind große Herausforderungen für die Bevölkerung.

Der ohnehin schon schlechte Zugang zu Wasser wird schwieriger und ein Großteil der Viehherden ist verendet.
Das DRK leistet zusammen mit dem Finnischen Roten Kreuz akute Nothilfe und unterstützt den Somalischen Roten Halbmond darin, in den Bereichen Wasser, Hygiene, Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung zu helfen.

Das seit mehr als 25 Jahren unabhängige Somaliland gehört zu den stabilsten Regionen am Horn von Afrika. Dennoch leiden die Menschen unter Lebensmittelunsicherheit, schlechter Gesundheitsversorgung und der Abhängigkeit von der Viehhaltung, der oftmals einzigen Einkommensquelle.

Mit Ihren Spenden für Somalia helfen Sie der Bevölkerung zu einer sicheren Lebensgrundlage

Laut Schätzungen der UNDP (United Nations Development Programme) leben etwa 82 Prozent der Menschen in Somalia in Armut.

Politische Instabilität, eine fehlende Infrastruktur sowie immer häufiger auftretende Dürren, Überschwemmungen und Stürme haben die schlechte Situation der Bevölkerung in den letzten drei Jahrzehnten deutlich verschärft.

Die u.a. durch das Klimaphänomen „El Niño“ hervorgerufene, andauernde Trockenheit zwingt die Menschen immer weiterzuziehen, um Nahrung und Wasser für sich und ihre Herden zu finden. Gebietsweise bleiben nur alte Menschen und Kinder zurück.

Auch Ernteausfälle sind weit verbreitet, weshalb die Menschen weder ihre Tiere versorgen noch sich selbst ausreichend ernähren können.

Daneben ist insbesondere der Zugang zu sauberem Trinkwasser enorm eingeschränkt. Durch steigende Lebensmittelkosten und gleichzeitig fallende Preise für Vieh verschärft sich die Lage weiter. So ist der Preis für 200 Liter Wasser (ein Fass) von 4,50 Euro auf 67 Euro gestiegen. Die Menschen vor Ort legen häufig rund 50 km zurück, um eine Wasserstelle zu erreichen. Häufig treten Krankheiten wie Lungenentzündung, Hautkrankheiten, Diarrhöe, Typhus und akute Unterernährung auf. Besonders betroffen sind hiervon Kinder.

Spenden für Wasserversorgung

Wasser bildet für die Menschen eine elementare Lebensgrundlage, sei es als Trink- und Nutzwasser oder in der Landwirtschaft und Viehzucht. Deshalb baut und saniert das DRK große Trinkwassersammelbecken (Berkads) und Brunnen in den Gemeinden. Vorhandene Wasserkomitees sorgen außerdem dafür, dass diese langfristig in Stand gehalten werden.

Auch die Vegetation in den Gemeinden ist in einem schlechten Zustand, obwohl eine vielfältigere Bepflanzung das Ausmaß von Überschwemmungen verringern, Schäden vorbeugen und Erosion verhindern könnte. Um die Vegetation zu verbessern, ruft das DRK in den Gemeinden Baumschulen für die Wiederaufforstung und die Baumbepflanzung an Schulen ins Leben. Ein Teil der Setzlinge wird verkauft, sodass in den Gemeinden neue Einnahmequellen entstehen. So leistet das DRK nicht nur einen Beitrag zur Wiederaufforstung, sondern trägt auch zur Verbesserung der Ernährungslage in den Gemeinden bei.

Durch Ihre Hilfe und Spende für Somalia kann Trink- und Nutzwasser sichergestellt werden

Der Somalische Rote Halbmond ist in den Bereichen Wasser, Hygiene, Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung auf weitere Unterstützung durch Ihre Spenden angewiesen. Die von der Dürre betroffenen Gebiete haben sich weiter ausgedehnt. Die Bevölkerung leidet unter Wasserknappheit,

Lebensmittelunsicherheit und schlechter Gesundheitsversorgung. Ihre Viehherden sind oftmals die einzige Einkommensquelle. Rund 80% des gesamten Viehbestandes ist bereits verendet.

Zusätzlich besteht die Gefahr einer verkürzten Regenzeit, die die Menschen vor weitere Probleme stellt. Dadurch würde es nicht reichen, die Felder ertragreich zu bewirtschaften.
In diesem Falle würde das halb herangewachsene Korn nur als Futtermittel für Tiere reichen, nicht aber zur Versorgung der Bevölkerung.

Soforthilfe und langfristige Unterstützung

Um sowohl Soforthilfe als auch einen Beitrag zur Abdeckung mittel- und langfristiger Bedürfnisse zu leisten, verfolgt das Projekt zwei verschiedene Ansätze. In der Nothilfe werden die betroffenen Gemeinden mit Wasser beliefert um sogenannte „Berkads“ (Wasserbecken) wiederaufzufüllen, eine Basisgesundheitsversorgung wird sichergestellt und ernährungsunterstützende Maßnahmen eingeleitet. Während der längerfristigen Wiederaufbauphase hingegen werden alte Wasserbecken und Dämme erneuert sowie weitere erbaut und der landwirtschaftliche Sektor unterstützt.

Langfrsitige Hilfe ist das Ziel der DRK Unterstützungen in Somalia

Die Maßnahmen zur Sicherung der Lebensgrundlagen unterteilen sich in drei Bereiche. Im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene finden neben Wasserlieferungen auch Verteilungen von Wasserfiltern und Trainings im Hygienebereich statt.

Durch die Anwendung einfacher Hygieneregeln und die Nutzung sauberen Wassers lassen sich Infektionskrankheiten besser vorbeugen. Deshalb führen wir Schulungen rund um die Verwendung von Hygiene- und Wasseraufbereitungsartikeln durch und verteilen Wasseraufbereitungstabletten und Hygieneartikel, mit denen wir etwa 24.000 Personen erreichen.

Um die Ernährung zu sichern werden Geldleistungen für Tierfutter für 450 besonders gefährdete Haushalte vergeben. Insgesamt 720 Haushalte mit landwirtschaftlichen Flächen erhalten Unterstützung in der Feldarbeit durch zur Verfügung gestellte Traktoren.

lebensmittelhilfe für notleidende Kinder und Familien

Durch die Dürre sind die Preise für Nahrungsmittel gestiegen. Viele Familien haben Schwierigkeiten ihre Ernährung sicher zu stellen. In unserem Projekt unterstützen wir deshalb 3.235 Haushalte – 19.410 Personen – mit Bargeldzahlungen.

Drei Monate lang erhalten sie monatlich bis zu 90 US-Dollar (rund 76 Euro), um sich lebensnotwendige Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente oder Tierfutter kaufen zu können und die schwierigste Zeit zu überstehen. Dabei berücksichtigen wir vor allem Familien mit unterernährten Kindern, Haushalte mit überwiegend älteren Menschen, mit psychisch oder körperlich beeinträchtigen Personen oder allein von Frauen geführte Haushalte.

Das Projekt führt eine abgeschlossene Nothilfemaßnahme des Deutschen Roten Kreuzes fort, in dessen Rahmen insgesamt 2.050 Haushalte – 12.300 Personen – in der Region Wogooyi Galbeed südöstlich von Hargeisa Bargeldhilfen erhalten haben.

In unserem DRK-Blogbeitrag zwei Mahlzeiten pro Tag – dank Bargeldhilfe stellen wir eine Projektteilnehmerin vor und berichten über ihre Erfahrungen.

Da auch der Zugang zur Gesundheitsversorgung für viele Menschen in der Region nur sehr schwer möglich ist, versorgen mobile Gesundheitsstationen die Bevölkerung, vor allem auch in abgelegen Gebieten, mit medizinischen Leistungen und Medikamenten. Von den Gesundheitsleistungen profitieren etwa 46.000 Menschen im Laufe des Projekts.

 


Gesundheit für Mütter und Kinder

Noch immer sterben in Somalia viele Menschen - besonders Frauen und Kinder - an vermeidbaren und behandelbaren Krankheiten wie Durchfall. In dem ostafrikanischen Land haben nur 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Hilfe. Deshalb unterstützt das DRK vier Kliniken des Somalischen Roten Halbmonds in Somaliland und sichert damit die medizinische Grundversorgung von rund 32.000 Menschen.

Lebensgefahr durch Schwangerschaft und vermeidbare Krankheiten

DRK Spende Somalia SALTBONES, Olav A./Norwegian Red Cross

Tagtäglich kommen viele Menschen in die Kliniken, häufig Mütter mit ihren Kindern, auf der Suche nach adäquater Gesundheitsversorgung.
"Das Gesundheitswesen Somalias gehört zu den schlechtesten weltweit", sagt Dr. Robert Petzhold, der frühere Gesundheitsdelegierte für Somalia. "Von 1.000 Kindern sterben durchschnittlich 109 Säuglinge bei der Geburt und 225 Kinder bis zum fünften Lebensjahr."

Auch die Müttersterblichkeit ist dramatisch hoch: Mit 1.600 Todesfällen auf 100.000 Geburten ist das die drittgrößte Rate der Welt. Um den Menschen ihr Recht auf Gesundheit dennoch zu sichern, hat das DRK Gesundheitsstationen in Erigaabo, Yagori, Odweine und Dilla (Somaliland) mit aufgebaut.

Viele der Todesfälle sind auf vermeidbare Krankheiten zurückzuführen. Doch oft mangelt es an Geburtshelfern, einfachen Medikamenten und Gesundheitsstationen.

"Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen an Krankheiten wie Durchfall und Atemwegserkrankungen sterben", betont Dr. Robert Petzhold. Seine Aufgaben in der Anfangsphase des Projekts bestanden zum einen in der medizinischen Versorgung der Patienten und der Begleitung der Kliniken, zum anderen aber auch in der Schulung von lokalem Personal, das die medizinische Versorgung mittlerweile selbstständig übernommen hat.

Kleine Klinik mit großer Wirkung

Nothilfe in Somalia mit besserer Gesundheitsversorgung IFRC

Viele Kinder, die in die Klinik gebracht werden, sind stark mangelernährt und schwach. Ihnen wird oft "Plumpy Nut" verordnet.
Plumpy Nut ist eine therapeutische Fertignahrung, die speziell entwickelt wurde um Mangelernährung zu bekämpfen.

Die Kinder werden dadurch mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt und können so schnell wieder gesund werden. Regelmäßige Nachuntersuchungen in der Klinik sichern, dass die Kinder auch tatsächlich wieder zu Kräften kommen.

"Zu den üblichen Krankheiten in den Gesundheitsstationen gehören Durchfallerkrankungen, Haut- und Augeninfektionen, aber auch Darmparasiten, sexuell übertragbare Krankheiten und Komplikationen durch weibliche Genitalbeschneidung. Viele Schwangere und stillende Mütter leiden zudem unter Blutarmut", so Petzhold.

Mit einfachen medizinischen Maßnahmen wie Vorsorgeuntersuchungen, Geburtshilfe und Impfungen kann das Klinikpersonal meist schnell helfen. Das Team einer Klinik besteht aus zwei Krankenschwestern und einer Hebamme. In 3 bis 5 Räumen, die auch ein kleines Labor umfassen, versorgen die Fachkräfte vor allem Mütter und Kinder. So betreuen sie Frauen vor und nach der Geburt und verfolgen die Entwicklung der Kinder in Bezug auf Wachstum und Impfungen. Neben der Mutter-Kind-Versorgung werden aber auch andere Patienten und Krankheiten behandelt.

Mobile Gesundheitsteams für eine bessere Versorgung

Gesundheitsdienste mit mobiler Klinik in den Gemeinden Somalias

Schon vor der Dürre war die Gesundheitsversorgung in Somalia nicht ausreichend. Die Dürrefolgen haben die Bevölkerung geschwächt und Cholera und Masern fordern das Gesundheitssystem zusätzlich heraus.
Inzwischen brauchen 5,5 Millionen Menschen in Somalia dringend medizinische Versorgung, mehr als 363.000 Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt.

Um die Versorgung der Bedürftigsten – vor allem der unterernähren Kinder – zu verbessern und die Cholera einzudämmen beziehungsweise vorzubeugen, führen wir gemeinsam mit dem Somalischen Roten Halbmond mobile Gesundheitsdienste ein.

Teams aus Ärzten und Krankenschwestern fahren in die Gemeinden und behandeln die Menschen, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben direkt in ihren Gemeinden. Rund 31.500 Personen sollen davon profitieren.

Der Somalische Rote Halbmond übernimmt die Projektführung

Von Anfang an wurde großer Wert darauf gelegt, dass der Somalische Rote Halbmond eine aktive Rolle bei der Führung der Kliniken spielt. Denn so wird nicht nur der Fortbestand des Projektes nachhaltig gesichert, sondern auch die Kompetenzen und Erfahrungen der Schwestergesellschaft weiter gestärkt. Zu Beginn begleitete das Deutsche Rote Kreuz dieses Projekt in administrativen und inhaltlichen Fragen sehr eng, mittlerweile haben sich die Strukturen vor Ort glücklicherweise so weit etabliert, dass eine solche Form der Unterstützung nicht mehr notwendig ist.

Zu Beginn des Jahres 2014 wurde diese begleitende und beratende Funktion an die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) übergeben, das Deutsche Rote Kreuz ist jedoch weiterhin an der Finanzierung der Krankenhäuser beteiligt. Da IFRC in Somaliland noch weitere Kliniken betreibt, bündelt das Deutsche Rote Kreuz mit dieser neuen Ausrichtung die Ressourcen innerhalb des weltweiten Netzwerks der Rotkreuz-/ Rothalbmondbewegung. Selbstverständlich werden den Menschen in Somaliland jedoch auch in Zukunft die gleichen Angebote zur Verfügung stehen, denn der Bedarf an medizinischer Unterstützung ist in Somaliland auch weiterhin enorm hoch.

 


Berufsperspektiven für die junge Bevölkerung

Hilfe in der Berufswelt

Etwa 70% der Einwohner Somalilands sind unter 30 Jahre alt und sind zudem ohne ausreichende Bildung aufgewachsen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) unterstützt den Somalischen Roten Halbmond (SRCS) und seine Freiwilligen dabei, bessere Zukunftsperspektiven für junge Menschen in Somaliland zu schaffen.

Die Existenzgrundlage vieler Menschen in Somalia hängt von einer einzigen Einkommensquelle ab. Das birgt ein hohes Risiko, da diese Quelle eventuell nicht ausreichend Ertrag abwirft oder ganz versiegen kann. Daher unterstützen wir junge Frauen und Männer in ihrer Berufsausbildung, um neue Einkommensquellen erschließen zu können. Sie werden beispielsweise im Tischlereigewerbe, der Elektroinstallation sowie im Maurer- und Schneiderhandwerk ausgebildet und beim Start in die Selbstständigkeit mit der notwendigen Ausrüstung ausgestattet.

Darüber hinaus erhalten Haushalte finanzielle Unterstützung, um sich mit Kleinunternehmen selbstständig machen zu können. 200 Bauern werden durch die Förderung neuer landwirtschaftlicher Techniken und Anbaumethoden unterstützt. Das Deutsche Rote Kreuz stattet ihre Farmen zum Beispiel mit Bewässerungssystemen aus und führt mit ihnen Schulungen zur Herstellung von Saatgut durch.

Freiwillige Helfer bei der Rotkreuz-/ Rothalbmondbewegung

Berufsperspektiven als Hilfe in Somalia

Im Vergleich zu anderen Regionen in Somalia sind die politischen Verhältnisse in Somaliland wesentlich stabiler. Dessen ungeachtet lebt aber eine Vielzahl der Einwohner in Armut.

Ein erhebliches Problem ist die weit verbreitete Arbeits- und Perspektivlosigkeit junger Menschen - sowohl für die Menschen selbst als auch für die Entwicklung der gesamten Gesellschaft in Somaliland. Mit langjähriger Unterstützung des DRK engagiert sich die Somalische Rothalbmondgesellschaft (SRCS) in der Jugend- und Freiwilligenarbeit.

Die organisatorische Stärkung des Freiwilligenmanagements im SRCS sowie die intensive Unterstützung von 5.000 Freiwilligen bilden das erste Ziel. Dabei soll die Verbundenheit der freiwilligen Helfer gefestigt werden, damit sich die Arbeit des SRCS noch stärker in der Gesellschaft verankert.

Alle jungen Helfer lernen bei der Rotkreuz-/ Rothalbmondbewegung zudem die notwendigen Grundlagen der Freiwilligenarbeit. Hierzu werden sie z.B. in Erster Hilfe, Gesundheitsvorsorge oder in Streitschlichtung ausgebildet. Einige Freiwillige werden außerdem in der Aufführung von improvisierten Theaterstücken geschult, um sich damit in der Öffentlichkeit besser Gehör für die Themen der Jugendlichen verschaffen zu können.

Förderung junger Menschen in Somaliland

Somalia - Spende hilft der Förderung eines jungen Menschen

Das zweite Standbein des Projekts in Somaliland ist die direkte Förderung junger Menschen. Interessierte Jugendliche erlernen daher in einer sechsmonatigen Ausbildungen das Schneider- und Maurerhandwerk, aber auch Hauswirtschafts-, Elektronik- oder Kosmetikberufe.

Um ihre Berufschancen zu erhöhen, können sie zusätzlich Alphabetisierungskurse, Bewerbungstrainings, Computerkurse oder Kurse in Firmengründung absolvieren.

Durch das Projekt erhalten die jungen Freiwilligen außerdem die Möglichkeit, Freizeitangebote, Jugendklubs und Sportplätze selbst zu gestalten.
Denn hier gilt: Nicht nur das Wissen, sondern auch der konstruktive Umgang miteinander ist wichtig. Mittelfristig werden davon bis zu 25.000 Jugendliche profitieren, indem sie beruflich und sozial neue Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung erhalten.

So oft wie möglich besucht der DRK-Koordinator in der Hauptstadt Hargeisa seine Kollegen in den regionalen Jugend- und Freiwilligenbüros. Neben den angebotenen Schulungen findet ein regelmäßiger Austausch statt, um die Arbeit weiterzuentwickeln und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Dabei wird stets darauf geachtet, dass die freiwilligen Helfer und Koordinatoren ihre Ziele und Aktivitäten - wie zum Beispiel Festivals - selbst in der Hand haben. Eigenverantwortlich zu planen und etwas zu bewirken, steigert das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit der Menschen auch langfristig.

 


Resilienz beim Klimawandel

Überschwemmungen und intensive Dürreperioden treffen Somalia, eines der ärmsten Länder der Welt, immer häufiger. Das extreme Wetter und andere externe Faktoren bedrohen die Lebensgrundlage der Menschen.

Um die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung nachhaltig zu stärken, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den Somalischen Roten Halbmond (SRCS), die Bevölkerung Somalilands gegen die Risiken und Folgen des Klimawandels zu wappnen.

Strukturen zur Selbstorganisation schaffen

Somalia: Hilfe beim Schutz gegen den Klimawandel DRK

Somalia ist wie viele andere Länder auch vom Klimawandel betroffen: Dürren, Sandstürme oder Überflutungen treten immer häufiger auf und intensivieren sich zunehmend.
Deshalb setzt das DRK auf die Beteiligung der Bevölkerung, Gemeindeorganisationen und Behörden, um die Menschen widerstandsfähiger gegenüber externen Einflüssen zu machen.

In einer Region wie Somaliland, in der mehr als die Hälfte der Haushalte unterernährt sind und die großflächige Versorgung mit Trinkwasser fehlt, wirken sich die Folgen von Naturereignissen besonders dramatisch aus.

In den zwölf besonders bedürftigen Gemeinden Somalilands, in denen etwa 50.000 Menschen leben, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz den SRCS beim Aufbau einer langfristigen, gemeindeorientierten Katastrophenvorsorge und bei der Umsetzung von Klimaanpassungs-Maßnahmen.

Dadurch sollen in Zukunft die durch Katastrophen verursachten Schäden verringert und die Menschen besser vor den klimabezogenen Gefahren geschützt werden.

Um im Falle von Katastrophen schnelle Hilfe vor Ort leisten zu können, werden im Projektgebiet örtliche und regionale Einsatz-Teams gegründet und ausgebildet. Diese Teams gehören zum Hilfeleistungssystem des SRCS. Sie koordinieren die Hilfsmaßnahmen in den Gemeinden und führen Simulationsübungen mit der Bevölkerung durch, damit sie in Zukunft besser auf Katastrophen reagieren kann.

Die Schritte zum Aufbau einer Katastrophenvorsorge sehen wie folgt aus:

  1. Wahl eines Gemeindekomitees in der Projektgemeinde
  2. Schulungen für das Komitee unter Federführung des Somalischen Roten Halbmonds (SRCS), um sich über die Themen Klimawandel und -anpassung sowie Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme zu informieren
  3. Analyse für die jeweilige Gemeinde
  4. Auflistung bestehender Maßnahmen zur Klimaanpassung
  5. Prüfung von Frühwarnsystemen
  6. Analyse möglicher Schwachstellen (ungesicherte Wasserstellen, wetteranfällige Einkommensquellen
  7. Check vorhandener Kapazitäten (katastrophensichere Gebäude, Personen mit Erste-Hilfe-Kenntnissen)
  8. Entwicklung von Maßnahmeplänen durch Gemeindekomitees mit Unterstützung des SRCS, die von der gesamten Gemeinde verabschiedet und mit den lokalen Behörden abgestimmt werden. Diese Pläne bilden die Grundlage der gesamten Projektarbeit. Durch das frühzeitige Einbeziehen der Bevölkerung kann das DRK den tatsächlichen Bedarf des Projekts in den Gemeinden exakter bestimmen.

Widerstandsfähigkeit der Menschen stärken

Klimaschutz und Hilfe für Somalia DRK / Malte Landgraff

Die Existenzgrundlage vieler Menschen in Somaliland ist aufgrund ihrer Armut sehr fragil. Daher sind die Menschen besonders stark von Katastrophen wie der großen Dürre am Horn von Afrika im Jahr 2011 betroffen.

Aus diesem Grund versucht das DRK gemeinsam mit dem SRCS, die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu stärken, damit sich Extremwetterereignisse in Zukunft weniger gravierend auswirken. Ein entscheidender Ansatzpunkt ist die Aufklärung der Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels sowie die Vermittlung von Methoden, sich vor dessen Auswirkungen zu schützen.

Um die Wasserversorgung der Bevölkerung zu sichern, werden gemeinsam mit den Gemeinden sog. Berkads (traditionelle Wasserauffangbecken) saniert und neu gebaut. Lokale Wassermanagement-Komitees stellen sicher, dass die Anlagen gut gepflegt werden und der Wasserzugang nachhaltig bestehen bleibt.

Damit das Wasser trinkbar wird, versorgt der SRCS zudem tausende Haushalte mit Wasserfiltern aus Keramik. Auch Nutztiere und Ernten sind von der extremen Trockenheit betroffen - umso stärker sind unzählige Existenzen den Klimarisiken unterworfen. Daher werden für jede Region passende Einkommensalternativen ausfindig gemacht und gefördert.
In der Hafenstadt Berbera wird etwa auf Fischerei, Imkerei oder finanzielle Unterstützung für von Frauen geführte Kleinunternehmen gesetzt. So kann die Abhängigkeit der Menschen von einer einzigen Einkommensquelle gemindert werden, da sie so ein weiteres Standbein für die Sicherung ihrer Existenz erhalten. Diese Diversifizierung senkt das Risiko, das Menschen im Fall von Katastrophen ihr gesamtes Hab und Gut verlieren.

Ausgerüstet mit diesem Wissen und den nötigen Ressourcen sind die Menschen besser gewappnet, um den Risiken des Klimawandels entgegentreten zu können.

Pläne für Gemeinden

In Somalia Wassermangel, Dürre und weiteren Katastrophen vorbeugen DRK

Ob Infrastruktur, alternative Einkommensquellen oder Katastrophenvorsorge: Die Bevölkerung setzt die in den Gemeindeplänen festgehaltenen Maßnahmen in erster Linie selbst um.

Unterstützt wird sie dabei vom SRCS sowie dem DRK-Mitarbeiter. Ist ein wirkungsvolles Frühwarnsystem das Ziel, so ergänzt die jeweilige Gemeinde vorhandene Elemente und entwickelt sie weiter.
Damit sind die Betroffenen künftig in der Lage, Wetterveränderungen zu erkennen und angemessen darauf reagieren zu können.

Ein wichtiger Aspekt, um Gemeinden resistenter gegen den Klimawandel zu machen, ist die Entwicklung neuer Einkommensquellen, damit Familien im Falle einer Katastrophe nicht nur von einem einzigen Einkommen abhängig sind und deutlich flexibler bleiben können.

Hierfür bietet das DRK  zum Beispiel Schulungen und Ausstattungen für Bienenzucht an oder stellt den Menschen einen kleinen Kredit zur Verfügung, damit sie sich selbstständig existentiell absichern können.

Eine gut organisierte nationale Rotkreuz-/Rothalbmondgesellschaft trägt ebenfalls wesentlich dazu bei, dass Gemeinden besser bei Naturkatastrophen geschützt sind. Deshalb will das Deutsche Rote Kreuz lokale Strukturen des Somalischen Roten Halbmonds (SRCS) fördern, die eine tragende Rolle bei der Durchführung des Projektes übernehmen.
Aufbauend auf diesen Strukturen soll die Gemeinde- und Distrikt-Ebene das Katastrophenmanagement verbessern, um im Notfall schnelle und angemessene Hilfe zu gewährleisten. Damit im Ernstfall alle Prozesse funktionieren, werden in den Gemeinden Simulationsübungen durchgeführt, in denen die Kommunikationsstrukturen und Zuständigkeiten für den Katastrophenfall geprobt werden.

Experten bleiben in Somaliland

Der Somalische Rote Halbmond übernimmt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieses Projekts. Dazu werden die Mitarbeiter umfangreich geschult und gezielt auf Fragen des Klimawandels oder der Gemeindeentwicklung vorbereitet.

So profitieren auch zukünftige Maßnahmen und Entwicklungen, denn das vermittelte Wissen bleibt über die Projektlaufzeit hinaus im Land erhalten. Die ausgebildeten Teams bieten Aufklärungskampagnen rund um das Thema Klimawandel in Gemeinden, an Schulen und Universitäten sowie in Behörden an, damit die Auswirkungen des Klimawandels stärker in Strategien, Plänen und Programmen berücksichtigt werden.

 


Hilfe für Somalia: Auszug aktueller und erfolgreich umgesetzter Projekte

Gesundheitshilfe für Menschen in Dürregebieten

Region: Region Togdheer; Distrikte Odweine, Ainabo und Burao
Projektvolumen:  907.899 Euro
Finanzierung: ECHO und Spenden
Partner:Somalischer Roter Halbmond (SRCS), Finnisches Rotes Kreuz und Norwegisches Rotes Kreuz
Mehr zum Projekt

Bargeldhilfen gegen den Hunger

Region: Togdheer, Woqooyi Galbeed, und Awdal
Projektvolumen: 973.000 EUR
Finanzierung: DRK-Eigenmittel/Spenden sowie Deutsche Bank Stiftung, Britisches Rotes Kreuz, Amerikanisches Rotes Kreuz
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS)

Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern

Region: Somaliland
Projektvolumen: 907.899,06 Euro
Finanzierung: Spenden, Helft uns Leben e.v.
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS), IFRC

Umgang mit Risiken und Folgen des Klimawandels

Region: Somaliland, Somalia
Projektvolumen: 900.000 Euro
Finanzierung: Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Kanadisches Rotes Kreuz, Norwegisches Rotes Kreuz, Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS)

Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel

Region: Kassala, Sudan
Projektvolumen: 650.000 Euro
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Spenden
Partner: Sudanesischer Roter Halbmond (SRCS)

Förderung junger Menschen in Somaliland

Region: Somaliland, Somalia
Projektvolumen: 400.000 Euro
Finanzierung: Deutsches Rotes Kreuz, Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS)

Investitionen in die Zukunft

Region: Sechs Gemeinden in den Distrikten Bari und Nugaal in Puntland, Somalia
Projektvolumen: 600.000 Euro
Finanzierung: Spenden und Britisches Rotes Kreuz
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS)

Widerstandsfähigkeit für den Klimawandel

Region: Somaliland (Provinzen Awdal, Maroodi Jeex, Saahil, Togdheer, Sool und Sanaag)
Projektvolumen: 1,1 Millionen Euro
Finanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS)

Sicherung der Lebensgrundlagen

Region: 9 Distrikte in der Region Woqooyi Galbeed und Awdal in Somaliland, Somalia
Projektvolumen: 1.1 Millionen Euro
Finanzierung: ECHO und Spenden
Partner: Somalischer Roter Halbmond (SRCS) und Finnisches Rotes Kreuz


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