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Sudan: Spenden und Hilfsprojekte

Die Folgen des andauernden Konflikts im Darfur, Wassermangel sowie chronische Armut und Mangelernährung sind nur einige der Probleme, mit denen die Menschen im Sudan zu kämpfen haben. Um die Bevölkerung bei der Bewältigung der täglichen Schwierigkeiten und Nöte zu unterstützen, ist das Deutsche Rote Kreuz seit mehr als 20 Jahren vor Ort – allein im Darfur trotz der schwierigen Sicherheitslage seit über zehn Jahren durchgängig. Dabei arbeitet das DRK eng mit dem Sudanesischen Roten Halbmond (SCRS) zusammen.


Konflikt, Vertreibung und Armut

Die Folgen des Konflikts im Darfur prägen den Sudan nach wie vor weitreichend. Neben den wirtschaftlichen Schäden wie zerstörten Häusern, verwüsteten Feldern oder beschädigter Infrastruktur gehört großes menschliches Leid dazu: Unzählige Menschen – vor allem Kinder – mussten als Binnenvertriebene ihr Zuhause verlassen. Für sie ist es sehr schwierig, ihre Grundversorgung sicherzustellen. Gleichzeitig suchen Hunderttausende Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Äthiopien, Tschad und vor allem aus dem Südsudan Zuflucht im Land. Eine Situation, in der die ohnehin begrenzten Ressourcen noch mehr beansprucht werden.

Nach dem durch die Vereinten Nationen errechneten Index der menschlichen Entwicklung, der unter anderem das Pro-Kopf-Einkommen, das Bildungs- und Beschäftigungsniveau und die Lebenserwartung im Vergleich zu anderen Ländern berücksichtigt, rangiert der Sudan auf Platz 167 von 189 Ländern. Insgesamt sind 5,5 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen, der Großteil im Darfur. Geschätzte 4,8 Millionen Männer, Frauen und Kinder leiden unter Ernährungsunsicherheit, während rund zwei Millionen Kinder unter 5 Jahren chronisch mangelernährt sind.

Auch die Gesundheitssituation ist mangelhaft. Unzureichende Hygienebedingungen führen häufig zu vermeidbaren Krankheiten. Einige Regionen sind zudem immer wieder durch Überschwemmungen, aber auch Dürren gefährdet.


Resilienz: Stark für künftige Krisen

Sichere Lebensgrundlagen - etwa ertragreicher landwirtschaftlicher Anbau - tragen zur Widerstandsfähigkeit der Menschen bei.

Hauptziel unserer Arbeit im Sudan ist es, die Bevölkerung grundlegend zu stärken und ihre Widerstandskraft zu erhöhen. Nur so können die Menschen Krisen gut bewältigen. Um das zu erreichen, engagieren wir uns in verschiedenen lebenswichtigen Bereichen – in der Wasserversorgung etwa, in Hygiene oder der Ernährungssicherung, dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen oder dem friedlichen Zusammenleben zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie Flüchtlingen und Gemeindebewohnern.

Starke Gemeinden zeichnen sich dadurch aus, dass sie ausreichend eigene Kapazitäten haben – etwa Ersthelfer für den Notfall oder Menschen, die sich mit Gesundheit, Hygiene oder modernen landwirtschaftlichen Anbaumethoden auskennen und sich in ihren Gemeinden dafür engagieren. In unseren Projekten binden wir die Bevölkerung intensiv ein, schulen sie und stärken den Roten Halbmond vor Ort. Denn all das Wissen und die Fähigkeiten, die sie sich dabei aneignen, bleiben der Gemeinde langfristig erhalten.

Ernährungssicherung: Erträge steigern, Ernährung verbessern

Auch der Sudan ist vom Klimawandel betroffen: Die Ernteerträge sinken. Weil die Landwirtschaft meist das Haupteinkommen der Familien darstellt, sind viele Kleinbauern in ihrer Existenz bedroht. Gleichzeitig sind Alternativen zur Landwirtschaft als Einnahmequelle im Sudan nur sehr begrenzt vorhanden. Viele Familien ernähren sich zudem häufig einseitig, eine Ursache von Unter- und Mangelernährung.

Gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond unterstützen wir die betroffene Bevölkerung, ihren landwirtschaftlichen Anbau an den Klimawandel anzupassen, ihre Ernährung zu verbessern und dabei nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. So erproben sie in Feldschulen zum Beispiel verbesserte Anbaumethoden und die Aussaat dürreresistenter Getreidesorten. Sie erhalten Saatgut für verschiedene Kräuter- und Gemüsesorten genauso wie das notwendige Werkzeug für Aussaat und Ernte. Einfache Anlagen zur Speicherung von Regenwasser tragen dazu bei, dass auch in der Trockenzeit Wasser für den Gemüseanbau vorhanden ist. In Schulungen lernen die Familien darüber hinaus, Lebensmittel sicher zu lagern, sauber zu verarbeiten und nährstoffreich zu kochen. In den Dörfern entstehen Gruppen aus Gemeindemitgliedern gebildet mit Frauen und Männern, die sich mit diesen Aspekten der Ernährungssicherung auseinandersetzen und die Maßnahmen begleiten.

 

Wasser und Hygiene: Regenwasserspeicher, Latrinen, Abfallentsorgung

Um im Sudan die Versorgung mit Trinkwasser und Latrinen sicherzustellen, aber auch die Wasser- und Hygienesituation zu verbessern, binden wir Schulen, Haushalte und lokale Gemeindestrukturen in unsere Maßnahmen ein.

Handwerker und Freiwillige aus der Region bauen, reparieren und umzäunen Wasserstellen, deren langfristige Instandhaltung von neu gegründeten Wasserkomitees mit geschulten Gemeindemitgliedern sichergestellt wird. Wir bilden die Handwerker und Freiwilligen zudem aus, um Latrinen und Wasserreservoirs in Schulen und für besonders bedürftige Haushalte zu errichten. Familien, die selbst in der Lage sind, Latrinen zu bauen, stellen wir Material bereit und unterstützen sie bei der Umsetzung. Auch für die Wartung erhalten die Menschen Schulungen.

Weil schlechte hygienische Bedingungen das Risiko vermeidbarer Krankheiten erhöhen, sensibilisieren wir die Bevölkerung für Hygieneregeln. So zeigen geschulte Hygieneberater den Menschen auch zuhause, wie einfache Verhaltensweisen – etwa Händewaschen oder die Nutzung der für viele ungewohnte Latrinen – vor Krankheiten schützen können. Speziell angepasste Trainings für Schulen, machen Schulkinder und Lehrer zu „Hygieneprofis“, die ihr Wissen weitergeben. Und weil Müll zur Vermehrung von Insekten und Schädlingen als Krankheitsüberträger führt, fördern wir die Müllentsorgung in Schulen, Haushalten und Gemeinden.

Bildung: Sichere Lernbedingungen schaffen

Vor allem in Gastgemeinden für Binnenvertriebene lernen Kinder immer wieder unter provisorischen Bedingungen – in Strohhütten, auf dem Boden sitzend und kaum mit Unterrichtsmaterial. Um diesen Kindern ein besseres, sicheres Lernen zu ermöglichen, bauen wir Klassenräume und richten diese mit einer Grundausstattung ein.

Foto: Rothalbmondmitarbeiterin untersucht ein Kind

Gesundheit: Grundversorgung sichern

Besonders die ländliche Bevölkerung im Sudan, aber auch Flüchtlinge in abgeschiedenen Camps und Erstaufnahmezentren verfügen kaum über Zugang zur Gesundheitsversorgung, während Mangel- und Unterernährung als ernste Gesundheitsrisiken verbreitet sind. Um das zu verbessern, unterstützen wir lokale Gesundheitsstationen zum Beispiel mit Medikamenten, bilden das medizinische Personal weiter oder schulen Freiwillige in Erster Hilfe. Neben der Behandlung von akut Erkrankten ist die Betreuung von Frauen sowie Kindern ein wichtiger Bestandteil der Arbeit. Aufklärungskampagnen – durchgeführt in Zusammenarbeit mit neu gegründeten Gesundheitskomitees in den Dörfern – helfen darüber hinaus, Krankheiten und Mangelernährung zu vorzubeugen. 

 

Katastrophenvorsorge: Schutz vor Überschwemmungen

Neben der Mangelversorgung leiden die Bewohner einiger Regionen immer wieder unter den Folgen von Überschwemmungen: wirtschaftlichen Schäden und Erkrankungen. Die regelmäßig von Naturkatastrophen betroffenen Gemeinden unterstützen wir dabei, sich besser für den Notfall zu wappnen, so dass Schäden geringer ausfallen. In Schulungen lernen sie zum Beispiel, Gefahren rechtzeitig zu erkennen und sich selbst sowie ihr Hab und Gut zu schützen. Erfahrene Freiwillige führen mit den Gemeindemitgliedern Risikoanalysen durch und erstellen Notfallpläne. Im Ernstfall erhalten besonders bedürftige Familien Notfallsets mit Moskitonetzen, Planen und Decken. 

 

Nothilfe in Krisen und nach Katastrophen

Immer wieder ist das Deutsche Rote Kreuz im Sudan aktiv, um in akuten Notlagen zu helfen. Beim Cholera-Ausbruch 2017 etwa hat das DRK den Sudanesischen Roten Halbmond bei Aufklärungskampagnen und mit Hilfsgütern unterstützt. In den Erstaufnahmezentren für Flüchtlinge an den Grenzen des Sudans unterstützen wir Erste-Hilfe-Stationen und statten diese aus. Freiwillige erhalten Schulungen, um die Verletzten dort erstversorgen zu können. Neben der medizinischen Hilfe für die vom Konflikt betroffene Bevölkerung im Darfur waren wir an Hilfsaktionen infolge von Überschwemmungen beteiligt.

 


Hilfe konkret: Erfahrungsberichte aus dem Sudan

  • DRK-Blog: Schulen für vertriebene Kinder

    Viele Binnenflüchtlinge im Sudan haben rund um El Fasher Zuflucht gefunden, doch es fehlt ihren Kindern zum Beispiel an Schulgebäuden und Dingen wie Wasser, die eine gesunde Lernumgebung ausmachen. DRK-Mitarbeiterin Kristina Spaar hat eine Schule besucht, die vom DRK gefördert wird, um das zu ändern.

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  • Interview: Gesundheitsprojekte im Sudan

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    Seit rund zehn Jahren engagiert sich das DRK in Nord-Darfur für bedürftige Menschen. Gemeinsam mit dem Sudanesischen Roten Halbmond, setzt es sich für eine medizinische Grundversorgung ein. Hannelore Schnelzer, ehemalige DRK-Büroleiterin im Sudan, beschreibt die Situation und die Arbeit vor Ort.

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  • Medizinische Hilfe für Flüchtlinge

    Foto: Sicht auf eine Erste-Hilfe-Sation im Sudan mit davor wartenden Menschen

    DRK-Mitarbeiterin Kerstin Grimm hat die Erste-Hilfe-Station im sudanesischen Gargef besucht, wo vor allem geflüchtete Frauen und Kinder medizinische Hilfe erhalten. In einer von Mangel geprägten Umgebung sind die Bedingungen schwierig, doch die Station sichert die Erstversorgung der Menschen.

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  • Begeisterung für das Händewaschen

    Foto: Vier somalische Jungen lachen vor neuen Latrinen. ©Herbert Piel/P!ELmedia

    Beim Projektbesuch im Ost-Sudan ist der Empfang beeindruckend, denn hunderte Kinder und Erwachsene haben ein Fest vorbereitet. Die Kinder führen Puppenspiele rund die Hygiene auf und tun das so bildhaft und begeistert, dass die Sprachbarriere gar keine Rolle spielt.

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  • „Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe”

    Foto: Sudanesin steht in ihrem Garten.

    Khaltoom Khamis Adam lebt von dem, was sie auf ihren Feldern anbaut. Lange war es schwer, ihre Familie zu versorgen. Doch dank mehrerer Schulungen beim Roten Kreuz sind ihre Erträge deutlich besser geworden. Sie kann Überschüsse verkaufen. "Ich bin glücklich", sagt sie.

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  • Interview: Kompetenzen stärken

    Foto: Portrait einer DRK-Mitarbeiterin vor einem Strauch

    Die gesundheitlichen und hygienischen Verhältnisse im Sudan sind äußerst kritisch. Das DRK unterstützt gefährdete Menschen mit medizinischer Hilfe und Sanitärprojekten, um Krankheiten zu vermeiden. Ein Gespräch mit Sophia Ahmed, Projektkoordinatorin vor Ort.

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Aktuelle Hilfsprojekte im Sudan

Lesen Sie mehr zu unseren laufenden Projekten im Sudan.

  • Foto: Schülerinnen auf einem Sandplatz im Sudan

    Sudan: Schulen in Darfur

    Mit dem vermehrten Zuzug von Binnenvertriebenen in El Fasher hat auch die Zahl der Schülerinnen und Schüler deutlich zugenommen. Das DRK unterstützt den Sudanesischen Roten Halbmond beim Bau von acht neuen Schulen am Stadtrand von El Fasher.

  • Sudan: Gesundheit an Schulen

    Schlechte hygienische Bedingungen erhöhen im Sudan das Risiko vermeidbarer Krankheiten. Vor allem Kinder sind anfällig. Deshalb verbessert das DRK mit Unterstützung von Sebapharma die Hygienebedingungen in Schulen.

  • Bauer mit Ernte im Gemeinschaftsgarten im Sudan

    Sudan: Nahrung und Frieden für Flüchtlingsgemeinden

    Seit Jahrzehnten ist der Osten des Sudans Zufluchtsort für Flüchtlinge, vor allem aus Äthiopien, Eritrea und Somalia. Von ursprünglich 13 Flüchtlingslagern im Bundesstaat Gedaref wurden inzwischen 12 Camps geschlossen, die humanitäre Hilfe eingestellt. Weil der Druck auf die Gastgemeinden dadurch enorm gewachsen ist, fördert das DRK die Ernährungssicherheit und das friedliche Zusammenleben vor Ort.

  • Sudan: Bessere Hygiene für El Fasher

    In den Außenbezirken der Stadt El Fasher im Nord-Darfur setzt sich das DRK für eine bessere Hygiene, Wasserversorgung und Katastrophenvorsorge ein, um vor allem die bedürftigen Binnenvertriebenen und die vom Land zugezogenen Menschen zu stärken.

Sicherung der Lebensgrundlagen von Flüchtlingen in aktiven und in von baldiger Schließung betroffenen Flüchtlingslagern sowie von aufnehmenden Gemeinden

Region: Girba, Kassala
Projektvolumen: 1.000.000 Euro
Finanzierung: BMZ
Partner: Sudanesischer Roter Halbmond (SRCS)

Abgeschlossene Projekte

In der Vergangenheit haben wir verschiedene Hilfsprojekte im Sudan durchgeführt. Erfahren Sie hier mehr über einige der abgeschlossenen Projekte.

  • Sudanesischer Bauer vor seinem Feld

    Sudan: Bessere Ernten und bessere Ernährung

    Die Menschen im Osten des Sudan sind stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, die Ernteerträge sinken. Das DRK unterstützt den SRCS dabei, die Ernährungssituation ausgewählter Gemeinden langfristig zu verbessern.

  • Sudan: Trinkwasser und Hygiene

    Der bereits über zehn Jahre andauernde Konflikt im Darfur hat verheerende Konsequenzen für die betroffene Bevölkerung. Trotz der schwierigen Sicherheitslage ist das DRK gemeinsam mit dem SRCS seit über zehn Jahren durchgehend im Darfur präsent.

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    Sudan: Bessere Hygiene und Sanitärversorgung

    Weil durch den Konflikt im Nord-Darfur Wasser- und Sanitäreinrichtungen zerstört wurden, leiden immer wieder Menschen an vermeidbaren Krankheiten. Das DRK unterstützt die Betroffenen dabei, die Trinkwasser- und Sanitärversorgung sowie die Hygiene zu verbessern.

  • Sudan: Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel

    Im sudanesischen Kassala unterstützt das DRK Kleinbauern-Familien dabei, ihre Ernteerträge zu verbessern und Hungersnöten künftig besser entgegenzuwirken.

  • Sudan: Bessere Hygiene für Flüchtlinge und Gemeinden

    Das DRK und der Sudanesische Rote Halbmond unterstützen die Bewohner von drei Flüchtlingscamps sowie die lokale Bevölkerung dabei, ihre Sanitär- und Hygienesituation zu verbessern. Darüber hinaus ermöglichen wir die medizinische Versorgung in zwei Erstaufnahmezentren.


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