Collage aus Unterstand und Kinder mit Wasser aus Kanister
Corrie Butler/IFRC; Australian Red Cross

Humanitäre Nothilfe in Somalia

Die Menschen in Somalia sind seit vielen Jahren immer wieder mit den Folgen von Naturkatastrophen und politischer Instabilität konfrontiert. Zuletzt verschlimmerte sich die Situation durch die Corona-Pandemie, anhaltende schwere Dürren sowie den Einbruch des Weizenimports infolge des Ukraine-Konflikts. Das DRK unterstützt den Somalischen Roten Halbmond in den Bereichen Wasser & Hygiene, Ernährungssicherheit und Katastrophenvorsorge dabei, die Existenzgrundlagen der Bevölkerung zu sichern.

Ihre Spende hilft!

60 € genügen, um einer Familie den Zugang zum Wasser zu ermöglichen. 

5,9 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

Die Folgen des Klimawandels treffen Somalia besonders hart. Obwohl Somalia nur 0,08 Prozent der weltweiten Emissionen verursacht, gehört es zu den klimatisch am meisten gefährdeten Ländern der Welt. Regelmäßig müssen die Menschen dort Naturkatastrophen bewältigen, ohne dass ihnen Zeit bleibt, sich davon zu erholen.

Zuletzt führten eine extreme Dürre 2016/17, eine Heuschreckenplage 2019 sowie anhaltende Dürreperioden das Land in eine Ernährungskrise. Nomadisch lebende Hirten verloren mit ihrem Vieh die Lebensgrundlage, die Felder der Bauern verdorrten und viele Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Der Einbruch des Weizenimports und stark steigende Preise infolge des bewaffneten Konflikts in der Ukraine führen zu weiteren Engpässen in der Nahrungsversorgung.

Die Corona-Pandemie verschlimmerte die wirtschaftliche Lage noch zusätzlich. Inzwischen sind 5,9 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Bargeldhilfen gegen die Ernährungskrise



Hilfsbedarf

Der Hilfsbedarf ist groß und breit gefächert. In erster Linie ist es notwendig, die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicherzustellen. Die Nutzung ungesicherter Wasserstellen und verschmutzten Wassers führt immer wieder zur Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Zudem kämpfen die Betroffenen gegen Hunger und Mangelernährung und benötigen Unterstützung bei der Ernährungssicherung. Ergänzend werden die Menschen vor Ort in Katastrophenvorsorge geschult, um in Zukunft die Auswirkungen von Naturkatastrophen besser bewältigen zu können.   

Um den Hilfsbedarf in dem fragilen Land transparent und vollständig zu erfassen, wird die betroffene Bevölkerung eng in die Projektplanung eingebunden.

Hilfe für 6.400 Familien in 23 Gemeinden

Ziel des Projekts ist es, rund 6.400 Haushalte in 23 Gemeinden der Region Somaliland langfristig dabei zu unterstützen, sich besser auf Katastrophen vorzubereiten und Dürren gut bewältigen zu können. Dazu arbeiten wir in den Bereichen Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung, Katastrophenvorsorge sowie Ernährungssicherheit mit dem Somalischen Roten Halbmond zusammen und binden lokale Akteure intensiv mit ein. Folgende Hilfsmaßnahmen werden umgesetzt:

  • Instandsetzung von Berkads (traditionellen Wasserreservoirs) und Bohrlöchern sowie Errichtung von Brunnen  
  • Bereitstellung von Handwaschstationen mit Seife und Desinfektionsmitteln an öffentlichen Orten wie Märkten, Moscheen oder Gemeindezentren
  • Kampagnen zur Aufklärung über richtige Hygiene und Krankheitsvorbeugung
  • Humanitäre Geldleistungen für 1.500 Haushalte, um ihren Grundbedarf an Lebensmitteln zu decken und Mangelernährung entgegenzuwirken (Cash for Food)
  • Humanitäre Geldleistungen für Familien (ca. 800 Haushalte), die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind
  • Verteilung von Keramikfiltern und Aqua-Tabs zur Trinkwasseraufbereitung
  • Einrichtung und Ausbildung von Wasserkomitees mit Gemeindemitgliedern, die langfristig für die Wartung und Pflege der Berkads sorgen
  • Einlagerung von Hilfsgütern wie Decken, Moskitonetze, Küchensets und Hygieneartikel zur Vorhaltung im Katastrophenfall
  • Schulung von 5.233 Haushalten zu frühzeitigen Hilfsmaßnahmen bei Dürren oder anderen Naturereignissen sowie Anpassung an den Klimawandel (Trainings und Simulationsübungen)

Unsere Schwestergesellschaft, der Somalische Rote Halbmond

Die somalische Rothalbmondgesellschaft (SRCS) wurde 1963 gegründet und setzt sich seitdem ununterbrochen dafür ein, Menschen in Notlagen zu unterstützen. Als neutraler und unabhängiger Akteur ist SRCS in der Lage, über ein Netz aus 19 Zweigstellen in allen Regionen des Landes zu arbeiten. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die rund 5.000 Freiwilligen, die die Arbeit auf Gemeindeebene tragen. Das DRK arbeitet seit über 20 Jahren eng mit seiner somalischen Schwestergesellschaft zusammen.


Das Projekt

Region: Somaliland
Projektvolumen gesamt: 2.546.819 EUR
Dauer: 01.01.2020 bis 31.12.2022
Finanzierung: Global Projekt I, (Auswärtiges Amt)
Partner: Somalischer Roter Halbmond
Titel: Humanitäre Hilfe für Menschen, die durch Katastrophen beeinträchtigt sind
Sektoren: Katastrophenvorsorge, Ernährungssicherheit, WASH


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