Kinder aus Syrien in einem Flüchtlingscamp
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Humanitäre Hilfe am Limit: Syrien-Krise erreicht das 10. Jahr

Nach neun Jahren bewaffneter Konflikte in Syrien, ist die humanitäre Not so groß wie nie zuvor. Das gesamte Land ist auf Hilfe angewiesen. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt seit über neun Jahren den Syrischen Arabischen Roten Halbmond, um notleidenden Menschen in ganz Syrien zu helfen.

Während sich die internationale Berichterstattung derzeit auf die Provinz Idlib im Nordwesten des Landes konzentriert, wo hunderttausende Menschen erneut zur Flucht gezwungen werden, darf nicht in Vergessenheit geraten, dass die gesamte syrische Bevölkerung sich in einer katastrophalen humanitären Lage befindet.   

Aktuell: Zivilisten in Lebensgefahr

Die humanitäre Notlage in Nordwestsyrien hat einen dramatischen Punkt erreicht. Die kämpferischen Auseinandersetzungen haben sich seit November 2019 weiter verschärft und sich auf weite Gebiete in Idlib und das ländliche Umland des Regierungsbezirks Aleppo, sowie Wohngegenden der Stadt, ausgeweitet.

Nach den letzten Schätzungen der Vereinten Nationen sind rund 900.000 Menschen von den Auswirkungen diverser militaristischer Aktivitäten betroffen, die Not der Betroffenen hat zunehmend tragische Ausmaße angenommen. Besonders verheerend sind die sich schnell ändernden Frontlinien, welche allein in den letzten Wochen mindestens eine viertel Million Menschen in die Flucht getrieben haben. Seit Anfang des Jahres wurde eine wachsende Zahl von Zivilisten getötet oder verletzt, die Familien sehen sich kontinuierlich schwerem Leid und allgegenwertigen Gefährdungen ausgesetzt. Viele der Geflohenen finden keinen Platz in den ohnehin überfüllten Notunterkünften im Norden, der harsche Winter macht die Situation für die vielen Menschen ohne Obdach untragbar.

Das DRK appelliert an alle Konfliktparteien, die wahllosen Angriffe auf Wohngebiete in Idlib und Aleppo sofort einzustellen. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur sind zu achten, alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen, um Zivilisten nun zu schützen. Den Familien, die fliehen müssen, muss zudem die Möglichkeit gegeben werden, dies in völliger Sicherheit zu tun. Des Weiteren muss den Helferinnen und Helfern vor Ort sicherer Zugang zu den Opfern der Gewalt gewährt werden. Medizinisches Personal, Ambulanzen und Krankenhäuser müssen explizit von allen Parteien verschont werden.

Der Syrische Arabische Rote Halbmond ist die einzige landesweit tätige humanitäre Hilfsorganisation. Er wird seit 2012 vom DRK unterstützt und leistet monatlich Hilfe für etwa 5,5 Millionen Menschen.

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Ihre Spende hilft!

Mit 60 € helfen Sie eine Familie für einen Monat mit den dringendsten Hygieneartikeln zu versorgen. 

Folgen der Krise für die Menschen in Syrien

Syrien befindet sich in einer der größten humanitären Katastrophen weltweit mit verheerenden Auswirkungen für die Zivilbevölkerung:

  • 6,2 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens vertrieben, 5,3 Millionen sind aus Syrien geflohen, um in anderen Ländern Zuflucht zu finden.  
  • Vor allem Vertriebene und rückkehrende Familien haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und müssen auf verschmutztes Wasser zurückgreifen.
  • Mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen sind nicht mehr in Betrieb, so dass Erkrankungen unbehandelt bleiben.
  • Über 200.000 Frauen müssen allein für den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen, da viele Männer vertrieben, verwundet, vermisst oder umgekommen sind.   

Humanitäre Hilfe in Syrien

Der Syrische Arabische Rote Halbmond ist mit 12.200 freiwilligen Helfern und Mitarbeitern in der humanitären Hilfe aktiv. Die Schwerpunkte beziehen sich gegenwärtig auf die Bereiche Wasser und Hygiene, Instandsetzung von Gesundheitseinrichtungen und Logistik der Hilfsleistungen:

  • 1,1 Millionen Menschen erhalten medizinische Hilfe durch den Betrieb von Krankenhäusern, Gesundheitsstationen, Ernährungskliniken, Spezialzentren für Prothesen und die Bereitstellung von medizinischen Diensten wie Erste Hilfe, Physiotherapie und psychosoziale Unterstützung.
  • Wasserversorgung für 18 Millionen Menschen, z. B. durch die Reparatur von Wasseranlagen, Wasserlieferungen und Wasseraufbereitung.
  • Rehabilitierung von 17 Kliniken und Gesundheitszentren im ländlichen Damaskus, Damaskus, Homs, Hama, Al-Hasakeh, Aleppo, Tartous.
  • Management von 252 Lagerhäusern über die Hilfsgüter der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung sowie anderer Hilfsorganisationen im ganzen Land verteilt werden.
  • Ausgabe von Nahrungsmitteln und Unterstützung der Nahrungssicherung durch Mikrofinanzierung und Bereitstellung von Arbeitsgeräten und Samen. 
  • Verteilung von Hilfsgütern wie z. B. Hygieneartikel, Küchensets, Decken, Matratzen

Seit 2012 ist das DRK in Damaskus mit einem Team vor Ort, das dort eng mit dem Syrischen Arabischen Roten Halbmond zusammenarbeitet. Der Fokus der gemeinsamen Arbeit liegt darauf, die vorhandenen Kapazitäten zu stärken, Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen und die logistische Infrastruktur für die Abwicklung der gesamten humanitären Operation im Land sicherzustellen.

Projektreise in Syrien

DRK-Botschafter Ludwig Trepte besucht Hilfsprojekte in Syrien

Interview

Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern

Die Syrienkrise hat direkte Auswirkungen auf die Nachbarstaaten. So sind rund 5,3 Millionen Menschen vor allem in die Türkei, den Libanon, Jordanien und den Irak geflohen. Allein der Libanon, ein Land mit vier Millionen Einwohnern, hat offiziell über 1 Million Flüchtlinge aufgenommen. Kein anderes Land beherbergt, gemessen an der Gesamtbevölkerung, mehr Flüchtlinge als der Libanon. Aber auch in den anderen Nachbarländern ist die Situation angespannt. Angesichts der Dauer des Syrienkrieges werden mittel- und langfristige Maßnahmen als Ergänzung der Sofort- und Nothilfe immer wichtiger. Ihre Spende wird auch deshalb dringend benötigt.

Das DRK ist in den jeweiligen Ländern vor Ort und stelllt mit seinen Partnern tagtäglich die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Hilfsgütern für die Geflüchteten sicher. Dazu erhalten Bedürftige neben direkten Hilfsgütern unter anderem Bargeldzahlungen, um die Dinge erwerben zu können, die sie am dringendsten zum Überleben brauchen.


Jetzt mehr über Hilfe in der Türkei erfahrenJetzt mehr über Hilfe in Syrien erfahrenJetzt mehr über Hilfe in Libanon erfahrenJetzt mehr über Hilfe im Irak erfahrenTürkeiSyrienLibanonJordanienIsraelIrakIranSaudi- ArabienÄgypten
Das Land Syrien im Überblick
urspr. Einwohner
20,96 Mio.
Binnenvertriebene
6,2 Mio.
Hauptstadt
Damaskus
Hilfspakete:
Hygiene
1.321.998
Ernährung
395.290

Syrische Flüchtlinge im Libanon

Situation
Die Hälfte der im Libanon lebenden Menschen sind hilfsbedürftig: 1,5 Millionen aus Syrien geflohene Menschen leben derzeit in dem kleinen Land. 

Hilfe des DRK im Libanon

  • Unterstützung des Rettungsdienstes des Libanesischen Roten Kreuzes
  • Unterstützung des Blutbank-Systems
  • Bargeldhilfen zur Deckung von Grundbedürfnissen
  • konfliktsensible Katastrophenvorsorge und Resilienzförderung

Informieren Sie sich über die Arbeit des DRK im Libanon.

 

Hilfe für Flüchtlinge im Irak

Situation
Zu den rund 250.000 syrischen Flüchtlingen im Irak kommen über 3,3 Millionen intern vertriebene Iraker. Aufgrund der hohen Belastung der Behörden funktioniert die soziale Infrastruktur nur noch stark eingeschränkt. Gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond und anderen Akteuren arbeitet das DRK an mittelfristigen Projekten zur Stärkung der Selbsthilfe- und Widerstandskräfte der Bevölkerung.

Hilfe des DRK im Irak

  • Beschaffung und Verteilung von Nothilfegütern
  • Bargeldhilfen zur Deckung von Grundbedürfnissen
  • Unterstützung beim Bau von Unterkünften für syrische Flüchtlinge
  • Erste-Hilfe-Trainings und Schulungen zur Brandvermeidung

Ausführliche Informationen zur Nothilfe des DRK im Irak.

 

Syrische Flüchtlinge in der Türkei

Situation
In der Türkei leben derzeit offiziell 3,8 Millionen Geflüchtete – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Konflikte in umliegenden Regionen, insbesondere in Syrien, zwingen immer mehr Menschen, ihre Heimat zu verlassen und in der Türkei Zuflucht suchen.

Hilfe des DRK in der Türkei
In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Roten Halbmond unterstützt das DRK den den Betrieb von Ambulanzen für Psychotherapie und Psychiatrie in insgesamt 12 urbanen Zentren in der Türkei.

Mehr Informationen über die Arbeit des DRK für Flüchtlinge in der Türkei.


Spende für Syrien

Die Helferinnen und Helfer des Roten Kreuzes und Roten Halbmondes sagen „Danke“, denn mit Ihrer Spende für Syrien unterstützen Sie lebensnotwendige Maßnahmen. Die humanitäre Lage der Bevölkerung ist dramatisch und von Entbehrungen geprägt. Der Großteil der Binnenvertriebenen in Syrien und der Geflüchteten in den Nachbarländern lebt in Notunterkünften oder Flüchtlingscamps.

Spenden Sie für Syrien, um denen Hilfe zukommen zu lassen, die sie am dringendsten benötigen – allen voran ältere Menschen, Frauen und Kinder.

Mit Ihren Spenden konnten wir bislang viel bewirken. Unterstützen Sie uns weiterhin mit Ihrer Online-Spende.


Über unsere Aktionsseite entscheiden Sie selbst, wofür Ihre Online-Spende letztlich verwendet wird: Schon für nur 30 Euro können Sie eine syrische Familie mit den nötigsten Hygieneartikeln wie Seife, Handtüchern, Zahnbürsten und Zahnpasta versorgen. Mit 100 Euro können sogar lebenswichtigen Hygienepakete für zehn Kleinkinder bereitgestellt werden.

Dabei verpflichten wir uns zu absoluter Spendentransparenz. Ihre Spende kommt an und ist zudem steuerlich absetzbar.


Ihre Hilfe kommt an! Dank Ihrer Spenden konnten wir schon viel erreichen.


 

  • Nahrungsmittel
    pakete
  • Babykits
  • Hygienekits
  • Decken
  • Erste-Hilfe-Pakete
  • Krankenwagen

395.290
Nahrungsmittelpakete

wurden verteilt.
Zusammen entspricht das 10 Mal der Höhe des

Mount Everest

742.175 Babykits

wurden verteilt. Zusammen entspricht das der Distanz zwischen

Frankfurt am Main und Bonn

1.258.190 Hygienekits

wurden verteilt. Zusammen entspricht
das 1000 Mal der Höhe des

Eiffelturms

332.301 Decken

wurden verteilt

23341 Erste-Hilfe-Pakete

wurden verteilt

21 Krankenwagen

wurden geliefert



Eindrücke aus Syrien

Im DRK-Blog lesen Sie Berichte aus Syrien sowie den Nachbarländern Libanon, Türkei und Irak – zur Wort kommen DRK-Mitarbeiter, Helfer der lokalen Rothalbmondgesellschaften und Menschen, die von uns Hilfe erhalten.

  • Syrien: DRK-Hilfe im Krisengebiet

    Im Camp für Binnenvertriebene im syrischen Jebreen hat DRK-Mitarbeiterin Oana Bara mit Hadra Ibrahim gesprochen. Die junge Mutter spricht von Verlust und einem Leben voller Entbehrungen. Das DRK unterstützt die Nothilfe des Syrischen Arabischen Roten Halbmonds für Menschen wie Hadra Ibrahim.

  • Syrien: „Es ist schwer, mein Land in dieser Krise zu sehen“

    Rouba Khwanda arbeitet seit acht Jahren für den SARC in Syrien, zuerst im Nothilfe-Team, jetzt im Wasser- und Hygienebereich. Es ist schwer für sie, ihr Land in dieser Krise zu sehen, doch sie sagt: „Es motiviert mich sehr zu sehen, dass unsere Hilfe ankommt.“ Wir stellen sie und andere Helfer im DRK-Blog vor.

  • Libanon: Das Leben ist hart, aber zumindest sicher

    Vor sechs Jahren ist Kaltoum Hammadi Hilal aus Aleppo, in den Libanon geflohen. Mit der ganzen Familie – sie hat sieben Kinder und ein Enkelkind. Heute leben sie alle zusammen in einem informellen Flüchtlingslager in Zahle, im Libanesischen Bekaa-Tal. DRK-Mitarbeiterin Oana Bara hat sie getroffen.

Jahresbericht: Bilder und Zahlen

 

Auch neun Jahre nach Beginn der Syrienkrise ist die humanitäre Hilfe des SARC ungebrochen. Das Video zum Jahresbericht zeigt das große Ausmaß der Hilfsleistungen.

 

Wir brauchen Ihre Unterstützung. Spenden Sie jetzt für Syrien!

Wissenswertes zu Syrien

  • Mit wem arbeitet das Deutsche Rote Kreuz in Syrien zusammen?

    Die Mitarbeiter und Freiwilligen der lokalen Schwesterorganisationen des DRK leisten seit nunmehr neun Jahren Außerordentliches zur Versorgung der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung in Syrien. Das machen sie in Syrien selbst sowie in den angrenzenden Nachbarländern. Ohne ihren Einsatz wäre eine Umsetzung der humanitären Hilfe des DRK nicht möglich. Gleichzeitig bedeutet die humanitäre Arbeit in Syrien und den Nachbarländern eine enorme Gefahr und Belastung für jeden einzelnen Helfer.

    In Syrien etwa ist der Syrische Arabische Rote Halbmond (SARC) der gesetzlich anerkannte und wichtigste Kanal für die gesamte Humanitäre Hilfe. Der SARC wird von den Konfliktparteien weitestgehend als neutrale und unparteiliche Organisation anerkannt. Dennoch haben von den rund 7.000 Helfern des Syrischen Arabischen Roten Halbmonds bereits mehr als 65 im Einsatz ihr Leben verloren. Immer wieder kommt es zu Angriffen auf Ambulanzen oder Hilfskonvois des SARC. Das ist eine massive Verletzung des humanitären Völkerrechts. Darüber hinaus sind viele SARC-Helfer als syrische Staatsbürger selbst mehrfach vertrieben und arbeiten unter schwierigsten Bedingungen im Namen der Menschlichkeit. Dabei ist die psychische Belastung für die humanitären Helfer in den Krisengebieten, insbesondere in Syrien, aber auch im Irak immens. Sie alle nehmen höchste persönliche Risiken auf sich und arbeiten oft jenseits des Vorstellbaren. Ihnen gilt unsere höchste Anerkennung.

  • Weiterführende Informationen

    Der Konflikt in Syrien ist ein komplexes Thema, das die Welt seit mehreren Jahren bewegt. Informationen über die Lage vor Ort sind teils schwer zu beschaffen.

    Im DRK-Blog lesen Sie Berichte aus Syrien sowie den Nachbarländern Libanon, Türkei und Irak – zu Wort kommen DRK-Mitarbeiter, Helfer der lokalen Rothalbmondgesellschaften und Menschen, die von uns Hilfe erhalten.

    Im Rahmen des übergreifenden und von der EU finanzierten MADAD-Programms, dessen Partner das DRK ist, erhalten syrische Flüchtlinge und Gastgemeinden in den Nachbarländern humanitäre Hilfe. Erfahren Sie hier mehr über das MADAD-Programm. 

    Der interaktive Film "Brothers Across Borders", der im Zuge des MADAD-Programms entstanden ist, verdeutlicht die existenziellen Herausforderungen für Menschen auf der Flucht. Zum Film ist auch ein Leitfaden für Lehrkräfte mit verschiedenen Informationen und Übungen zur Thematisierung im Unterricht erschienen.

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