Männer in Schutzkleidung bei Übung für Pandemien und Epidemien

Epidemien und Pandemien: Hilfe bei Infektionsausbrüchen

Während im Zuge der Corona-Krise das Thema "Pandemie" erstmals in sämtlichen Nachrichten behandelt wurde, sind hingegen oftmals arme Länder häufig oder wiederkehrend von sich schnell ausbreitenden ansteckenden Infektionskrankheiten, Epidemien und Pandemien betroffen, die oft aber wenig Aufmerksamkeit hervorrufen.

Doch was genau ist eine Pandemie? Wie unterscheidet sich eine Pademie von einer Epidemie? Und wie leistet das Deutsche Rote Kreuz im Falle von Infektionsausbrüchen humanitäre Hilfe?

Bedeutung, Ursachen, Folgen und Beispiele von (hoch-)ansteckenden Infektionskrankheiten sowie Hilfsprojekte des DRK in der Welt zur Bekämpfung solcher Ausbreitungen werden nachfolgend vorgestellt.


Was ist eine Pandemie?

Von einer Pandemie wird gesprochen, wenn sich eine Krankheit über Ländergrenzen hinaus oder gar global ausbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erfasst und beobachtet kontinuierlich das Auftreten und die Verbreitung von Krankheitserregern und Infektionskrankheiten mit epidemischem oder pandemischem Potential. Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) regeln die völkerrechtlich bindenden Rechte und Pflichten von Staaten, um die grenzüberschreitende Ausbreitung von Krankheiten vorzubeugen und zu bekämpfen. Als zentrale Organisation für die Weltgesundheit hat die WHO für influenza-ähnliche Krankheiten einen Pandemieplan herausgegeben, in dem eine Pandemie in verschiedene Phasen eingeteilt wird. In Phase 0 wird beispielsweise durch signifikante und sich schnell ausbreitenden Ausbrüchen ein Virus mit pandemischem Potential festgestellt.

Was ist eine Epidemie?

Bei einer Epidemie breitet sich eine ansteckende Krankheit schnell regional aus und führt zu einer überdurchschnittlich großen Zahl von Erkrankten. Dabei handelt es sich meist um Infektionskrankheiten, welche durch einen Virus oder Bakterien übertragen werden. Aber auch Pilze, Parasiten und verunreinigtes Wasser oder Lebensmitteln können zu einer Epidemie führen. Breitet sich die Krankheit überregional aus, wird die Epidemie zur Pandemie.

 

Was ist eine Endemie?

Endemien sind regional fortwährend gehäuft auftretende Krankheiten mit wiederkehrenden Ausbrüchen, die bei einem großen Teil der in der Region lebenden Bevölkerung auftreten.

Was ist der Unterschied zwischen einer Epidemie und einer Pandemie?

Epidemien und Pandemien unterscheiden sich allein durch den Umfang der Ausbreitung: Pandemien treten global auf, Epidemienregional.


Ursachen von Pandemien und Epidemien

Ursachen für Pandemien oder Epidemienlassen sich in folgende Einflüsse unterteilen:

  • biologische Faktoren
  • chemische Faktoren
  • physikalische Faktoren
  • psychologischen Faktoren
  • ökonomischen Faktoren
  • kulturelle Faktoren
  • Umweltfaktoren

In der Regel ist es die Kombination mehrerer Faktoren, die eine Epidemie auslösen. So führen wirtschaftliche Interessen beispielsweise dazu, dass Lebensräume von Tieren immer weiter eingeschränkt werden, es zu häufigerem Kontakt von Menschen und wilden Tieren kommt und Erkrankungen vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übergehen, werden als Zoonosen bezeichnet. Ein Beispiel für eine Zoonose ist Ebola.

Schlechte Hygienebedingungen können die Ausbreitung von Krankheiten begünstigen und chemische Verunreinigungen von Wasser das Immunsystem schwächen oder selbst zu einer Epidemie führen. Nicht zuletzt spielt auch die Gesundheitsversorgungeine entscheidende Rolle.

Auch das Klima und der Klimawandel sind beeinflussende Faktoren. Überschwemmungen begünstigen beispielweise die Entstehung von wasserbasierten Krankheiten.

Durch die Globalisierung kommt es leichter zur Übertragung über Ländergrenzen hinweg, wodurch eine Epidemie, die nicht allein durch lokale Bedingungen begünstigt wurde, leichter zur Pandemie übergehen kann.

Gefährlich sind insbesondere neuartige Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger, gegen die der Mensch noch keine Antikörper gebildet hat. So können die Erreger zu einem schweren Krankheitsverlauf und einer schnellen Ausbreitung führen.


Folgen von Epidemien und Pandemien für Krisenregionen

Wie sich mit der Corona-Krise zeigt, hat eine Pandemie nicht nur Auswirkung auf die Gesundheit, sondern auch erhebliche Auswirkung auf die Wirtschaft. Insbesondere Menschen, denen es schon vor der Pandemie an Existenziellem wie einer Unterkunft, Wasser und/oder Nahrung gemangelt hat, geraten nun in noch größere Not. Weitere Bevölkerungsgruppen geraten in Armut, weil sie ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Hinzu kommen psychische Folgen, die u.a. durch die Einschränkung sozialer Kontakte ausgelöst werden.

Einreiseverbote und Reisewarnungen haben zu einem Wegbrechen des Tourismus geführt und viele Menschen in der Tourismus-Branche um ihre Existenzgrundlage gebracht.

In armen Ländern fehlt es oft nicht nur an der nötigen Gesundheitsversorgung. Schlechte Hygienebedingungen und fehlende Informationen führen zu einer hohen Ansteckungsrate und höheren Todesrate. Nicht zuletzt fehlt es oft an Möglichkeiten, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, da eine Unterbringung für die Quarantäne-Zeit und Hilfsmittel wie Schutzmasken nicht zur Verfügung stehen. Auch können es sich viele Menschen nicht leisten, zu Hause zu bleiben, da sie arbeiten müssen, um sich und ggf. ihre Familie zu ernähren.


Beispiele für Epidemien und Pandemien

Zu den wohl bekanntesten Infektionskrankheiten zählen Cholera, Masern, Polio, Pest, Malaria, Dengue, Ebola, HIV/AIDS, die Spanische Grippe und nun auch COVID-19. In jüngerer Vergangenheit zählte aber auch die Schweinegrippe H1N1 und die Vogelgrippe H5N1 zu den Pandemien. 2017 kam es in Madagaskar erneut zu einem Pest-Ausbruch. Heutzutage kann diese jedoch mit Antibiotika behandelt werden. Während Cholera in Deutschland im 19. Jahrhundert zuletzt zu einer Epidemie geführt hat, kommt die Krankheit noch heute in tropischen Ländern vor.

Ebola

Ebola oder auch Ebolafieber genannt, ist eine gefährliche Viruserkrankung, die bisher nur in Afrika aufgetreten ist. Besonders häufig trat die Erkrankung in der Demokratischen Republik Kongo und den umliegenden Ländern auf. Die Übertragung erfolgt über den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten.Die Symptome der Krankheit treten zwischen zwei und 21 Tagen nach der Infektion auf. Zunächst sind die grippeähnlichen Synptome eher unspezifisch. Später kommen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Oberbauchschmerzen sowie schließlich innere und äußere Blutungen hinzu. Seit 2019 gibt es einen zugelassenen Impfstoff. Ein Medikament zur gezielten Therapie ist jedoch bislang nicht zugelassen und 30 bis 90%, im Durchschnitt 50%, der Verläufe enden tödlich. Nach einer Ebola-Erkrankungen können Störungen des zentralen Nervensystems und Beschwerden in Muskeln und Gelenken zurückbleiben.

Für eine schnelle Hilfe bei Ebola-Ausbrüchen wie in Westafrika 2014-2016, hat das DRK spezielle Feldkrankenhaus-Module entwickelt, um Patienten isolieren zu können. Diese Module können weltweit eingesetzt werden kann. Damals starben am Ebolafieber in Westafrika über 11.000 Menschen.

COVID-19

Bei COVID-19 (Corona) handelt es sich um eine Viruserkrankung, genauer um das Virus SARS-CoV-2. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Aerosole und Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeit liegt meist bei 5 bis 6 Tagen, wobei Erkrankung auch ohne Symptome verlaufen kann. Zu den häufigsten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen und gestörte Geruchs- und/oder Geschmacksempfindungen. Als Langzeitfolgen sind beispielsweise Erschöpfung, Schlafstörungen, psychische Probleme, Organkomplikationen, Herzmuskelentzündungen und Diabetes bekannt.

Im Dezember 2019 wurden erste auffällige Erkrankungen in China gemeldet, im Januar 2020 konnte erstmal das Virus im Labor identifiziert werden. Rund ein Jahr nach den ersten gemeldeten Fällen wurde der erste Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in der EU zugelassen.

Das neuartige Coronavirus hat sich in nahezu allen Ländern der Welt verbreitet und verändert sich dabei kontinuierlich. Das DRK engagiert sich sowohl innerhalb Deutschlands in der Corona-Nothilfe als auch weltweit im Kampf gegen Corona mit verschiedenen Hilfsprojekten.

Cholera

Cholera ist eine bakterielle Erkrankung, die den Darm betrifft. Übertragen werden die Bakterien meist über verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 6 Tagen, lösen die Bakterien in der Regel Brechdurchfall mit Bauchschmerzen aus. Gefährlich ist diese Erkrankung vor allem aufgrund der schnellen Dehydrierung. Häufig kommt es aber auch zu einer Ansteckung mit mildem Verlauf.

Eine Cholera-Epidemie wird meist durch verunreinigte Trinkwasserquellen verursacht. Ärmere Länder sind davon eher betroffen und auch die Auswirkungen sind deutlich verheerender: Geschwächte und mangelernährte Menschen sind besonders gefährdet für einen schweren bis tödlichen Verlauf der Krankheit.

In vielen Ländern Afrikas kommt es immer wieder zu Cholera-Epidemien:

  • 2008/2009 Zentral- und südliches Afrika
  • 2010 Haiti
  • 2011 Zentral - und Westafrika
  • 2016 Jemen (bis heute)
  • 2019 Mosambik
  • 2020 Äthiopien

Spenden für schnelle Hilfe bei Infektionsausbrüchen

Im Falle eines Infektionsausbruchs ist schnelle Hilfe entscheidend, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen und Leben zu retten. Besonders krisen- und katastrophenanfällige Länder verfügen oft nur über eine sehr schwache Gesundheitsversorgung und können sich daher vor der Ausbreitung einer schweren Krankheit kaum schützen. Dies gilt nicht nur im Falle von Epidemien udn Pandemien.

Jede kleine Spende kann helfen, besonders betroffenen Menschen  besseren Schutz zu ermöglichen und in der Krise grundlegende Hilfe zu leisten. Helfen Sie mit!

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Hilfsprojekte des DRK im Kampf gegen Infektionskrankheiten

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