Hilfe für Venezuela: Gesundheitsversorgung

Venezuela: Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Das Leben der Menschen in Venezuela ist durch eine schwerwiegende, langanhaltende Krise geprägt: Massive Preissteigerungen verschärfen die Armut und lebenswichtige öffentliche Infrastruktur zerfällt. So ist zum Bespiel selbst medizinische Grundversorgung an vielen Orten nicht mehr gewährleistet. Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt das Venezolanische Rote Kreuz (VRK) bei der Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung.

Situation vor Ort

Das Gesundheitssystem ist auch in der Basis- bis hin zur Notfallversorgung eingeschränkt. Häufige Strom- und Wasserausfälle beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit, es fehlt an Medikamenten und medizinischen Instrumenten. Zudem sah sich ein großer Teil des medizinischen Fachpersonals im Zuge der Krise in Venezuela gezwungen, das Land zu verlassen. Aufgrund der hohen Inflationsrate fallen die Gehälter, die vom verbleibenden medizinischen Personal bezogen werden, derart gering aus, dass ohne zusätzliche Nebeneinkünfte das Existenzminimum nicht erreicht werden kann. Medikamente sind entweder nicht verfügbar oder übersteigen die Kaufkraft des Großteils der Bevölkerung.

Infolgedessen steigt das Gesundheitsrisiko der Bevölkerung: in den vergangenen Jahren sind die Fälle vermeidbarer Krankheiten deutlich angestiegen und Infektionskrankheiten, die in Venezuela eigentlich nicht mehr auftraten, sind wieder ausgebrochen, so etwa Masern, Diphterie und Gelbfieber. Darüber hinaus ist das Sterblichkeitsrisiko bei Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder HIV/AIDS deutlich gestiegen. Die Corona-Pandemie verschärft die Lage zusätzlich.

Lokale Kapazitäten mobilisieren und stärken

Trotz all dieser Herausforderungen gibt es in Venezuela noch Kapazitäten im personellen und infrastrukturellen Bereich, die es besser zu mobilisieren und zu unterstützen gilt, um die Gesundheitsversorgung zu stabilisieren. Unter den Mitarbeitenden und Freiwilligen des VRK befinden sich weiterhin viele Personen, die über eine medizinische Ausbildung verfügen. Sie sie sind eine tragende Säule für die Arbeit des VRK.

Mit Unterstützung des DRK fördert das VRK vor allem die Basisgesundheitsdienste, die der Behandlung in Krankenhäusern vorgelagert sind. Berücksichtigung finden ebenso die Vorbeugung und Kontrolle von Infektionskrankheiten wie COVID-19 sowie die Stärkung von Ersthelfer-Teams in den Gemeinden.

Hilfe vor Ort

In insgesamt fünf Regionen Venezuelas können wir zusammen mit unserer Schwestergesellschaft rund 66.000 Menschen auf verschiedene Weise unterstützen: Im Mittelpunkt stehen hierbei Patientinnen und Patienten, Freiwillige, aber auch Gemeindemitglieder, die sich durch neues Wissen besser vor Krankheiten schützen können. Das Venezolanische Rote Kreuz und das Deutsche Rote Kreuz setzen gemeinsam die folgenden Aktivitäten um:

  • Etablierung und Schulung von 24 aus Gemeindemitgliedern bestehenden Gesundheitskomitees
  • Einrichtung mobiler Gesundheitsstationen zur Versorgung von Menschen in Gebieten ohne medizinische Infrastruktur
  • Gesundheitsförderung in den Gemeinden durch Informationsveranstaltungen (z.B. Gesundheitstage, Kampagnen) zu Themen wie Krankheitsvorbeugung und Hygieneverhalten 
  • Erstellung von Informationsmaterial zur Gesundheitsförderung
  • Ausstattung und intensive Schulung der Ersthelfer-Teams in drei Gliederungen zur Stärkung der Notfallhilfe des öffentlichen Ambulanz-Systems

Das Projekt

Region: Aragua, Carabobo, Portuguesa, Yaracuy, Lara
Projektvolumen: 550.000 €
Laufzeit: 1. April 2021 bis 31. Dezember 2022
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Deutsches Rotes Kreuz/Spenden
Partner: Venezolanisches Rotes Kreuz
Titel: Stärkung der Notfallhilfe in fünf venezolanischen Bundesländern mit Schwerpunkt auf prähospitaler Versorgung und Basisgesundheitsdiensten


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Menschen, die aufgrund der Krise in Venezuela und Mehrbelastung in Kolumbien medizinisch unterversorgt sind, erhalten an ambulanten und stationären Gesundheitsstationen medizinische und psychosoziale Hilfe durch das DRK in Zusammenarbeit mit dem Kolumbianischen Roten Kreuz.

Rotkreuz-Helfer mit Frau und Kind in Kolumbien

Tausende Menschen aus dem politisch und ökonomisch instabilen Venezuela begeben sich täglich auf die Flucht nach Kolumbien, Peru und Ecuador. Das DRK unterstützt mit mobilen Gesundheitsstationen an Grenzübergängen und Erste Hilfe entlang der Migrationsrouten. Die Menschen erhalten zudem Trinkwasser, Nahrungsmittel und weitere Hilfen.

Mutter mit Kind und Helferin

Die ökonomische und humanitäre Lage in Venezuela ist höchst kritisch, viele Menschen sind unterversorgt und hungern. Viele Venezolaner flüchten daher in angrenzende Länder. Das DRK leistet auf den Fluchtrouten und an den Grenzregionen wichtige humanitäre Hilfe.

Mädchen mit Moskitonetz im Senegal

Das DRK ist weltweit in der humanitären Gesundheitsversorgung und der Vorbeugung von Gesundheitskrisen im Einsatz und leistet dabei sowohl in Notsituationen medizinische Hilfe als auch in der dauerhaften Verbesserung der Gesundheitssituation.

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