Ernährungssicherung in Madagaskar
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Madagaskar: Ernährung sichern

Gemeinsam mit dem Madagassischen Roten Kreuz unterstützt das DRK besonders betroffene Gemeinden, angemessen auf den Klimawandel zu reagieren.

Madagaskar ist ein Inselstaat vor der südöstlichen Küste Afrikas. Durch seine Lage zählt es neben Bangladesch und Indien zu den Ländern, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind: Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürre zerstören regelmäßig die Ernten, auf die der Großteil der vor allem ländlichen Bevölkerung angewiesen ist - als Lebensgrundlage zur Eigenversorgung und für den Handel. Tausende Kinder sterben jedes Jahr an Mangelernährung.

DRK-Projektin Madagaskar
Anpassungsstrategien in der Landwirtschaft spielen eine zentrale Rolle bei der Ernährungssicherung.

Reaktion auf den Klimawandel

Die Madagassische Bevölkerung ist gezwungen, sich den Klimaveränderungen anzupassen. Das Deutsche Rote Kreuz setzt deshalb zusammen mit dem Madagassischen Roten Kreuz das Projekt „RONGATRY“ in den besonders betroffenen Distrikten Farafangana und Vangaindrano in der Region Atsimo Atsinanana um. Das Ziel ist es, auf den Klimawandel zu reagieren und Ernährungssicherung zu verbessern. Die Hilfe bezieht sich auf die Bereiche Landwirtschaft, Nutztierhaltung und Gesundheit. So werden zum Beispiel die Techniken in der Landwirtschaft so angepasst, dass die Ernten trotz Extremwetter gesichert sind.

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Für 200 € kann ein Katastrophen-Management-Team ausgerüstet werden. 

Landwirtschaftliche Maßnahmen

Der Film, eine Produktion des Madagassischen Roten Kreuzes, stellt das Projekt vor, und zeigt, wie es den Menschen vor Ort hilft, wieder ertragreichere Ernten zu sichern und damit Mangelernährung entgegenzuwirken.

Stimmen von vor Ort

  • Farida: „Mir hat es geholfen, meine Situation zu verbessern“
    Foto: Portrait einer jungen Madagassin DRK
    Farida ist dankbar über die besseren Ernten.

    Seit zehn Jahren baut Farida mit Hilfe ihrer Mutter Felderbsen und Chinakohl an. Im Jahr 2017, nach der Einrichtung von Landwirtschaftsschulen für den Gemüseanbau durch das Rongatry-Projekt begann sie mit der verbesserten Landwirtschaft. Seitdem nutzt sie moderne Anbau-Techniken, die sie in diesen Schulen erlernt hat.

    Drei Mal so viele Erbsen

    Früher füllte sie jedes Loch (für das Säen von Erbsensamen) mit einer halben Tasse Samen und erntete nur rund eine Tasse Erbsen pro Quadratmeter. Jetzt sät sie nur noch zwei Samen pro Loch und erntet pro Loch etwa drei Tassen Erbsen. Die gesamte Erbsenproduktion ist ausschließlich für die Ernährung ihrer Familie bestimmt. Die durch Trocknen konservierte Ernte ermöglicht es ihr, die Ernährung ihres Haushalts das ganze Jahr über zu variieren und zu sichern, besonders in der mageren Jahreszeit.

    Anbau von Chinakohl

    Auf einer Fläche von circa 90 Quadratmetern wird Chinakohl angebaut. Da es sich um schwer zu konservierendes Gemüse handelt, verkauft sie einen Großteil der Produktion an die Händler des Vohipeno-Marktes. Vor kurzem verdiente sie mit dem Verkauf des Chinakohls rund 190.000 Ariary (rund 45 Euro).

    "Techniken, die machbar sind"

    „Es ist nicht schwierig, die technischen Kriterien genau einzuhalten, um gute Ernten zu erzielen“, sagt Farida. „Jäten, die Auswahl des richtigen Saatguts und die Verwendung von Düngemitteln – das sind wirklich Techniken, die für mich machbar sind. Mir hat das wirklich geholfen, meine Situation zu verbessern. Ich möchte dem Madagassischen Roten Kreuz und dem Deutschen Roten Kreuz danken, dass sie mir diese Techniken beigebracht haben.“

  • Zatoria: Vorreiter für den Yams-Anbau
    Foto: Portrait eines madagassischen Bauern DRK
    Überzeugter Yams-Bauer: Zatoria aus Marovato

    Zatoria ist eine sehr geschätzte Person in seinem Dorf Marovato, im Bezirk Fokontany. Die Dorfbewohner sind ihm sehr dankbar, denn er ist der Vertreiber von Yamswurzeln.

    Moderne Yamskultur-Techniken

    Die Geschichte beginnt, als das Rongatry-Projekt 2017 Landwirtschaftsschulen einrichtet und moderne Yamskultur-Techniken vermittelt. Zatoria wandte die neu erlernten Techniken auf seinem 110 Quadratmeter großem Feld an. Er kennt diese Techniken auswendig: "Wir beginnen mit der Vorbereitung des Komposts: Mischen Sie die Trockenmasse mit dem Grün und dem Mist und lassen Sie sie einen Monat lang stehen. Während dieser Zeit bereiten wir Löcher mit einer Tiefe von 60 cm, einer Breite von 40 cm und 1 m Abstand zwischen ihnen vor. Dann wird der Kompost im Loch angehäuft und wir setzen einen gesunden Steckling ein.“

    Kraft für die Feldarbeit

    Zatoria verkauft seine Ernten nicht, er zieht es vor, sie als Alternative zu Reis und Maniok als Hauptgericht zu verwenden. Für ihn "ist es eine sehr gute Sache, dass durch das Projekt hier Yamswurzeln eingeführt wurden, denn jetzt haben wir auch in der magereren Jahreszeit genug zu essen. Außerdem hat Yams eine gleichmäßige Textur, ersetzt Reis perfekt, hält lange im Bauch und gibt Kraft für die Feldarbeit."

    Neue Komposttechnik

    Als erster Anwender dieser Komposttechnik in seinem Dorf konnte er andere Menschen, die in seine Fußstapfen treten wollten, mit Yamssamen versorgen. Und das ist seit 2 Jahren der Fall. Derzeit wartet er auf seine dritte Ernte.

  • Hühnerhaltung und Süßkartoffelanbau ernähren Familie Revesita
    Foto: Portrait eines madagassischen Bauern DRK
    Durch das Projekt hat sich das Leben von Familie Revesita deutlich verbessert.

    Herr Revesita ist 53 Jahre alt und Familienvater. Dank seiner Begeisterung und Entschlossenheit wurde er 2017 vom Rongatry-Projekt zum Modell-Geflügelhalter seiner Gemeinde ausgewählt.

    Erträge durch Hühnerzucht

    Das Projekt stellte ihm daher 10 Hennen und 3 Hähne zur Verfügung. Seit dem Tag, an dem er die 13 Tiere erhielt, hat er insgesamt 83 Hühner für einen Preis von 415.000 Ariary verkauft – das sind rund 99 Euro. Mit dem Geld hat er den Nahrungsbedarf seiner Familie gedeckt und gleichzeitig die verbleibenden Hühner geimpft, damit sie bei guter Gesundheit bleiben.

    Schulung für die Süßkartoffelernte

    Darüber hinaus hat er die Agrartechniken, die durch das Rongatry-Projekt für die Süßkartoffelernte geschult werden, auf seinem eigenen 200 Quadratmeter großen Grundstück angewendet. Damit hat er eine Produktion von rund 103 kg für das Jahr 2018 erreicht. „Das Rongatry-Projekt hat es meiner Familie und mir ermöglicht, mehr Nahrungsmittel und Geld zur Verfügung zu haben“, sagt Herr Revesita. „Und das ist noch nicht alles, mit dem gut gebauten Brunnen im Zentrum des Dorfes haben wir weniger Risiko, Durchfallerkrankungen zu bekommen, da das Wasser, das wir trinken, gesünder ist.“

Das Projekt:

Projektregion: Farafangana und Vangaindrano in Atsimo Atsinanana Madagaskar
Schwerpunkt: Ernährungssicherung (auch: WASH und Shelter)
Laufzeit: 01.01.2016 bis 31.12.2019
Finanzierung: BMZ SEWOH: Sonderinitiative Eine Welt ohne Hunger
Projektvolumen: 1,645.000 Euro
Partner: Madagassisches Rotes Kreuz (MRK)


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