Collage: Frauen bei Gartenarbeit und Ernte im Südsudan
R.Maro/version-foto.de

Südsudan: Lebensgrundlagen für Frauen und Jugendliche schaffen

Armut, mangelnde Bildungschancen und Konflikte stellen die Menschen in der südsudanesischen Region Western Equatoria täglich vor große Herausforderungen. Das DRK und das Südsudanesische Rote Kreuz arbeiten mit einem langfristigen, ganzheitlichen Ansatz daran, die Perspektiven insbesondere von Frauen und jungen Menschen zu verbessern.

Armut, Ernährungsunsicherheit und fehlende Perspektiven

Western Equatoria ist ein ländlicher Bundesstaat im Westen des Südsudans. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Die Erträge vieler Menschen reichen jedoch nicht aus, um ihre Familien zu ernähren.

Die Auswirkungen des Klimawandels verschärfen die defizitäre Ernährungslage. Steigende Preise, eine hohe Inflation und eine landesweite Nahrungsmittelknappheit führen erschwerend dazu, dass viele Menschen sich Nahrungsmittel nicht in ausreichendem Umfang kaufen können.

Gleichzeitig ist der Zugang zu anderen Einkommensquellen äußerst begrenzt. Die meisten jungen Menschen - 70 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 30 Jahre alt - haben kaum eine Aussicht auf eine anerkannte Berufsausbildung. 

Benachteiligung von Frauen

Gerade während oder im Anschluss bewaffneter Konflikte sind Frauen spezifischen Gefahren ausgesetzt: Sie erfahren sexualisierte Gewalt und sind besonderen Gesundheitskrisen, wie beispielsweise pränatalen Komplikationen, ausgesetzt. Im Südsudan sind sie am stärksten von Mangelernährung betroffen und haben schlechtere Chancen auf eine gute Schulbildung.  


Hilfsmaßnahmen

Gemeinsam mit dem Südsudanesischen Roten Kreuz unterstützen wir mit verschiedenen Aktivitäten die Gemeinden und deren einzelne Mitglieder, damit sie langfristig ihre Produktivität und Selbständigkeit erhöhen können.  

Ernährungssicherheit verbessern

Die Erträge der meisten Kleinbauern in Western Equatoria sind gering. Veränderte klimatische Bedingungen verringern die Fruchtbarkeit des Bodens, und aufgrund der Konflikte im Land ist viel Wissen über Landwirtschaft verloren gegangen. Der daraus resultierenden großen Nahrungsunsicherheit begegnet das DRK mit kurz- und langfristigen Ansätzen:

  • Verteilung von Saatgut, Werkzeug und landwirtschaftlichen Geräten.
  • Landwirtschaftliche Schulungen für Bauern, die ihr erweitertes Wissen dann in die Gemeinden weitertragen.
  • Einbindung Jugendlicher in die Testung von neuen Anbaumethoden auf landwirtschaftlichen Übungsfeldern („demonstration farms“) oder Gemüsegärten für Frauen.

Ausbildung und Einkommensdiversifizierung

Die große Mehrheit der jungen Südsudaner*innen in Western Equatoria hat keine Aussicht auf eine Ausbildung. Die Schaffung von Zukunftsperspektiven außerhalb der Landwirtschaft durch ein Angebot von Berufsausbildungen ist daher ein zentraler Punkt unserer Arbeit vor Ort – so wollen wir einerseits die wirtschaftliche Situation in den Familien und Gemeinden mittelfristig verbessern, ihre Resilienz zu stärken und außerdem die Ernährungssicherheit verbessern. Dadurch wird auch bestehendes Konfliktpotential reduziert.

  • Rehabilitation und Ausstattung von Ausbildungszentren.
    Die Modernisierungs- und Bauvorhaben werden durch lokale Anbieter und Firmen durchgeführt, wodurch die lokale Wirtschaft gestärkt wird.
  • Ausbildungskurse in verschiedenen Bereichen, z.B. Mechanik, Schreinerei, Schneiderei, Friseurhandwerk.
    Fachrichtungen wurden nach Gesprächen in den Gemeinden ausgewählt und richten sich an den Bedarfen und Interessen der Teilnehmenden aus. Zudem sind die Zentren gut gelegen und mit dem umliegenden Arbeitsmarkt vernetzt.
  • Schulungen zu Unternehmertum, Buchhaltung und Marketing, um ausgebildete Gemeindemitglieder bei der Gründung von Kleinunternehmen zu unterstützen.
  • Starthilfen in Form von Finanzhilfen und/oder Ausstattung (z.B. Nähmaschinen, Werkzeugkästen, Stoffe, Handwerkzeug)

Stärkung der Resilienz von Frauen

Die Hälfte der Gemeindemitglieder, die im Rahmen des Projekts eine Berufsausbildung erhalten, sind Frauen und Mädchen. Die Möglichkeit, einer Erwerbsarbeit nachzugehen, wird ihre Resilienz erhöhen. Damit Mädchen und Frauen aktiv am täglichen Leben teilhaben können, verteilen wir außerdem Menstruationshygiene-Artikel.

Frieden und Zusammenhalt fördern

Ein großer Teil der südsudanesischen Bevölkerung hat jahrelange kriegerische Auseinandersetzungen miterlebt. Viele Menschen leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen.

Kämpfe aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit, fehlender Ressourcen oder als Folge von Fluchtbewegungen gehören zum Alltag.

Für ein friedliches Miteinander gilt es, diese vielschichtigen Spannungen aufzuarbeiten und die Solidarität untereinander zu stärken:

  • Schulungen zu Mediation und Konfliktbewältigung
  • Psychosoziale Unterstützung
  • Gemeinsame Kultur- und Sportveranstaltungen
  • Gründung von „Peace Clubs“ in Schulen und Gemeinden
  • Rehabilitation von Schulen und Gesundheitszentren

Das Projekt

Region: Western Equatoria, Gemeinden Maridi, Ibba,Yambio
Projektvolumen: 2.470.000 €
Laufzeit: 01.09.2021 -31.08.2025
Finanzierung: BMZ Übergangshilfe
Partner: Südsudanesisches Rotes Kreuz
Ziel: Verbesserte Resilienz und Ernährungssicherheit für Frauen und Jugendgruppen durch einkommensschaffende Maßnahmen und reduziertes Konfliktpotential in ländlichen Gemeinden in West Equatoria, Südsudan


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