Foto: Ein Ärzteteam behandelt einen Iraker im Krankenhaus. Internationales Komitee vom Roten Kreuz
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Wo wir helfen
  3. Nahost

Nothilfe im Irak

Flucht: Der Kampf um Mossul im Nordirak hat die Zahl der Binnenvertriebenen im Land weiter erhöht.

Irak gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Inzwischen sind mehr als drei Millionen Menschen auf der Flucht. Viele von ihnen suchen Schutz in der autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Weil die Lebenssituation vieler Vertriebener prekär ist, unterstützt das DRK die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds (IRH).

Foto: Irakischer Rothalbmondhelfer überreicht einem Mädchen mit einem Baby auf dem Schoß einen Hilfsgüterbeutel Irakischer Roter Halbmond
Verteilung von Hilfsgütern des DRK an Binnenflüchtlinge im Lager Dibaga.
"Red Cross Red Crescent", Beneficiaries, Child, Children, Disaster, Displaced, Distribution, Erbil, Family, Girl, IFRC, Iraq, Iraqi Red Crescent Society, KRI, Kurdistan, Refugees, Relief, Syrian, stiofanoriain
Ihre Spende hilft!

50 Euro helfen, dass fünf Flüchtlingsfamilien und ihre Babys je ein Hygienepaket mit Windeln und Wundcreme erhalten.

Unsere Hilfe funktioniert zweistufig: Zum einen versorgen wir neu Vertriebene mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygienepaketen. Da der Großteil aber bereits mehrere Jahre heimatlos ist, verbessern wir zum anderen ihre Lebensgrundlagen: Dazu haben wir beispielsweise Freiwillige des IRH zu Erste-Hilfe-Trainern ausgebildet, die ihr Wissen in den Flüchtlingslagern weitergeben. So lernen die vertriebenen Familien, Maßnahmen zu treffen, um Leben zu retten und Gefahren abzuwenden.

„Wichtig sind auch direkte Cash Transfers. Damit können die Vertriebenen selbst entscheiden, welchen Bedarf an Nahrung, Wasser oder Heizmaterial sie haben und bewahren damit ihre Selbstständigkeit“, erläutert Karolin Kleine-Cosack, DRKProjektreferentin Naher Osten.


Interview: „Ich habe das so vorher nicht erlebt“

Foto: Portrait eines DRK-Delegierten
Der gebürtige Stuttgarter Dr. Johannes Schad ist Facharzt für Chirurgie und leitender Notarzt. Für DRK, IKRK und die Föderation war er unter anderem in Haiti, Gaza, Nepal und im Irak tätig.

Der Chirurg und DRK-Delegierte Dr. Johannes Schad war für das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) zwei Monate im Nordirak im Einsatz.

Wie ist es zu Ihrem Einsatz für das IKRK im Irak gekommen?

Ich habe mich der Katastrophenmedizin verschrieben und unternehme bereits seit 2009 Auslandseinsätze für das Rote Kreuz. Das IKRK bat um meine Mitarbeit, als sich durch die Kämpfe um Mossul die Flüchtlingsbewegungen verstärkten.

Die Lage im Irak ist weiter sehr unübersichtlich. Welche Erfahrungen haben Sie vor Ort gemacht?

Ursprünglich sollte ich die Notaufnahme im Rohzawa-Hospital in Erbil neu strukturieren. Aber es gab zu viele Patienten, die unmittelbar versorgt werden mussten. Unter ihnen waren viele Menschen mit lebensbedrohlichen Verletzungen und Infektionen – in dieser hohen Konzentration habe ich das vorher nicht erlebt. Damit die Schwerverletzten es bis ins Hospital schaffen konnten, habe ich auch in einem Erstversorgungs-Center in Hammam Al-Ali, südlich von Mossul, gearbeitet.

War das Krankenhaus den Anforderungen entsprechend ausgestattet?

Wir waren ein 25-köpfiges internationales Mediziner-Team und haben von morgens um halb acht bis in die späten Abendstunden gearbeitet. Auch das Krankenhaus wurde in hohem Maße vom Roten Kreuz unterstützt. Zum Beispiel ist ein OP-Saal eingerichtet worden. Trotzdem hatten wir nicht genug Kapazitäten. Die Menge an hilfsbedürftigen Menschen war einfach zu groß. Und die Unterversorgung hält an.

Wie war die Zusammenarbeit mit den lokalen Ärzten?

Nach einiger Zeit waren die Abläufe eingespielt. Dabei half mir auch ein glücklicher Zufall: Ich bin 2011 schon einmal im Irak gewesen und habe dort Ärzte für Notaufnahmen trainiert. Zwei habe ich in Erbil wiedergesehen. Unsere Wiedersehensfreude war riesig. Die beiden haben mir geholfen, organisatorische Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Außerdem war es toll zu sehen, wie sie das damals Erlernte Jahre später sicher angewendet haben.

Solche Einsätze sind nicht ungefährlich. Was motiviert sie?

Das IKRK achtet sehr darauf, nur ein kalkulierbares Risiko einzugehen. Ich fühle mich den humanitären Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaft sehr verbunden. Ich empfinde die Arbeit als sinnvoll. Und ich lerne bei jedem Einsatz eine Menge – medizinisch, aber auch persönlich.


Helfen Sie mit!

Jede kleine Spende hilft den notleidenden Menschen dieser Welt!

Jetzt spenden!

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK