
Das MBM 5.000 ist ein modulares und schnell verlegbares System zur Versorgung in Krisen- und Katastrophensituationen. Innerhalb kurzer Zeit entsteht gewissermaßen eine voll funktionsfähige “Kleinstadt”, die sich mehrere Tage bis Wochen autark betreiben lässt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
Das MBM 5.000 ist modular aufgebaut. Es umfasst Zelt- und Infrastrukturmodule, Logistik, Verpflegung, Hygiene- und Sanitärkapazitäten, medizinische Basisversorgung sowie psychosoziale Versorgung. Bis zu 5.000 Menschen kann ein MBM 5.000 in Krisen- und Katastrophensituationen unterbringen und versorgen.
Das MBM 5.000 ist für den Einsatz in Zivilschutzlagen und Situationen großflächig zerstörter Infrastruktur konzipiert. Zu den typischen Einsatzszenarien zählen etwa Großschadenslagen, Evakuierungen, Naturkatastrophen und langfristige Ausfälle kritischer Infrastruktur. Das Ziel: staatliche und kommunale Strukturen sollen dadurch entlastet und möglichst große Menschenmengen betreut werden können. Insbesondere bei großen Bevölkerungsbewegungen müssen neben der humanitären Versorgung der Betroffenen aber auch die Auffangfunktion und letztlich die Steuerung und Verteilung der Menschen sichergestellt werden. Das MBM 5.000 unterstützt bestehende Einrichtungen sowie die existierende Infrastruktur kurzfristig und übernimmt auf diese Weise eine „Pufferfunktion“ für das gesamte Bundesgebiet: Nach der Erstversorgungs- und Betreuungsphase kann die geordnete Weiterverteilung von betroffenen Personen erfolgen.
Bis zu zehn MBM 5.000 sollen nach dem Willen der Politik beschafft werden. Sie werden künftig die Zivilschutzreserve des Bundes bilden. Aktuell gibt es lediglich ein MBM 5.000, das beim DRK angesiedelt ist, ein weiteres ist beim Arbeiter-Samariter-Bund anfinanziert.
Materialien, Konzepte und Abläufe des MBM 5.000 haben sich bereits während der Pilotphase in Einsätzen bewährt. So etwa zur Unterstützung bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021, bei der Erweiterung des Impfzentrums in Berlin-Tempelhof im Rahmen der Pandemiebewältigung sowie bei der Unterbringung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine in Berlin-Tegel im Frühjahr 2022.
Die Fahrzeuge und Materialien sind im Bevölkerungsschutz-Hub in Luckenwalde eingelagert. Dafür ist ein Platzbedarf für über 150 Container, 300 Unterkunftszelte, tausende Palettenplätze, mehrere Großzelte, Ersatzstromerzeuger und Fahrzeuge vorgesehen.