Rothalbmondhelferin übergibt Bargeld an eine Begünstigte
Ibrahim Mollik/IFRC
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Humanitäre Geldleistungen

Ob Soforthilfe, Wiederaufbau oder langanhaltende Entwicklungszusammenarbeit: Die Hilfsleistungen als Teil der humanitären Arbeit sind so unterschiedlich wie die auftretenden Notfälle, Katastrophen und Krisen selbst - und speziell an deren jeweiligen Bedarf angepasst. Geldleistungen sind dabei ein sehr geeignetes Mittel, um Menschen zu unterstützen.

Doch was sind Geldleistungen? Wie funktioniert diese Art von Hilfe? Welche Vorteile hat die Hilfe in Form von Geldleistungen? Ein Überblick.


Was sind Geldleistungen?

Geldleistungen sind eine Form der Hilfe, die notleidenden Menschen Zugang zum lebensnotwendigen Gütern ermöglichen.

Geldleistungen werden in den verschiedenen Phasen von Notsituationen eingesetzt und helfen in der Ernährungssicherung, bei Wasser- und Hygienemaßnahmen, bei Bauprojekten oder beim längerfristigen Aufbau von Lebensgrundlagen

Neben der direkten Auszahlung oder Überweisung von Geld gibt es weitere Formen, zum Beispiel: Wert-, Waren- oder Dienstleitungsgutscheine oder Cash-for-Work-Programme, in deren Rahmen Menschen für ihre Arbeiten direkt entlohnt werden. 

Welche Vorteile haben Geldleistungen?

Geldleistungen haben eine Reihe von Vorteilen: Sie ermöglichen es den Bedürftigen, selbst zu entscheiden, wofür sie das Geld ausgeben, und sie lassen sich flexibel an die individuellen Bedürfnisse der Menschen anpassen.

Studien haben die Vorteile von Geldleistungen belegt, was sich auch mit den Erfahrungen des DRK bei der Umsetzung seiner Projekte deckt: Der Entscheidungsspielraum zur Selbsthilfe durch Geldleistungen gibt von Not betroffenen Menschen die Möglichkeit, bestmöglich für sich zu sorgen. Zudem fallen Transport und Lagerkosten weg, lokale Märkte werden gestärkt und die Verteilung der Hilfe funktioniert zügig, da keine aufwendige Logistik nötig ist. 

Die Höhe von Geldleistungen wird in Bezug zu den aktuellen Marktpreisen vor Ort und je nach aktueller Situation im Land festgelegt.


Voraussetzungen und Bedingungen von Geldleistungen

Damit Geldleistungs-Programme umgesetzt werden können, gelten bestimmte Voraussetzungen: Die regionalen Märkte müssen funktionieren und für die Menschen zugänglich sein. Je nach Verteilsystem sollten Bank- oder Postfilialen, ein Mobilfunknetz oder andere finanzielle Infrastruktur zur Verfügung stehen. Nationale Gesetze des jeweiligen Landes müssen beachtet und die Akzeptanz in der Bevölkerung gesichert sein, ebenso wie die Finanzierung für das Projekt. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, läuft eine nicht an Bedingungen gebundene Bargeldzahlung wie folgt ab:

  • 1.  Festlegung der Begünstigten

    Zunächst werden die Begünstigten durch die Nationale Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaft anhand bestimmter Kriterien identifiziert. Im Vordergrund steht dabei immer das Maß der Not der Betroffenen. Oft fallen darunter frauengeführte Haushalte, Haushalte mit unterernährten Kindern, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung. Die Begünstigten werden stets in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden identifiziert, also in Absprache mit den Dorfältesten, Gemeindevorstehern, Lehrern, Hebammen. 

  • 2. Registrierung

    Die Registrierung für die Geldhilfen findet an einem festgelegten Termin statt, über den die Teilnehmenden vorab informiert werden. An diesem Tag werden die Empfänger registriert und erhalten dann ggf. in der regional möglichen Art und Weise – zum Beispiel über ein Bankkonto, Geldkarten, Mobiltelefon – Zugang zu dem jeweiligen Geldtransfer.

  • 3. Einsatz der Geldleistungen

    Schließlich können die Empfänger die Güter kaufen, die sie zur Bewältigung ihrer Notlage am dringendsten benötigen. Häufig können sich die Empfänger bei Fragen oder Schwierigkeiten – etwa beim Abholen am Bankautomaten oder mit der Bezahlung durch das Mobiltelefon – an eine unabhängige Service-Hotline wenden, um die Probleme zu lösen.


Beispiele für erfolgreiche Projekte mit Geldleistungen

Als Hilfsorganisation beobachtet das DRK die Wirkung der Geldleistungen stetig, wertet die Ergebnisse regelmäßig aus und nimmt, wenn nötig, Anpassungen vor, um jederzeit sicher zu gehen, dass die Maßnahme die Not der Menschen in Krisen- und Katastrophengebieten lindert. Geldleistungen kommen beim DRK in verschiedenen Projekten zum Einsatz, vor allem durch neue Techniken und dank der Digitalisierung vermehrt in der Sofort- und Nothilfe. So können syrische und irakische Flüchtlinge im Libanon und im Irak mit der finanziellen Hilfe des DRK ihre Grundbedürfnisse decken. In Somalia erhalten Menschen Geld, die unter den Folgen der Dürre leiden, um sich Nahrungsmittel und Wasser kaufen zu können und ihre zerstörte Lebensgrundlage wiederaufzubauen. In der Ukraine verteilet das DRK Einkaufs- und Apothekengutscheine an Binnenvertriebene.

Nach den Taifunen Haiyan und Melor hat das DRK die Betroffenen auf den Philippinen mit Geldleistungen unterstützt. Unter anderem erhielten Bauern und Fischer Starthilfen, um sich wieder Einkommensquellen zu erschließen. In Pakistan konnten sich die Betroffenen eines schweren Erdbebens dank der finanziellen Hilfen wichtige Güter wie Lebensmittel, Medizin, Kleidung und Schulmaterialien kaufen. 

Geldleistungen als Vorsorgemaßnahme

Nicht nur nach Katastrophen, sondern auch als Vorsorgemaßnahme kommen Geldleistungen derzeit in Bangladesch zum Einsatz: Zeigen Wetterprognosen ein kritisches Risiko für bevorstehende Stürme und Überschwemmungen, leistet das DRK vorausschauende humanitäre Hilfe mittels Geldleistungen, damit sich die Menschen in gefährdeten Regionen besser vorbereiten können.

  • Hilfspakete für Flüchtlinge

    Libanon

    Seit Beginn der Syrienkrise haben über 1,5 Mio. Menschen Zuflucht im benachbarten Libanon gesucht. Auf der Suche nach Unterkunft, Versorgung und Sicherheit vor Gefechten benötigen sie auch neun Jahre nach Ausbruch des Konfliktes dringend Unterstützung.
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  • Rothalbmond-Helferin im Gespräch mit Geflüchteter

    Nord-Irak: Nothilfe

    Nach Ende jahrelanger schwerer Kämpfe sind im Irak immer noch mehr als 1,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Fast 5 Millionen zuvor vertriebene Menschen konnten zwar in ihre Heimat zurückkehren, haben aber ihr Hab und Gut verloren. Weil die Lebenssituation vieler Vertriebener prekär ist, unterstützt das Deutsche Rote Kreuz die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds.
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  • Spenden für Somalia

    Somalia

    Die Menschen in Somalia müssen mit einer Reihe von Herausforderungen umgehen: Armut, politische Instabilität, fehlende Infrastruktur, Naturkatastrophen und Klimawandel. Seit rund 25 Jahren engagiert sich das DRK im Land und arbeitet dort mit dem Somalischen Roten Halbmond zusammen.
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  • Ukraine: Hilfe für Binnenflüchtlinge

    Die Ukraine befindet sich immer noch in einer Krise. Aus den umkämpften Gebieten um Lugansk und Donetsk fliehen weiterhin tausende Menschen. Das DRK unterstützt die Region Charkov bei der Versorgung der Binnenflüchtlinge.
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  • Hilfsprojekte in Pakistan zum Wiederaufbau nach der Katastrophe

    Pakistan

    Pakistan wurde in den letzten Jahren verstärkt von Katastrophen getroffen. Das Deutsche Rote Kreuz leistet in 36 Gemeinden Hilfe zur Selbsthilfe, damit sich die Menschen besser auf diese Ausnahmesituationen vorbereiten können.
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  • Geflüchtetes Mädchen in der Region Cox's Bazar in Bangladesch trägt einen Krug

    Bangladesch

    Bangladesch leidet immer wieder unter schweren Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen. Zusätzlich kamen seit 2017 fast eine Million Flüchtlinge aus der Region Rakhine in Myanmar nach Bangladesch. Das DRK unterstützt den Bangladeschischen Roten Halbmond.
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DRK-Blog: So helfen humanitäre Geldleistungen konkret


  • Ansprechpartnerin

    Mareike Tobiassen
    Leitung Geldleistungen und geldgleiche Leistungen
    Team Internationale Zusammenarbeit
    Email: m.tobiassen(at)drk.de

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