Helfer und Flüchtlingskinder bei Mossul Safin Ahmed / Iraqi Red Crescent Society
Sie befinden sich hier:
  1. Hilfe weltweit
  2. Wo wir helfen
  3. Nahost

Nord-Irak: Akute Nothilfe für Menschen auf der Flucht

Die Kämpfe um Mossul, zweitgrößte Stadt des Irak, haben begonnen. Damit verschärft sich laut UN die humanitäre Lage für die Menschen im Norden des Irak zunehmend. Seit Anfang 2014 herrschen im Irak schwere gewaltsame Auseinandersetzungen, inzwischen sind deshalb rund 3,3 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Mit Intensivierung der Kampfhandlungen werden in den nächsten Wochen weitere große Flüchtlingsströme erwartet. Den vielen hunderttausend Irakern, die aufgrund dessen flüchten müssen, mangelt es oft am Nötigsten wie Trinkwasser und Decken. Mit dringend benötigten Hilfsgütern und Bargeldhilfen unterstützt das DRK die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds.

Deutsches Rotes Kreuz, Logistik, Lager, Warenlager, Kisten, Hilfsgüter, Logo, Spende
Ihre Spende hilft!

Für 50 € können fünf Flüchtlingsfamilien und ihre Babys je ein Hygienepaket mit Windeln und Wundcreme erhalten.

Mangel an überlebensnotwendigen Gütern

Die humanitäre Lage im Irak verschärft sich immer weiter. Die am 17. Oktober 2016 begonnenen kämpferischen Auseinandersetzungen zur Rückgewinnung der Kontrolle über die Stadt Mossul werden weitere große Fluchtbewegungen erzeugen. Einige Gebiete und Ortschaften wurden in den vergangenen Monaten bereits von den Irakischen Streitkräften und seinen Verbündeten zurückgewonnen. So konnten rund 600.000 Menschen in ihre Wohnorte zurückkehren. Doch die Militäroperationen gehen weiter und anhaltende Kämpfe in Anbar und um Mosul haben bereits Hundertausende in die Flucht getrieben. Mit der jetzigen Intensivierung der Kämpfe wird erwartet, dass allein in den nächsten Wochen weitere 660.000 Menschen aus der Gegend in und um Mossul fliehen werden.  Insgesamt wird  mit über 1 Millionen intern Vertriebenen gerechnet. Die humanitäre Gemeinschaft sowie irakische Behörden bereiten sich aktuell intensiv auf diese Ereignisse vor. Dennoch rechnen wir mit verheerenden Folgen für die Betroffenen und einem gravierenden Mangel an überlebensnotwendigen Gütern.

Hilfsgüter zur Linderung der schlimmsten Not

In der allerersten Zeit nach ihrer Flucht brauchen die Menschen neben Trinkwasser und Trinkwasserkanistern Decken, Hygienekits, Nahrungsmittel und andere lebensnotwendige Güter. Diese werden in einem Lagerhaus in Dohuk bereit gehalten, bevor sie vom Irakischen Roten Halbmond in den betroffenen Gebieten und Auffanglagern verteilt werden. Nach der Versorgung in ersten Anlaufstellen, werden die Vertriebenen in andere Flüchtlingslager und Unterkünfte weitergeleitet, um dort mit längerfristiger Hilfe versorgt zu werden.

Das DRK verfügt vor Ort über ein Team von 5 Delegierten und lokalen Mitarbeitern, welches den Irakischen Roten Halbmond bei der Hilfsoperation laufend unterstützt. Für die neu Vertriebenen hält das DRK Hygieneartikel für 52.400 Familien sowie Trinkwasser bereit. Weitere 8.100 Familien können mit Decken, Kerosinkochöfen und Küchensets versorgt werden.

Seit 2014 hilft das DRK den Vertriebenen im Nord-Irak

Bereits seit Mitte 2014 unterstützt das DRK die Nothilfe des Irakischen Roten Halbmonds im Nord-Irak. Erst mit Winterhilfe wie Decken und Heizöfen aufgrund des extrem kalten Winters und später mit Sommerhilfe in Form von Luftkühlgeräten konnten wir die Not in den einfachen Flüchtlingsunterkünften lindern helfen. Mit Bargeldhilfen, sogenannten Cash Transfers, ermöglichte das DRK 1300 Familien, ganz persönliche Bedürfnisse zu stillen. Diese tragen dazu bei, die Eigenständigkeit und Würde der Betroffenen zu erhalten. Rund 1.000 besonders benachteiligte Familien, die unter ärmsten Bedingungen in Zelten hausen, erhielten Gutscheine für Baumaterial und technische Unterstützung beim Bau von festen Unterkünften. Von DRK und dem Irakischen Roten Halbmond ausgebildete Ersthelfer in den Flüchtlingscamps stärken die Fähigkeit zur Selbsthilfe im Notfall.

  • Flexible Hilfszahlungen sichern Grundbedürfnisse und geben Würde

    Einheitliche Hilfsgüter wie Hygienesets oder Nahrungsmittelpakete sind unentbehrlich. Jedoch können nicht alle existenziellen Bedürfnisse damit gedeckt werden. Gerade die Bedarfe der Menschen, die bereits seit mehreren Monaten oder sogar Jahren vertrieben sind, können so oft nicht berücksichtigt werden. So benötigt eine Familie z.B. Medikamente für die Behandlung einer Krankheit, während eine andere Familie Baumaterial für ihre Unterkunft braucht. Deshalb ermöglicht das DRK durch einmalige oder wiederholte Hilfszahlungen den Menschen, ganz persönliche Bedürfnisse zu stillen. Gleichzeitig tragen diese Zahlungen dazu bei, die Eigenständigkeit und Würde der Betroffenen zu erhalten.

  • Ersthelfer in Flüchtlingscamps stärken Selbsthilfekapazitäten

    Nachdem das DRK Freiwillige des Irakischen Roten Halbmondes zu Erste-Hilfe-Trainern ausgebildet hat, geben diese ihr Wissen in Flüchtlingslagern weiter. So lernen die vertriebenen Familien, selbst Maßnahmen zu treffen, um Leben zu retten und Gefahren abzuwenden oder zu minimieren, bis professionelle Hilfe eintrifft. Die neuen Ersthelfer erhalten notwendige Erste-Hilfe-Materialien und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erstversorgung in den Flüchtlingslagern.

  • Winter- und Sommerhilfen schützen bei extremen Wetterbedingungen

    Viele Flüchtlinge im Irak leben unter harten Wohnbedingungen – etwa in unfertigen Gebäuden oder Zelten. Gleichzeitig kann das Wetter extrem sein – von Temperaturen am Gefrierpunkt im Winter bis zu Hitze von über 50° C im Sommer. Behelfsmäßige Behausungen bieten davor wenig Schutz. Deshalb unterstützt das DRK die Menschen mit speziellen Hilfsmaßnahmen für den Winter und den Sommer. Im Winter sind dies vor allem Gutscheine für Kerosin und Heizöfen, im Sommer können Luftkühlgeräte besonders Kinder und ältere Menschen vor Hitzefolgen bewahren. Ein wesentlicher Teil der Sommer- und Winterhilfe wird aber auch durch Bargeldhilfen abgedeckt, damit die Menschen individuelle saisonale Bedarfe abdecken können. Viele Menschen haben in den vergangenen Jahren bereits Heizöfen oder Decken erhalten und benötigen nun andere Hilfsgüter, welche sie mit Hilfe der Cash Transfers eigenständig beschaffen können. Insgesamt konnte das DRK auf diese Weise bereits tausende Familien mit verschiedenen Hilfsgütern unterstützen.

  • Der Bau von festen Unterkünften verbessert die Situation von Vertriebenen erheblich

     

    Über 1.000 besonders benachteiligte Familien im Flüchtlingslager Gawilan, die teils seit mehreren Jahren unter ärmsten Bedingungen in Zelten hausten, erhielten Gutscheine für Baumaterial und technische Unterstützung beim Bau von festen Unterkünften. Diese bieten Schutz vor Wettereinflüssen und tragen erheblich zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl und würdevolleren Lebensbedingungen bei. Die sehr erfolgreiche Maßnahme wird in den kommenden Monaten im Flüchtlingslager Domiz fortgesetzt werden.

     

     

Das Projekt

Region: Nordirak (Regierungsbezirke Dohuk, Erbil und Suleymaniah) und angrenzende Gebiete
Partner: Irakischer Roter Halbmond (IRH)
Finanzierung: Auswärtiges Amt, Belgisches Rotes Kreuz und Spenden
Begünstigte: rund 52.000 Familien
Projektvolumen: 6.715.000 EUR
Planung für die Nothilfe in Mossul: 911.000 EUR für 2016

Helfen Sie mit!

Jede kleine Spende hilft den notleidenden Menschen dieser Welt!

Jetzt spenden!

zum Anfang

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Erfahren Sie mehr

OK