DRK betreibt Kläranlage im Hochwassergebiet
Philipp Köhler / DRK
Verpflegungszentrum für 10.000 Personen
Philipp Köhler
DRK hilft bei Flutkatastrophe
DRK / Philipp Köhler
DRK hilft nach der Flut
Kai Kranich / Marion Müller
DRK hilft nach der Flutkatastrophe in Deutschland
Philipp Köhler / DRK

Flutkatastrophe: DRK-Hilfseinsatz in Deutschland

Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland, bei der tausende Menschen alles verloren haben, unterstützt das DRK mit einem Soforthilfe-, Betreuungs- und Wiederaufbau-Programm.

Am 15. Juli 2021 führte Unwetter mit Starkregen zu einer der schlimmsten Hochwasser-Katastrophen der deutschen Geschichte mit enormen Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.  Nachfolgend kam es auch in Südostbayern und im östlichen Sachsen zu Überschwemmungen.

180 Menschen verloren ihr Leben, Tausende ihr Hab und Gut.  Viele der Betroffenen sind traumatisiert. Sie haben Schreckliches erlebt und stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

Allein in Rheinland-Pfalz benötigten über 40.000 Menschen dringend grundlegende Hilfe.  Die Unterkünfte von 17.500 Menschen in Rheinland-Pfalz und 14.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen waren unmittelbar betroffen.

Die komplette Wiederherstellung von öffentlicher Infrastruktur und Privathäusern wird Jahre in Anspruch nehmen.


Wir danken. Wir bleiben.

Drei Monate nach dem Hochwasser

Erhalten Sie mit diesem Film eine Zusammenfassung der DRK-Hilfe vor Ort!

Wir danken allen zuständigen Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen für die Unterstützung und den vielen Menschen, die uns durch Spenden unterstützen und uns ihr Vertrauen schenken!

So können wir auch in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren vor Ort bleiben, um Menschen zu helfen und Schäden zu beseitigen. So lange, wie wir gebraucht werden.

 


Situation vor Ort

Die Wassermassen fluteten mit großer Wucht innerhalb von Minuten Häuser und ganze Ortschaften wie Erftstadt und Schuld. Gebäude und Infrastruktur wurden zerstört. Besonders der Kreis Ahrweiler wurde schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen.

Vielerorts war die medizinische Versorgung großer Belastung ausgesetzt und musste neu organisiert werden: Zahlreiche Arztpraxen und Apotheken wurden schwer beschädigt. Kliniken mussten teils evakuiert werden und waren gleichzeitig mit einer steigenden Anzahl von Patienten konfrontiert.

Kommunikationsnetze und die Wasser- und Stromversorgung wurde in weiten Teilen unterbrochen. Zeitweise waren 200.000 Menschen ohne Strom. In manchen Regionen wird es dauern, bis es wieder regulär Strom und Trinkwasser gibt.


DRK-Hilfe im Katastrophengebiet

Seit dem Beginn der Katastrophe war das DRK mit zeitweise über 3.000 Helferinnen und Helfern im Einsatz. Menschen, die plötzlich vor dem Nichts standen, unterstützen wir u.a. mit der Bereitstellung von Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Strom, mit Unterkünften, mobiler Gesundheitsversorgung, psychologischer Hilfe, Beratungs- und Betreuungsangboten und Bargeldhilfen

Ich helfe mit meiner Spende!

 

Kläranlagen

Mit dem Betrieb einer temporären Kläranlage kann die Abwasseraufbereitung in der Gemeinde Mayschoß im Landkreis Ahrweiler wiederhergestellt werden. Dadurch wird die Gefahr einer Ausbreitung von Krankheiten und Umweltschäden gemindert.  Die Kläranlage besteht aus sieben Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 334.500 Litern. Zunächst kann damit das Abwasser der Bevölkerung in Mayschoß, rund 600 Personen, aufbereitet werden. Die chemisch-biologischen Prozesse sind dieselben wie in jedem normalen Klärwerk. In Planung sind zwei weitere Anlagen in Altenahr und Hönningen.

Verpflegungszentrum

Über das Verpflegungszentrum in Grafschaft wurden täglich circa 10.000 Mahlzeiten und 10.000 Lunchboxen ausgegeben. 40 Ausgabestellen wurden direkt beliefert. Zeitweise waren 150 MitarbeiterInnen - Küchenbelegschaft, Logistik und Verteilung - im Einsatz.


Rettung

  • Evakuierungs-, Such- und Rettungsaktionen von Betroffenen und Vermissten
  • Erste Hilfe-Maßnahmen

Hilfsgüter

  • Überregionale Koordination der Ressourcen der DRK-Bundesvorhaltung, des Labor Betreuung 5.000 (Zivilschutzreserve des Bundes)

Unterkunft und Bau

  • Versorgung Betroffener mit Schlafplätzen (1.000 Etagenbetten), 30.000 Decken und Schlafsäcke
  • Anschaffung von Hochdruckreinigern, Pumpen; Lieferung von 1000 Bautrocknern
  • Anschaffung von Baumaterialien und Werkzeugen
  • Bereitstellung von Warmluft-Heizlüftern und Expertise zur Beheizung von Wohnhäusern

Strom und Netz

  • Lieferung von zahlreichen Stromerzeugern zur Versorgung ganzer Straßenzüge; Einspeisung von Notstrom durch dezentrale Netzersatzanlagen und kleine Stromerzeuger an besonderen Brennpunkten
  • Verbesserung der teilweise gestörten Kommunikationsstruktur (Satellitenkommunikation, Richtfun), Wiederherstellung der Internetverbindung

Bargeldhilfen

  • Soforthilfe-Förderprogramm für Kita- und Schulstarter
    Bereitstellung von Bargeldhilfen der DRK-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Nordrhein: 100 EUR je Schul- und Kitakind, 300 EUR für besonders betroffene Haushalte;
  • Erweitertes Hilfprogramm des LV Rheinland-Pfalz mit Bargeldhilfen von 500 bis 5000 Euro je Antrag

Wasser und Hygiene

  • Entsendung von 15 Wasserexperten
  • Aufbau und Betrieb einer vollfunktionsfähigen Kläranlage
  • Lieferung von fünfzig 1.000 Liter Trinkwassertanks (25 Ausgabestellen mit je 2.000 Liter)
  • Tägliche Versorgung mit 140.000 Liter Trinkwasser
  • Bereitstellung von Hygienepunkten mit Wasch- und Duschgelegenheiten
  • Verteilung von Hygiene-Kits, Schutzkleidung und Info-Material zum Schutz vor Infektionen

Gesundheit

  • Aufbau und Betrieb von vier mobilen Arztpraxen und einer Notfallapotheke
  • Unterstützung des örtlichen Rettungsdienstes
  • Psychosoziale Unterstützung sowohl für Betroffene als auch für Helfer*innen
  • Tetanus-Prophylaxe, Corona-Impfung

Betreuung

  • Aufbau und Betrieb eines Betreuungsplatzes für Kinder und Jugendliche
  • Betrieb eines Verpflegungszentrums in Grafschaft zur Ausgabe von circa 10.000 Mahlzeiten und 10.000 Lunchboxen pro Tag

Beratung

  • DRK- Beratungs- und Servicezentrum Ahr
    Unterstützung bei der Beantragung von Fördermitteln, bei sozialrechtlichen Leistungen, Versicherungsfragen, Behördengängen, psychologischer Begleitung.
    In das Zentrum integriert sind: Hilfsmittelausgabestelle, Waschsalon, Duschkabinen, Café- und Spielecke für Kinder.

Eindrücke aus dem Katastrophengebiet

  • DRK-Präsidentin zur Lage

    23.07.: Besuch vor Ort: "Ich bin beeindruckt von der großen Hilfsbereitschaft."

    Mobile Arztpraxis

    20.07.: Medizinische Grundversorgung: "Ich staune über die Ausstattung dieser Einheit!"

  • Hilfseinsatz vor Ort

    22.07.:  Engagement im Bereich Logisitk: "Wir sind freiwillig hier, um zu helfen."

    CNN mit Tanja Knopp

    19.07.: Challenges in disaster response: "The situation is really serious."

  • Psychosozialer Support

    21.07.: Die Bedeutung psychosozialer Notfallversorgung: "Endlich seid ihr da."

    Helferinnen im Einsatz

    12.08. "Wir sind hier ein super Team!"


Mobile Arztpraxen im Kreis Ahrweiler

Mobile medizinische Versorgungseinheiten des DRK bestehen jeweils aus einer komplett ausgestatteten Notfallpraxis mit zwei Behandlungsräumen, einem Warteraum, Labor und Sonographie. Sie sind speziell für den Katastrophenfall entwickelt und ersetzen nun zerstörte Arztpraxen im Katastrophengebiet. Etwa 100 Patienten können pro Tag in einer Praxis behandelt werden.

Eine Schwerpunkt der mobilen Gesundheitsversorgung liegt auf der Corona- und Tetanusprophylaxe.

Christine Keuler aus Altenahr ist dankbar über die unkomplizierte medizinische Versorgung:

Ich bin froh, denn für meine Familie ist es sehr wichtig, dass es einen Arzt gibt, der schnell zu erreichen ist.


Wie kann ich helfen?

Geldspenden

Die Spendenbereitschaft ist außerordentlich hoch und zeugt von einer großen Welle der Solidarität! Bisher gingen über 50 Millionen Euro an Spenden beim DRK ein. Diese werden dringend benötigt. Wir bitten weiterhin um Spenden, damit die Betroffenen auch nach der akuten Soforthilfe eine umfassende Hilfe für Wiederaufbau und Rehabilitation erhalten können! Es wird erwartet, dass der Wiederaufbau Monate, sogar Jahre, dauern wird.

IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Hochwasser

 

Sachspenden

Das DRK bittet von privaten Sachspenden abzusehen. Dafür betreiben wir keinen zentralen Sammlungs- und Verteilungspunkt. Durch private Geldspenden kann der Hilfsbedarf sehr viel gezielter und flexibler gedeckt werden.

 

 


Weitere Informationen

  • Soforthilfe-Förderprogramm für Kita- und Schulstarter

    Das Rote Kreuz in Rheinland-Pfalz hat ein Soforthilfe-Förderprogramm für Kita- und Schulstarter in den betroffenen Hochwasserregionen der DRK-Kreisverbände Ahrweiler, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Vulkaneifel gestartet.

    Das DRK-Förderprogramm „Kita- und Schulstarter“ ermöglicht Familien in den betroffenen Regionen pro Kind eine Soforthilfe von 100,- Euro. Zusätzlich ist möglich pro betroffene Familie eine Haushaltsbeihilfe von 300,- Euro zu beantragen. Anträge für die DRK-Soforthilfe „Kita- und Schulstarter“ sind auf den Homepages der betroffenen DRK-Kreisverbände zu finden. Die Antragslaufzeit gilt bis zum 15. September 2021.

    Ahrweiler: www.kv-aw.drk.de/ahr

    Bitburg-Prüm: www.drk-bitburg-pruem.de

    Trier-Saarburg: www.kv-trier-saarburg.drk.de

    Vulkaneifel: www.vulkaneifel.drk.de

     

  • Infomaterial zum Schutz vor Infektionen

    Das Hochwasser in Deutschland hat in den betroffenen Regionen reguläre Standards außer Kraft gesetzt und erhöht das Risiko für Infektionen. Wir haben für die Betroffenen und Helfer*innen vor Ort Handlungsempfehlungen zum Schutz vor Infektionen zusammengestellt.

    Download: Infobroschüre

    Download: Infoplakat

  • Infomaterial zum Umgang mit erkrankten Personen im Haushalt/in der Unterkunft

    Was kann ich tun, wenn sich eine erkrankte Person in meinem Umfeld befindet? Hinweise und Tipps in der Broschüre zum Download.

    Download: Infobroschüre

  • Hochwasserhilfe im Kreis Ahrweiler

    Auf der Webseite des DRK Kreisverbandes Ahrweiler finden Betroffene aus der Region Informationen rund um die Hilfe vor Ort.

    Hilfe des DRK Kreisverbandes Ahrweiler

     

  • Wie werden die Spenden verwendet?

    Initial wurden die besonders schwer betroffenen DRK-Landesverbände Rheinland-Pfalz und Nordrhein mit mehrern Millionen Euro Soforthilfe aus den eingegangenen Spendengeldern an das DRK bedacht. Zahlreiche schwer geschädigte DRK-Kreisverbände in diesen beiden Landesverbänden erhielten direkte finanzielle Soforthilfe, um diese wichtige Unterstützung schnellstmöglich dort ankommen zu lassen, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Auch der schwer betroffene DRK-Landesverband Westfalen-Lippe sowie die Landesverbände in Sachsen und Bayern bekamen schnelle finanzielle Zuwendungen aus dem bisherigen Gesamtspendenvolumen. Ein Teil der Spendengelder geht an das DRK-Generalsekretariat und wird für die Bundesvorhaltung an Hilfsgütern, Gerät und Ausstattung für den Bevölkerungsschutz eingesetzt.

    Das an die Landes- und Kreisverbände ausgezahlte Geld muss für folgende Kontexte genutzt werden:

    • den infrastrukturellen Wiederaufbau (z. B. Ersatz defekter Einsatzfahrzeuge, Gebäudetrockner und Gebläse, Maßnahmen zur Instandsetzung von Privatgebäuden und Gebäuden sozialer Einrichtungen (wie des öffentlichen Gesundheitswesens, des Wohlfahrtswesens, der Bildung und Erziehung),
    • als direkte Bargeldauszahlungen für Betroffene,
    • zur Unterstützung der sozialen und psychosozialen Begleitung von Betroffenen durch Sozialarbeiter und Psychologen (Personal- und Sachkosten).

     

     

  • Stellungnahme: DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt zur Katastrophenvorsorge in Deutschland

    "Wir müssen uns in ganz Deutschland künftig besser auf solche Katastrophen vorbereiten. Denn Wetterextreme, wie wir sie jetzt im Westen und im Süden Deutschlands erlebt haben, werden in den nächsten Jahren zunehmen.

    Insbesondere kommt es darauf an, dass für solche Fälle ausreichend Notunterkünfte, Zelte, Decken, Feldbetten, Trinkwasser, sanitäre Anlagen und Essen für die Bevölkerung zur Verfügung stehen und die gesundheitliche Versorgung gewährleistet ist. Wir brauchen deshalb für große Krisenfälle eine Bundesvorhaltung. Das DRK hat deshalb mit anderen anerkannten Hilfsorganisationen schon vor längerem bundesweit zehn Reservelager für die Versorgung der Bevölkerung vorgeschlagen. Dabei geht es nicht nur um einen besseren Bevölkerungsschutz bei Unwetterkatastrophen, sondern auch bei Erdbeben, Waldbränden, Cyberangriffen auf die Trinkwasser- oder Stromversorgung oder bei Pandemien wie Covid-19.“

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