
Seit nunmehr drei Jahren bestimmt ein bewaffneter Konflikt das Leben in Sudan. Die Gewalt zwingt die Menschen zur Flucht. Einige mussten schon mehrfach alles zurücklassen. Wir unterstützen Familien, die nichts mehr haben.
Über drei Jahre Gewalt haben nicht nur die Menschen in Sudan zermürbt, sondern auch das Land an sich. Viele Institutionen, Einrichtungen und Dienste, die ein Leben in Würde ermöglichen, sind aufgrund des bewaffneten Konflikts nach und nach zerfallen.
33,7 Millionen Menschen, mehr als 60 % der Gesamtbevölkerung, sind deswegen auf Hilfe angewiesen.
Durch den Konflikt und die damit einhergehende Zerstörung ist das Gesundheitssystem in Sudan zusammengebrochen. Insgesamt sind 80 Prozent der Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen nicht mehr funktionsfähig oder zerstört. Auch das Versorgungsnetz für Wasser wurde beschädigt. Die unzureichende Wasserversorgung führt immer wieder zu landesweiten Choleraausbrüchen: Oft ist die lebensgefährliche Durchfallerkrankung auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen.
Da die Gewalt 13 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen hat, manche bereits mehrfach, ist auch die Wirtschaft, insbesondere die Landwirtschaft, zusammengebrochen. Durch die Flucht sind Ernten ausgefallen und Felder blieben unbestellt, was katastrophale Folgen für die Ernährung der Menschen im Land hat: 21,2 Millionen Menschen in Sudan haben nicht genug zu essen.

In der allgegenwärtigen Not konzentrieren wir uns auf die Bedürftigsten. Dafür sind Bargeldhilfen eine unserer effektivsten Maßnahmen. So können die Menschen selbst entscheiden, was sie gerade am dringendsten benötigen. Nach den großen Verlusten durch die Vertreibung nutzen viele Bedürftige das Geld, um sich ihre Lebensgrundlage neu aufzubauen. So konnte auch Haikash neue Hoffnung schöpfen. Die Hilfe ermöglichte ihm den Kauf einiger Ziegen. Mit ihnen erwirtschaftet er nun wieder ein stabiles Einkommen – ein lang ersehnter Neuanfang. Was ihm besonders Mut macht: Eine der Ziegen hat bereits ein kleines Kitz zur Welt gebracht.
Angesichts der dramatischen Konfliktsituation ist es nicht nur schwierig, dem enormen Bedarf gerecht zu werden, sondern auch gefährlich: 22 Helfende unserer Schwestergesellschaft, des Sudanesischen Roten Halbmonds (SRH), wurden bisher im Einsatz tödlich verletzt.
Trotzdem setzen sich die Mitarbeitenden des SRH mutig weiter für andere ein. Seit Beginn des Konflikts konnten mehr als 14 Millionen Menschen mit dringend benötigten Hilfen erreicht werden.