Geflohene Frau und ihr Kind mit einem Mitarbeiter des Türkischen Roten Halbmonds
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Integrative Flüchtlingshilfe in der Türkei

Kein Land der Welt beherbergt derzeit mehr Flüchtlinge als die Türkei. Das DRK fördert in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Roten Halbmond und mit finanzieller Unterstützung durch das Auswärtige Amt den Betrieb von drei Gemeindezentren. Dort erhalten die Flüchtlinge durch Beratung und Kurse wertvolle Unterstützung für ihr Leben in der Türkei und bei der Verarbeitung ihrer oft traumatischen Erlebnisse.

In der Türkei leben aktuell 3,5 Millionen Flüchtlinge (Stand März 2018), mehr als in jedem anderen Land der Welt. Besonders der anhaltende Konflikt in Syrien trägt dazu bei. Aber auch die Konflikte in Ländern wie dem Irak veranlassen immer mehr Menschen, ihre Heimat zu verlassen und in der Türkei Zuflucht suchen. Die große Zahl an Flüchtlingen führt zu einer Anspannung der humanitären Situation. Dies gilt insbesondere für die urbanen Ballungszentren sowie für die Distrikte entlang der türkisch-syrischen Grenze.

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Mangel an Hilfe und Schutz, Zugang zu Dienstleistungen

Etwa 75 Prozent der syrischen Flüchtlinge in der Türkei sind Frauen und Kinder. Nur knappe 10 Prozent von ihnen, leben in Flüchtlingslagern. Die große Mehrheit der Flüchtlinge lebt bei Gastfamilien und türkischen Verwandten oder ist in Privatunterkünften untergebracht. Sie befinden sich in einer weitaus schwierigeren Situation, da sie zu vielen Hilfsleistungen keinen Zugang haben. Ihnen mangelt es neben sicheren Unterkünften und lebensnotwendigen Gütern vor allem an Zugang zu Bildung sowie zu Beratungs- und Betreuungsleistungen.

Mit Fortgang des Syrien-Konflikts können die meisten Flüchtlinge nicht in ihre Heimat zurückkehren, wodurch neben der Grundversorgung Aspekte der Integration immer wichtiger werden. Es ist nötig, Sprachbarrieren abzubauen und den Zugang zu sozialen Dienstleistungen wie Beratungsangeboten oder Gesundheitsversorgung in der Türkei zu stärken. Vor allem für Kinder, die einen Großteil der Flüchtlinge ausmachen, ist es besonders wichtig, Zugang zu formellen und informellen Bildungsmöglichkeiten sowie zu einer altersgerechten Betreuung zu bekommen.

Unterstützung von Gemeindezentren

Nachdem das DRK die Hilfsleistungen des Türkischen Roten Halbmondes für syrische Flüchtlinge viele Jahre mit  Hilfsgütern unterstützt hat, hat sich der Fokus der Arbeit nun in Richtung Schutz, Beratung, Betreuung und Weiterbildung verschoben. Zu diesem Zweck unterstützt das DRK den Türkischen Roten Halbmond im Aufbau und Betrieb von drei Gemeindezentren in Istanbul, Izmir und Adana.

Diese Gemeindezentren sind wichtige Anlaufstellen für Flüchtlinge: Dort erhalten sie neben psycho-sozialer Unterstützung umfangreiche Beratung zu diversen Themen. In den Gemeindezentren können sie etwa Zugang zu verschiedenen staatlichen und nicht-staatlichen Angeboten erhalten. Familien können zum Beispiel ihre Kinder für den Besuch in einer öffentliche Schule registrieren oder Menschen mit speziellen medizinischen Bedürfnissen erhalten entsprechende Hilfe. Darüber hinaus können die Geflüchteten Sprachkurse in Anspruch nehmen oder sich durch Fort- und Weiterbildungen wie Computer- oder Nähkurse eine Zukunftsperspektive aufbauen, während ihre Kinder für die Zeit des Kurses pädagogisch betreut sind.

Damit leisten die Gemeindezentren einen wichtigen Beitrag, den Flüchtlingen Zugang zu wichtigen Unterstützungsleistungen zu verschaffen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Integration der Schutzsuchenden trägt überdies zum Abbau von Spannungen zwischen Flüchtlingen und den aufnehmenden Gemeinden bei.

Gefördert wird dieses Projekt vom Auswärtigen Amt im Rahmen eines Regionalprojektes, das das DRK im Zeitraum von September 2016 bis Juni 2019 gemeinsam mit den jeweiligen nationalen Schwestergesellschaften in Syrien, Libanon, Jordanien und der Türkei zugunsten von Betroffenen des Syrien-Konflikts umsetzt.

Das Projekt

Projektgebiet: Istanbul, Izmir und Adana
Finanzierung:
Auswärtiges Amt
Projektlaufzeit:
September 2016 – Juni 2019
Partner: Türkischer Roter Halbmond

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