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Syrienkrise: Die größte Katastrophe seit Jahrzehnten

Die Syrienkrise verschärft sich immer weiter, ein Ende der Kampfhandlungen ist nicht in Sicht.

Seit Ausbruch des Konflikts wurden mehr als die Hälfte aller Syrer aus ihrer Heimat vertrieben. Viele von ihnen sogar mehrfach. Dabei haben sie Hab und Gut verloren und sind in der Folge auf humanitäre Hilfe angewiesen. Eine Mammutaufgabe – auch für das Deutsche Rote Kreuz.

Mehr als sechs Jahre nach Ausbruch des gewaltsamen Konflikts in Syrien sind über 11,3 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon zählen rund 6,3 Millionen zu den sogenannten internally displaced persons (IDP), also Menschen, die innerhalb der Landesgrenzen auf der Flucht sind.

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Videobericht: Menschen auf der Flucht

Rund 5 Millionen haben außerdem Zuflucht in den angrenzenden Nachbarländern gesucht. Über 250.000 Menschen wurden durch direkte Kampfhandlungen getötet und unzählige verletzt. Die Zahl der Menschen, die an indirekten Folgen des Konflikts gestorben sind – wie mangelnde oder falsche medizinische Versorgung, Hunger, unsauberes Wasser, Stressfaktoren – ist unbekannt.

Die Situation in Syrien ist zur größten humanitären Krise seit Jahrzehnten geworden – und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen sind in Syrien inzwischen gut 13,5 Millionen Menschen auf permanente humanitäre Hilfe angewiesen – das entspricht mehr als 50 Prozent der ehemaligen Gesamtbevölkerung des Landes. Ihre Spenden sind oft die einzige Hilfe, die die Menschen haben.

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Ihre Spende hilft!

Mit 60 € helfen Sie eine Familie für einen Monat mit den dringendsten Hygieneartikeln zu versorgen. 


Flüchtlinge in den angrenzenden Ländern

Bürgerkrieg führt zur Zerstörung

Die Syrienkrise hat als größte humanitäre Katastrophe der letzten Jahrzehnte auch direkte Auswirkungen auf die Nachbarstaaten. Über 5 Millionen Menschen sind in die Nachbarländer Syriens geflohen. Die Flüchtlinge halten sich vor allem in der Türkei, dem Libanon, Jordanien und dem Irak auf. Das DRK ist in den jeweiligen Ländern vor Ort und versucht mit seinen Partnern, wenigstens die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Hilfsgütern zu gewährleisten.

Allein der Libanon, ein Land mit vier Millionen Einwohnern, hat offiziell über 1 Million Flüchtlinge aufgenommen – die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Kein anderes Land beherbergt, gemessen an der Gesamtbevölkerung, mehr Flüchtlinge als der Libanon. Aber auch in den anderen Nachbarländern ist die Situation angespannt. Angesichts der Dauer des Syrienkrieges werden mittel- und langfristige Maßnahmen als Ergänzung der Sofort- und Nothilfe immer wichtiger.


Türkei Syrien Libanon Jordanien Israel Irak Iran Saudi- Arabien Ägypten
Das Land Syrien im Überblick
Einwohner
20,96 Mio.
Flüchtlinge
6,3 Mio.
Hauptstadt
Damaskus
Hilfspakete für
Hygiene
515.090
Ernährung
603.591

Syrische Flüchtlinge im Libanon

Unterstützung syrischer Flüchtlinge im Libanon

Situation
Über 1 Million syrische Flüchtlinge sind im Libanon registriert. Geschätzt wird, dass sich inoffiziell mehr als 1,5 Millionen syrischer Flüchtlinge im Land aufhalten. Über die Hälfte der registrierten Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Mit einer Bevölkerung von etwa 4 Mio. Einwohnern nimmt der Libanon proportional weltweit am meisten Flüchtlinge auf. Die Infrastruktur für Gesundheitsversorgung, Bildungswesen und den Arbeits- und Wohnungsmarkt im Libanon ist stark überlastet.

Hilfe des DRK im Libanon

  • Unterstützung des Rettungsdienstes des Libanesischen Roten Kreuzs
  • Unterstützung des Blutbank-Systems
  • Bargeldhilfen zur Deckung von Grundbedürfnissen
  • Konfliktsensible Katastrophenvorsorge und Resilienzförderung
  • Hygienaufklärung
  • Hilfe durch Gutscheine für Heizmaterial & Hygieneartikel

Informieren Sie sich über die Arbeit des DRK im Libanon.

 

 

Syrische Flüchtlinge in Jordanien

Syrische Flüchtlinge in Jordanien

Situation  
Aktuell sind über 650.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien registriert. Davon sind gut 140.000 in Flüchtlingslagern untergekommen. Der Rest wohnt in den Städten, bei Gastfamilien oder in Notunterkünften. 

Hilfe des DRK in Jordanien

  • Bargeldhilfen zur Deckung von Grundbedürfnissen
  • Ausbildung in Erster Hilfe sowie Aufklärungsmaßnahmen zur Basisgesundheit
  • Trainingsmaßnahmen zur Ausbildung und Beschäftigungsförderung
  • verbesserter Zugang zu Basisdienstleistungen durch verbesserte Information
  • Verteilung von speziellen Hygienekits für Frauen 
  • Verteilung von Winterhilfeartikeln für Neuankömmlinge

Lesen Sie mehr zur Hilfe des DRK in Jordanien.

 

 

Hilfe für Flüchtlinge im Irak

Unterstützung syrischer Flüchtlinge im Irak

Situation
Zu den über 230.000 syrischen Flüchtlingen im Irak kommen über 3,3 Millionen intern vertriebene Iraker. Aufgrund der hohen Belastung der Behörden funktioniert die soziale Infrastruktur nur noch stark eingeschränkt. Gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond und anderen Akteuren arbeitet das DRK an mittelfristigen Projekten zur Stärkung der Selbsthilfe- & Widerstandskräfte der Bevölkerung.

Hilfe des DRK im Irak

  • Beschaffung & Verteilung von Nothilfegütern
  • Bargeldhilfen zur Deckung von Grundbedürfnissen
  • Unterstützung beim Bau von Unterkünften für syrische Flüchtlinge
  • Erste-Hilfe-Trainings & Trainings zur Brandvermeidung

Ausführliche Informationen zur Nothilfe des DRK im Irak.

 

 

Syrische Flüchtlinge in der Türkei

Syrische Schulkinder in der Türkei

Situation
Aktuell sind mehr als 2,9 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei registriert, und die Zahl nimmt kontinuierlich zu. Etwa die Hälfte der registrierten Flüchtlinge sind Kinder. Die derzeit 25 Flüchtlingslager in zehn Provinzen bieten Platz für gut 280.000 Menschen. Die Flüchtlingslager nehmen – soweit noch möglich – nicht nur Menschen aus Syrien auf, sondern auch Tausende Flüchtlinge, die vor der Gewalt im Irak Zuflucht suchen.

Hilfe des DRK in der Türkei
In Zusammenarbeit mit dem Türkischen Roten Halbmond unterstützt das DRK Gemeindezentren, in denen Beratungen, Sprachkurse und weitere Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge angeboten werden.

Mehr Informationen über die Arbeit des DRK für Flüchtlinge in der Türkei.


Spende für Syrien

Die Helfer des DRK in Syrien danken für Ihre Spende

Die Helfer des DRK sagen "Danke", denn mit Ihrer Spende für Syrien unterstützen Sie lebensnotwendige Maßnahmen. Ein Ende der Kampfhandlungen in Syrien ist trotz vieler Vermittlungsversuche bisher nicht abzusehen. Die Lage für die 4,3 Millionen geflohenen Syrer in den Flüchtlingslagern und den zahlreichen improvisierten Unterkünften spitzt sich immer weiter zu. Der Großteil der Flüchtlinge in Syrien und den Nachbarländern lebt in Notunterkünften, einfachen Hüttenansammlungen oder in leerstehenden Gebäuden und Rohbauten.

Spenden Sie für Syrien, um denen Hilfe zukommen zu lassen, die sie am dringendsten benötigen – allen voran alten Menschen, Frauen und Kinder.

Mit Ihren Spenden konnten wir bislang viel bewirken. Unterstützen Sie uns weiterhin mit Ihrer Online-Spende.

Über unsere Aktionsseite entscheiden Sie selbst, wofür Ihre Online-Spende letztlich verwendet wird: Schon für nur 30 Euro können Sie eine syrische Familie mit den nötigsten Hygieneartikeln wie Seife, Handtüchern, Zahnbürsten und Zahnpasta versorgen. Mit 100 € können sogar lebenswichtigen Hygienepakete für zehn Kleinkinder bereitgestellt werden.

Dabei verpflichten wir uns zu absoluter Spendentransparenz. Ihre Spende kommt an und ist zudem noch steuerlich absetzbar.


Informationsmaterial zur Syrienkrise

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein komplexes Thema, das die Welt bewegt. Informationen über die Lage vor Ort sind teils schwer zu beschaffen. Zusammenhänge werden komplexer, Allianzen brüchiger – allein das Leid der Zivilbevölkerung ist nicht kleiner geworden.

Erfahren Sie im Interview mit Tiana Hickel, Leiterin der Projektgruppe MENA (MENA: „Middle East & North Africa“ ), wie die gespendeten Hilfsgüter trotz der kriegerischen Situation ins Land kommen.

Interview: So erreichen Hilfsgüter die Menschen in Syrien.

Für weitere Informationen über die Lage vor Ort und wie die konkrete Hilfe des DRK in Syrien aussieht, haben wir für Sie einen Info-Flyer bereitgestellt, der Ihnen auch zum Download zur Verfügung steht.

Downloads:

Unterstützung von Menschen in Syrien

 

Auch Jahre nach Beginn der Syrienkrise ist die humanitäre Situation in Syrien und seinen Nachbarländern sehr schlecht. Was es braucht, um jeden Monat Millionen von Menschen in Syrien unterstützen zu können, zeigt dieses Video.

 

 

Deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung. Spenden Sie jetzt für Syrien!


Hintergründe des Syrienkonflikts

Informieren Sie sich über die völkerrechtliche Bewertung der Syrienkrise und die lokalen Partner des Deutschen Roten Kreuzes.

  • Mit wem arbeitet das Deutsche Rote Kreuz in Syrien zusammen?

    Die Mitarbeiter und Freiwilligen der lokalen Schwesterorganisationen des DRK leisten seit nunmehr sechs Jahren Außerordentliches zur Versorgung der vom Konflikt betroffenen Bevölkerung in Syrien. Das machen sie in Syrien selbst sowie in den angrenzenden Nachbarländern. Ohne ihren Einsatz wäre eine Umsetzung der humanitären Hilfe des DRK nicht möglich. Gleichzeitig bedeutet die humanitäre Arbeit in Syrien und den Nachbarländern eine enorme Gefahr und Belastung für jeden einzelnen Helfer.

    Für die Mitarbeiter und Freiwilligen der lokalen Schwesterorganisationen bedeutet die humanitäre Arbeit in Syrien und den Nachbarländern eine besondere Gefahr und Belastung. Rund 3.000 Helfer des Syrischen Arabischen Roten Halbmonds sind allein in Syrien aktiv, von denen mehr als 50 bereits im Einsatz ihr Leben verloren.

    In Syrien etwa ist der Syrische Arabische Rote Halbmond (SARC) der gesetzlich anerkannte und wichtigste Kanal für die gesamte Humanitäre Hilfe. Der SARC wird von den Konfliktparteien weitestgehend als neutrale und unparteiliche Organisation anerkannt. Dennoch kommt es immer wieder auch zu Angriffen auf Ambulanzen oder Hilfskonvois des SARC. Das ist eine massive Verletzung des humanitären Völkerrechts. Mehrere dutzend Freiwillige und Mitarbeiter des SARC kamen während ihrer humanitären Arbeit bereits ums Leben. Darüber hinaus sind viele SARC-Helfer als syrische Staatsbürger selbst mehrfach vertrieben und arbeiten unter schwierigsten Bedingungen im Namen der Menschlichkeit. Dabei ist die psychische Belastung für die humanitären Helfer in den Krisengebieten, insbesondere in Syrien, aber auch im Irak ist immens. Sie alle nehmen höchste persönliche Risiken auf sich und arbeiten oft jenseits des Vorstellbaren. Ihnen gilt unsere höchste Anerkennung.

  • Lage in Syrien aus humanitär-völkerrechtlicher Sicht

    Als Auslöser des bewaffneten Konflikts in Syrien werden vielfach Proteste im Rahmen des sogenannten Arabischen Frühlings, der Anfang 2011 Syrien erreichte, genannt. Dabei wurde im Land inzwischen eine Schwelle der Gewalt überschritten, die nicht mehr als sogenannte „innere Unruhen und Spannungen“ bezeichnet werden kann. Diese Schwellengrenze verläuft fließend. Da sich in diesem Konflikt der syrische Staat und nicht-staatliche Gewaltakteure bzw. solche Akteure gegenseitig bekämpfen, handelt es sich um einen sogenannten nicht-internationalen bewaffneten Konflikt. Hierauf findet das humanitäre Völkerrecht Anwendung. Im Fall von Syrien insbesondere der Gemeinsame Artikel 3 der Genfer Abkommen I-IV von 1949 und völkergewohnheitsrechtliche Regelungen. Darin ist festgehalten, dass das humanitäre Völkerrecht sämtliche Konfliktparteien gleichermaßen bindet - also auch nicht-staatliche Gewaltakteure.

    Ein Kernanliegen des humanitären Völkerrechts ist es, die militärische Notwendigkeit in einem bewaffneten Konflikt abzuwägen gegen die Menschlichkeit. Es geht also nicht darum, einen Krieg grundsätzlich zu verhindern, sondern darum, das Verhalten der Konfliktparteien so zu regeln und zu begrenzen, dass auch im Krieg ein Mindestmaß an Humanität gewährleistet wird. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt das humanitäre Völkerrecht im Wesentlichen zwei Wege: zum einen schützt es diejenigen Individuen oder Personengruppen, die sich nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten beteiligen; zum anderen schränkt es die Wahl der Mittel und Methoden der Kriegführung ein.

    Um den Schutz der an den Kampfhandlungen nicht unmittelbar Beteiligten zu gewährleisten, müssen die Konfliktparteien in ihren Angriffen jederzeit zwischen rechtlich geschützten Personen und Kämpfenden unterscheiden. Zivilpersonen sind nach dem humanitären Völkerrecht grundsätzlich geschützt; entsprechendes gilt für humanitäres und medizinisches Personal. Allerdings verliert eine Person ihren rechtlichen Schutz vor direkten Angriffen, sofern und solange sie unmittelbar an Feindseligkeiten teilnimmt. Dies gilt auch, wenn sie in einer bewaffneten Gruppe eine dauerhafte Kampffunktion innehat.

    Der Unterscheidungsgrundsatz gilt auch mit Blick auf Objekte. Die Konfliktparteien müssen in ihren Angriffen jederzeit zwischen zivilen Objekten und solchen Objekten, die zulässige militärische Ziele darstellen, unterscheiden. Beispielsweise darf ein ziviles Wohnhaus, wie dies in Homs und an vielen anderen Orten in Syrien geschehen ist, grundsätzlich nicht angegriffen werden. Eine Ausnahme gilt allerdings dann, wenn das Gebäude durch seine Beschaffenheit, seinen Standort, seine Zweckbestimmung oder seine Verwendung wirksam zu militärischen Handlungen beiträgt und die Zerstörung zum betreffenden Zeitpunkt einen eindeutigen militärischen Vorteil darstellt. Wenn also beispielsweise das Wohnhaus als Waffenlager benutzt wird oder Kämpfende es als Kampfbasis nutzen, verliert das Gebäude während dieser Zeit seinen Schutz vor direkten Angriffen. Außerdem muss vor jedem Angriff abgewogen werden, ob der durch die Zerstörung des Gebäudes angerichtete Schaden unverhältnismäßig (exzessiv) erscheint im Vergleich mit dem erwarteten konkreten militärischen Vorteil.

    Die größte Herausforderung, der sich das humanitäre Völkerrecht derzeit gegenübersieht – in Syrien ebenso wie in anderen Konfliktregionen – ist nicht, dass es für die Situation des bewaffneten Konflikts ungenügende Regeln bereithalten würde. Vielmehr werden die existierenden Regeln von den Konfliktparteien oftmals nicht eingehalten. Diese Einhaltung der Regeln durch die Konfliktparteien zu verbessern, hat sich die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zum Ziel gesetzt. In einem noch andauernden Prozess beraten wir mit der internationalen Staatengemeinschaft, wie dies gelingen kann.

    Denn das humanitäre Völkerrecht kann nur wirksam schützen, wenn seine Regeln von allen am Konflikt Beteiligten eingehalten werden. Dies gilt in Syrien und in jedem anderen bewaffneten Konflikt. Helfen Sie uns mit einer Spende damit wir auch weiterhin über das humanitäre Völkerrecht aufklären und für die Einhaltung arbeiten können.

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