Rotkreuzhelfer in Schutzanzügen in Griechenland

Griechenland: Hilfe für Flüchtlinge

Griechenland ist zu einer wichtigen Zwischenstation für Flüchtlinge in Richtung Europa geworden. Die Verhältnisse in den Flüchtlingscamps sind aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen oftmals sehr schlecht. Die Gefahr sich ausbreitender Krankheiten wie COVID-19 und zunehmender Gewalt und Kriminalität ist zutiefst besorgniserregend.

DRK schickt erste Hilfsflüge nach Lesbos

Das Deutsche Rote Kreuz hat am 13. und 14.9.2020 insgesamt vier Flüge mit Zelten auf die griechische Insel Lesbos geschickt. Gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Griechischen Roten Kreuz, prüfen wir den genauen Hilfsbedarf vor Ort, um weitere Maßnahmen vorzubereiten. Diese sollen sowohl geflüchteten Menschen auf Lesbos als auch in anderen Regionen Griechenlands zugutekommen. 

„Nach dem schlimmen Feuer in Moria hat sich die Lage der geflüchteten Menschen auf der Insel abermals extrem verschlechtert. In Reaktion darauf hat das DRK gemeinsam mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und dem Griechischen Roten Kreuz begonnen, erste dringend notwendige Hilfsmaßnahmen einzuleiten. In vier Flügen vom Flughafen Leipzig/Halle aus transportieren wir  insgesamt 500 Familienzelte nach Lesbos. An Bord des ersten Fluges war auch ein DRK-Mitarbeiter, der nun vor Ort den Einsatz mit koordiniert. Ermöglicht wird dieses schnelle Anlaufen der Hilfe des DRK durch eine großzügige Spende von fünf Millionen Euro des Volkswagen Konzerns und der Siemens AG“, sagt DRK-Generalsekretär Christian Reuter.

Das DRK ist aktuell in der Abstimmung zur Lieferung weiterer dringend benötigter Hilfsgüter. Gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Griechischen Roten Kreuz, prüfen wir den genauen Hilfsbedarf vor Ort, um weitere Maßnahmen vorzubereiten. Diese sollen sowohl geflüchteten Menschen auf Lesbos als auch in anderen Regionen Griechenlands zugutekommen. Denn der humanitäre Bedarf dieser Menschen ist auch außerhalb von Lesbos groß.

Krankheiten wie COVID-19 und zunehmende Gewalt bedrohen die Lager auf den ostgriechischen Inseln

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Allein auf der Insel Lesbos leben tausende Menschen unter völlig inakzeptablen Bedingungen in absolut überfüllten Lagern. Die Zustände beispielsweise im Lager Moria haben gravierende Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit dieser Menschen. Die Gefahr sich ausbreitender Krankheiten wie COVID-19 und zunehmender Gewalt und Kriminalität ist zutiefst besorgniserregend. International Schutzsuchende müssen menschenwürdig behandelt und ihre Grundversorgung muss sichergestellt werden. Das Deutsche Rote Kreuz und die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) sind vor allem besorgt über die Situation der Kinder und Minderjährigen in den Flüchtlingslagern. Sie sind besonders gefährdet und schutzbedürftig. Kinder machen ein Drittel der Menschen aus, die in den Lagern auf den ostgriechischen Inseln leben, davon sind 15 Prozent unbegleitet oder von ihren Eltern getrennt worden.

IFRC-Präsident Francesco Rocca besuchte vom 4. bis 7. März Griechenland und die Ägäis-Inseln. Er traf dort Regierungsvertreter und die Führung des Griechischen Roten Kreuzes und forderte eine bessere humanitäre Lösung für die Menschen in den Flüchtlingslagern.

Das DRK ist mit der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften im Austausch über die Möglichkeiten zur Unterstützung ihrer Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge in Griechenland.

Griechenland: Hilfsgüter und Hygiene für Flüchtlinge

Das DRK hat in mehreren Projekten bis 2016 das Griechische Rote Kreuz vor Ort mit Hilfsgütern und Hygienemaßnahmen unterstützt.

Ob aus Syrien, Afghanistan oder Irak: Immer mehr Menschen fliehen vor Gewalt und Tod aus ihrer Heimat. Sie nehmen einen oft langen Weg voller Leid auf sich, um Schutz zu finden. Für viele Menschen auf der Flucht ist Griechenland das Tor nach Europa, eine Welt ohne Angst und Not. Im Jahr 2015 ist die Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge über 1700% gestiegen. So erreichen pro Tag tausende Schutz suchende Menschen das Land. In Zeiten der wirtschaftlichen und sozialen Krise stellt dieser Zustrom Griechenland vor enorme Herausforderungen. Die Aufnahmezentren sind überfüllt und die Behörden überlastet. Die Situation für die Neuankömmlinge ist daher sehr schwierig. Es fehlt an medizinischer Versorgung, sauberem Wasser und Nahrungsmitteln, viele Menschen schlafen auf dem blanken Boden. Darunter leiden auch die hygienischen Bedingungen. Damit dies nicht zum Ausbruch von Krankheiten führt, verteilt das DRK Hygienepakete an die Flüchtlinge.

Hygienepakete und weitere Hilfsgüter für 20.000 Flüchtlinge

Das DRK verteilte vor Ort schrittweise 5000 Parka-Jacken, 2000 Rucksäcke und 1000 Babytragen. Weshalb gerade Babytragen? Die Antwort ist einfach: Da viele Familien mehrere Kinder bei sich haben, können sie auf ihrem weiteren Weg in den Tragen ein Baby am Körper transportieren und weitere Kinder an die Hand nehmen. Das erleichtert die Reise und hilft, die Familie zusammenzuhalten.

Um dem Ausbruch von Krankheiten entgegenzuwirken, wurden außerdem rund 20.000 Hygienepakete mit Hygieneartikeln nach Griechenland gebracht und an Flüchtlinge verteilt. Männer und Frauen erhielten Waschmittel, Handtuch, Shampoo, Seife, Zahnpasta und Zahnbürste sowie Rasierer oder Damenbinden. Die Pakete für Babys enthielten Windeln, Baby-Seife, Wundcreme, ein Handtuch und eine runde Babynagelschere.

Unterstützung des Griechischen Roten Kreuzes

Das Projekt wurde von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen des Griechischen Roten Kreuzes (GRK) im Bereich der Wohlfahrtspflege vor Ort umgesetzt. In Athen und der Region Attika wurden die Hilfsgüter in mehreren Aufnahmelagern an die Menschen verteilt. Außerdem unterstützte das DRK seine griechische Schwestergesellschaft beim Aufbau lokaler Strukturen. Neue freiwillige Helfer wurden gesucht und geschult, um die Einsatzstärke des Roten Kreuzes in Griechenland zu verbessern.

Das Projekt

Region: Insel Lesbos, Attika und Athen
Projektvolumen: 400.000 Euro
Projektende: Februar 2016
Finanzierung: Auswärtiges Amt und Spenden
Partner: Griechisches Rotes Kreuz (GRK)


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