Ein somalisches Kind wird während der Hungersnot untersucht NRCS
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Wenn der Hunger das Leben bedroht

"Hungersnot", dieses Wort beschwört zwangsläufig Bilder von abgemagerten und ausgezehrten Menschen herauf, die um ihr Überleben kämpfen.

Die Vereinten Nationen haben für mehrere afrikanische Länder und den Jemen eine Hungersnot erklärt oder sehen die unmittelbar drohende Gefahr dafür. So sind rund 30 Millionen Menschen in Somalia, dem Südsudan, Jemen oder dem Nordosten Nigerias einem akuten Nahrungsmangel ausgesetzt. Aber auch in vielen weiteren Ländern ist die Nahrungsversorgung großer Teile der Bevölkerung nicht sicher.

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Was ist Hungersnot?

Eine Hungersnot tritt auf, wenn Mangelernährung in einem Land, einer Region oder einer Bevölkerungsgruppe weit verbreitet ist. Mangelernährung wird durch das Fehlen wichtiger Stoffe in der Nahrung (wie Ballaststoffe, Vitamine und Minerale) verursacht. Die Vereinten Nationen definieren Hungersnot wie folgt:

  • wenn 20% der Bevölkerung weniger als 2.100 Kcal pro Tag an Nahrung zur Verfügung stehen
  • wenn 30% der Kinder akut unterernährt sind
  • wenn zwei hungerbedingte Todesfälle unter 10.000 Menschen bzw. vier hungerbedingte Todesfälle unter 10.000 Kindern täglich auftreten

Die Ursachen für eine Hungersnot, beispielsweise Dürren, Überflutungen oder auch anhaltende Konflikte können akut auftreten oder bereits Monate oder sogar Jahre zurückliegen.

Wie entwickelt sich eine Hungersnot?

Die weltweite Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung definiert Ernährungssicherheit folgendermaßen: "Ernährungssicherheit ist, wenn alle Menschen zu jeder Zeit Zugang zu ausreichender, sicherer, erschwinglicher und angemessener Nahrung haben, um ein gesundes und aktives Leben führen zu können."

Wenn Menschen jedoch in Umständen leben, die dies nicht ermöglichen, spricht man von „Ernährungsunsicherheit“, welche in weiteren Schritten zu einer Hungersnot führen kann.

Eine Ernährungsunsicherheit kann dabei sowohl vorübergehend als auch chronisch auftreten. Plötzliche Ereignisse wie Flutkatastrophen oder ein kurzzeitiger Anstieg der Lebensmittelpreise lassen Nahrung knapp werden. Im Gegensatz dazu wird eine chronische Ernährungsunsicherheit dadurch definiert, dass Menschen über einen längeren Zeitraum (beispielsweise aufgrund von Dürren oder Konflikten) keinen Zugang zu genügend Nahrungsmitteln haben.

Momentan sind z.B. weit mehr als die Hälfte der 27,4 Millionen Menschen im Jemen durch eine solche Ernährungsunsicherheit bedroht. Das entspricht knapp der vierfachen Bevölkerung von Berlin (Stand August 2017).

In Somalia sind 3,2 Millionen Menschen von akuter Hungersnot betroffen, weitere 3,5 Millionen Menschen sind bedroht und 363.000 Kinder unter 5 leiden bereits an Unterernährung (Stand August 2017).

Was ist Mangelernährung?

Auf eine Ernährungsunsicherheit kann eine Mangelernährung folgen. Menschen sind dann mangel- beziehungsweise unterernährt, wenn sie mit ihrer Nahrung nicht genügend Kalorien und andere Nährstoffe zu sich nehmen. Sie leiden dann an „Unterernährung“ oder „Mangelernährung“, was dazu führen kann, dass ihr Wachstum und Energiehaushalt reduziert sind und sie anfälliger für Krankheiten werden. In dieser Situation erhalten viele Betroffene die Diagnose einer moderaten oder schwer akuten Mangelernährung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn jemand im Verhältnis zur Körpergröße nicht genügend wiegt oder der mittlere Oberarmdurchmesser unter dem Schwellenwert liegt.

Chronische Mangelernährung in der Wachstumsphase kann auch dazu führen, dass Kinder für ihr Alter zu klein entwickelt sind, man spricht dann auch von „unterentwickelt“ oder „im Wachstum verkümmert“. Chronische Mangelernährung hat oftmals langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Betroffenen.

Im Jemen leiden derzeit 3,3 Millionen Menschen an einer moderaten Mangelernährung. Rund 460.000 Kinder unter 5 Jahren sind aktuell sogar schwer akut mangelernährt. Leider starben im letzten Jahr mehr als 63.000 Kinder an vermeidbaren Infektionserkrankungen wie Durchfall, die oft im direkten Zusammenhang mit einer Mangelernährung stehen.

Wie hilft das Deutsche Rote Kreuz Menschen, die an Mangelernährung leiden?

Die Bevölkerung in zwei Ländern, in denen das Deutsche Rote Kreuz die Arbeit der lokalen Schwestergesellschaften unterstützt, sind derzeit von einer akuten Hungersnot bedroht: Somalia und Jemen.

Unsere Nothilfeprojekte in den Regionen versorgen die betroffenen Menschen mit Grundnahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und bieten vorbeugend Schutz und medizinische Versorgung. Im Fokus unserer Arbeit sind in erster Linie Kinder und ihre Mütter, die oftmals am stärksten von Mangelernährung und Hungersnot betroffen sind.

In Somalia unterstützt das DRK z.B. mit Bargeldzahlungen, vor allem Familien mit unterernährten Kindern und ältere Menschen, um sich lebensnotwendige Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente oder Tierfutter kaufen zu können und die schwierigste Zeit zu überstehen.

Hilfe zur Selbsthilfe

In vielen Ländern unterstützen wir sowohl mit Nothilfeprojekten zur Sicherung der Lebensgrundlagen als auch mit langfristiger und nachhaltiger Hilfe zur Selbsthilfe und Stärkung der Resilienz. Beispielsweise unterstützen wir dazu klimaangepasste Landwirtschaftsmaßnahmen oder den besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser oder den Bau von Brunnen und Latrinen. 

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