Schauplätze der Rotkreuzgeschichte

Spitzname Fiete Isbüdel

Kronshagen bei Kiel
Ansichten der Grabstätte Friedrichs von Esmarch

Eichhof ist mit fast vierzig Hektar der größte Friedhof in Schleswig-Holstein und einer der ältesten von Kiel. Mit der wachsenden Bedeutung der Stadt nach Gründung des Deutschen Reichs, unter anderem wegen ihrer Rolle als Reichskriegshafen, hat sie nach 1871 einen rasanten Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen.

Die vorhandenen Begräbnisplätze reichen bald nicht mehr aus. Und so bietet der Erbpächter Carl Mordhorst seine Landstelle Eichhof in der Gemarkung Kronshagen unmittelbar westlich von Kiel der Stadt für die Anlage eines neuen Friedhofs an. Er wird am 5. Juli 1900 eingeweiht.

1908 findet hier auch Friedrich von Esmarch seine letzte Ruhestätte. Er ist 1823 in Tönning geboren worden. Der angesehene, weltläufige Chirurg hat unter anderem in den Schleswig-Holsteinischen Erhebungen und den deutschen Einigungskriegen erhebliche kriegsmedizinische Erfahrungen gesammelt. Als Erfinder des kühlenden Eisbeutels bekommt er in seiner Geburtsstadt den Spitznamen „Fiete Isbüdel“.

Aus England hat er die Erfahrungen der St. John Ambulance Association mit Samariterschulen nach Deutschland gebracht und in Kiel 1882 den Deutschen Samariter Verein gegründet. Seine fortschrittlichen Ansätze prägen damals auch die medizinische Praxis des Roten Kreuzes in Deutschland. 1903 ernennt ihn die Stadt, in der er lehrt, forscht und arbeitet, zu ihrem Ehrenbürger.

Nach seinem Ableben findet zunächst im privaten Rahmen eine Trauerfeier in der Villa Esmarch statt. Anschließend wird der Sarg in die Nikolaikirche überführt; die offizielle Trauerfeier folgt zwei Tage später. Alle öffentlichen Gebäude Kiels sind auf halbmast geflaggt. Nach der Zeremonie hieven Unteroffiziere den Sarg auf einen vierspännigen Leichenwagen. Diesem folgen neben der Familie Mitglieder des Magistrats und der Stadtkollegien, Generäle, Admiräle, Vertreter der Universität und Angehörige von Krieger-, Samariter- und anderen Vereinen. Viele Kieler begleiten den Trauerzug zum Parkfriedhof.

Dort liegt Friedrich von Esmarch am Hauptweg in einem Backsteinbau mit gewölbtem Kupferdach begraben. Sein Grabmal trägt keinen Namen, sondern lediglich die Inschrift: „Selig sind die Barmherzigen“.

Adresse und Öffnungszeiten

Parkfriedhof Eichhof
Eichhofstraße/Eschenkamp
224119 Kronshagen

Tel.: 0431 2402-500
E-Mail: friedhof(at)altholstein(dot)de
Website: www.friedhof-kiel.de

Der Friedhof ist durchgehend geöffnet.

Tipps & Links

Weitere Orte zum Thema: Esmarchdenkmal in Tönning.

Weitere Orte mit Gräbern besonderer Persönlichkeiten: Coburg, Gotha, Menkin und Karlsruhe.

Auch sehenswert: Der Friedhof Eichhof mit seinen parkartigen Anlagen und weiteren interessanten Mausoleen wurde 2003 in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen.

Buchtipp: Friedrich von Esmarch, Über den Kampf der Humanität gegen die Schrecken des Krieges. Ein Vortrag, mit fünf Holzschnitten nach Zeichnungen von J. Wittmaack, 1869; Nachdruck der Originalausgabe 2016

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