
Volkmar Schön ist 1957 in Hamburg zur Welt gekommen und hat sich zeitlebens eine enge Verbundenheit mit seiner Heimatstadt bewahrt. Von Jugend an im DRK aktiv und bald auch mit den unterschiedlichsten Aufgaben und Ämtern betraut, hat er schließlich fast zwei Jahrzehnte lang als dessen Vizepräsident gewirkt.
Schon im Jugendrotkreuz betätigt er sich in vielen Feldern der Rotkreuzarbeit: in der Bereitschaft, im Krankenhaushilfsdienst, im Suchdienst, in der Senioren- wie in der Behindertenarbeit. Als er zum Leiter seiner JRK-Gruppe gewählt wird, gibt diese sich den Namen „Die Rebellen“. Später übernimmt er zumeist ehrenamtlich Ämter auf Kreis-, Landes- und Bundesebene und wirkt außerdem an zahlreichen Hilfseinsätzen im In- und Ausland mit.
Den Wechsel in meinen Aufgaben habe ich stets als Kontinuum erlebt und nie als Bruch.
Parallel engagiert der promovierte Archäologe sich in der Politik der Freien und Hansestadt Hamburg, wo er zuletzt als Chef der Senatskanzlei amtiert. Unter der Ägide des damaligen DRK-Präsidenten Dr. Rudolf Seiters wird er dann zum Vizepräsidenten des Deutschen Roten Kreuzes gewählt. Nie aber verliert er dabei den Kontakt zur Basis; für ihn zählt der Mensch und nicht die Hierarchie. Und so lebt er seine große Leidenschaft unbeirrbar auf den verschiedensten Ebenen, von der internationalen Zusammenarbeit bis zur Betreuung der ehemals aktiven Helfer in seinem Kreisverband Hamburg-Eimsbüttel. „Wenn wir da zusammenkommen, sitzen tausend Jahre Rotes Kreuz beisammen. Mehrere haben schon bei der Flut 1962 mitgeholfen.“

Neben der Familie war das Rote Kreuz die große Konstante in meinem Leben.
Für dieses umfassende Engagement erhält er schließlich das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Mit seinem Ausscheiden aus dem Präsidium ernennt das Deutsche Rote Kreuz ihn zum Ehrenmitglied. Seither frönt er, der stets betont, als Archäologe „einen natürlichen Hang zur Geschichte“ zu haben, mehr denn je seiner historischen Passion. Seine Notizen zur Hamburger Rotkreuzgeschichte umfassen inzwischen mehr als fünfzig Ausgaben. Seit 2018 hat Schön als Mitherausgeber der historischen Schriftenreihe des DRK gewirkt, hat zudem 2023 den Castiglione-Preis für herausragende Beiträge zur Geschichte des Roten Kreuzes gestiftet (siehe Bild am Kopf dieser Seite).
Im ersten Teil dieses Gesprächs lässt er einige prägende Erlebnisse Revue passieren, die er in jungen Jahren im Roten Kreuz hatte. Im zweiten Teil erzählt er von seiner Zeit als Leiter der Kurdenhilfe des DRK. Damals waren nach dem Zweiten Golfkrieg mehrere hunderttausend Menschen aus dem Irak über die Grenzen zur Türkei und zum Iran geflohen.
Volkmar Schön ist auch eine der treibenden Kräfte beim umfassend angelegten Zeitzeugenprojekt des DRK gewesen. Für das er dann im August 2019 auch selbst von Marleen Maxton interviewt worden ist. Eine ausführliche Fassung dieses Gesprächs ist in Band 8 der Beiträge zur Rotkreuzgeschichte nachzulesen.
Ende August 2026 ist Dr. Volkmar Schön im DRK-Hospiz für Hamburgs Süden verstorben.