Das Zeitzeugenprojekt des DRK

historisches Foto: Rotkreuzschwester verabreicht einem Baby Medizin

Persönlich, konkret, verständlich: Rotkreuzler erzählen und lassen ihre Erinnerungen und Vergangenheit lebendig werden. Entdecken Sie die kleinen und großen Ereignisse der DRK-Geschichte.

Die Idee

Wie können wir die Erinnerungen der ersten Nachkriegsgeneration von Rotkreuzlern bewahren? Aus dieser Frage entstand das Zeitzeugenprojekt, dessen Ziel es heute ist, die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes in seiner gesamten Bandbreite abzubilden. So kommen im Projekt mehrere Hundert Frauen und Männer aus allen Rotkreuzbereichen zu Wort, vom Jugendrotkreuz, von den sozialen Diensten, vom Suchdienst oder von den Blutspendediensten, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Rotkreuzschwestern oder Mitglieder der Gemeinschaften.

Hilfs- und Katastropheneinsätze, etwa der Einsatz des Hospitalschiffes Helgoland 1966 bis 1972 in Vietnam, Erdbebeneinsätze oder die Unterstützung der Flüchtlinge in der Prager Botschaft 1989, finden hier ebenso ihren Niederschlag.
Zeitlich spannen sich die Geschichten von der Neugründung der ersten Landesverbände nach dem Zweiten Weltkrieg sowie des DRK in der DDR bis zu aktuellen Einsätzen.

Das Netzwerk

Im August 2021 haben wir das DRK-Netzwerk Oral History gegründet. Im Rotkreuzmuseum Vogelsang (Eifel) kamen die verschiedenen Akteure der Zeitzeugenarbeit zu einer ersten Tagung zusammen, um sich zu vernetzen und auszutauschen. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Im Fokus des Netzwerks steht die weitere Verwendung der Interviews in der Kommunikation und die Verstetigung der Zeitzeugenarbeit. Wenn Sie Interesse haben, im Netzwerk mitzuarbeiten oder sich darüber informieren möchten, können Sie gerne mit Frau Dr. Petra Liebner, Historische Kommunikation im DRK-Generalsekretariat, Kontakt aufnehmen (p.liebner(at)drk.de).

Derzeit bereiten wir das dritte (Präsenz)Netzwerktreffen 2023 vor, welches im Sommer in Bayern stattfinden wird.

Frühere Netzwerktreffen:
digitales Netzwerktreffen am 1. März 2022
2. Jahrestreffen des DRK-Netzwerks am 7./8. Juli 2022 im Rotkreuzmuseum Geislingen

Das Projekt

Das DRK-Zeitzeugenprojekt begann 2017 mit ersten Zeitzeugenbefragungen von Rotkreuzlern aus den östlichen DRK-Landesverbänden, die von ihren Erfahrungen und Ereignissen im DRK der DDR berichten. Ihre Geschichte nicht spurlos vergehen zu lassen oder zu verdrängen, war der erste Impuls, aus dem schließlich eine historisch-kritische Studie und die erste Zeitzeugenbefragung hervorging, die 2022 in einer eigenen Publikation mündete. Mit der Vielzahl der Zeitzeugen und ihrer Geschichten entstand die Idee, die Zeitzeugenbefragungen auf das gesamte DRK auszuweiten.

2018 war der Projektstart zunächst für die nordwestdeutschen DRK-Landesverbände (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Oldenburg, Schleswig-Holstein) und die dort gelegenen Schwesternschaften. Koordiniert wurde das Projekt vom Landesverband Hamburg.

Vom September 2020 bis August 2021 wurde die das Zeitzeugenprojekt des DRK in der sogenannte Region West durchgeführt, beteiligt waren die Landesverbände Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saarland und Westfalen-Lippe.

Darauf folgte von September 2021 bis August 2022 die Projektphase in der Region Südwest mit den Landesverbänden Baden-Württemberg, Badisches Rotes Kreuz und Hessen.

Mit dem Beginn des Zeitzeugenprojektes im Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz Anfang September 2022 schließt sich der Kreis, so dass im Sommer 2023 alle DRK-Landesverbände am Zeitzeugenprojekt teilgenommen haben werden. Es liegen dann rund 500 Zeitzeugeninterviews aus dem gesamten Bundesgebiet vor.

Die Interviewer

Die Interviews wurden und werden vorrangig von ehrenamtlichen Mitarbeitern bzw. Freiwilligen im Rahmen eines Freiwilligen Kulturellen Jahres durchgeführt. Die Vermittlung und pädagische Betreung dieser Freiwilligen hat die Volunta gGmbH in Hessen übernommen. Für das Pilotprojekt des Landesverbands Hamburg, Region Nord, konnten die beiden FSJler Marleen Maxton und Anton Freitäger gewonnen werden, für das Projekt der Region West waren es Jana Fey und Amelie Lokat, im Projekt der Region Südwest Gemima Baku und Fabio Rossi. Im Projekt des Bayerischen Roten Kreuzes sind aktuell Laetitia Wegmann und Bernhard Reimann im Einsatz. Die FSJler bereiten die Interviews vor und führen sie durch. Sie sind damit der Schlüssel für das schon jetzt besondere und erfolgreiche Zeitzeugenprojekt.

Das Zeitzeugen-Archiv

Im Zeitzeugen-Archiv des DRK-Generalsekretariats in Berlin werden alle Interviews und das dazugehörige Material archiviert, aufbereitet und für die Forschung und Interessierte zur Verfügung gestellt.
Die Interviews liegen – bis auf wenige Videointerviews aus dem Projekt DRK der DDR – als Audiodateien und in transkribierter Form vor. Aufgrund verschiedener Rechtevergaben sind nicht alle Quellen zur freien Nutzung autorisiert. Für diese Website haben wir einige Interviews aus dem Zeitzeugenprojekt des DRK ausgewählt und redaktionell bearbeitet und gekürzt.

Kontakt

Projektleitung i.A. des DRK e.V.: Dr. Hans-Christian Bresgott, Facts & Files Historisches Forschungsinstitut Berlin. Sie erreichen ihn unter:

archiv(at)drk(dot)de
DRK-Generalsekretariat
Carstennstraße 58
12205 Berlin

Projektverantwortung: Historische Forschung und Kommunikation, DRK-Generalsekretariat

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