Furcht vor einer atomaren Katastrophe

Einsatzübung einer Hilfszugstaffel des DRK Nottuln: ein 'Verletzter' wird von Strahlenschutzhelfern auf Radioaktivität untersucht (Werner Hohmann / DRK)
Einsatzübung einer Hilfszugstaffel des DRK Nottuln: ein 'Verletzter' wird von Strahlenschutzhelfern auf Radioaktivität untersucht (Werner Hohmann / DRK)

Die Angst vor einem Dritten Weltkrieg intensiviert die innerdeutschen Rotkreuzkontakte.

Dreizehn Jahre nach Kriegsende wollen viele Menschen sowohl im Osten als auch im Westen am Liebsten nichts von Waffen, Gefechtsplänen oder einer erneuten Aufrüstung hören. Hiroshima und Nagasaki haben der Welt die zerstörerische Wirkung der Atombombe vor Augen geführt. Darum halten viele Deutsche es für ratsam, auf die Herstellung und Anwendung des "Teufelszeugs" zu verzichten.

Als 1958 Bundeskanzler Adenauer im Verbund mit seinem Minister für Atomfragen, Franz Josef Strauß, bekannt gibt, er halte eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr für notwendig, hält Deutschland den Atem an. Achtzehn namhafte Kernphysiker wenden sich in der sogenannten "Göttinger Erklärung" an die Öffentlichkeit, um vor den Folgen eines Atomkrieges zu warnen.

Auch in der DDR beobachtet man die Entwicklung mit großer Sorge, nährt sie doch die Angst vor einem Dritten Weltkrieg. Der Präsident des DRK der DDR nutzt seine Kontakte in den Westen. Er wendet sich an seinen Amtskollegen Weitz mit der Bitte, dieser möge sich bei der Bundesregierung "vom Standpunkt des Roten Kreuzes aus" gegen eine atomare Aufrüstung aussprechen. DRK-Präsident Weitz verweist in seinem Antwortschreiben zwar auf seine grundsätzliche Ablehnung von Massenvernichtungswaffen. Um die Unabhängigkeit in politischen Fragen zu wahren, wolle er sich aber nicht unmittelbar in die Debatte einmischen.

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