Fünf Millionen Karteikarten

Der Erste Weltkrieg wütet in Europa und bedingt Nachforschungen ungeheuren Ausmaßes.

Bereits bei Ausbruch des Krieges haben die Rotkreuzgesellschaften der beteiligten Staaten gemäß dem Haager Abkommen zentrale Auskunfts- und Vermittlungsstellen eingerichtet. Im Berliner Reichstag ruft das Zentralkomitee des Roten Kreuzes in Deutschland eine "Abteilung für Gefangenenfürsorge" ins Leben. Parallel eröffnen in mehreren Städten Auskunftsbüros, die Nachforschungen über Gefangene, Gefallene und Vermisste betreiben.

Auch das Internationale Komitee richtet im Genfer Musée Rath eine zentrale Agentur ein, die der Erfassung der Kriegsgefangenen, dem Nachrichtenaustausch zwischen ihnen und ihren Angehörigen sowie der Nachforschung nach Vermissten dient. Es beginnt mit einer Liste von 29 französischen Verwundeten in Pforzheim. Und es endet mit fast fünf Millionen Karteikarten, die nach einem ausgeklügelten System durch Verweise erschlossen werden. Die Säle des Kunstmuseums mutieren zu riesigen Suchmaschinen, in denen sich 1.200 ehrenamtliche Mitarbeiter mühen, mit einem mörderischen Krieg Schritt zu halten. Bis Ende 1917 verzeichnet die Agentur sieben Millionen Postsendungen. In zweieinhalb Millionen Fällen werden Nachforschungen angestellt, einer Million Angehöriger können Auskünfte erteilt werden.

Zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns hat das IKRK das Archiv der zentralen Nachforschungsagentur digitalisiert und über seine Homepage öffentlich zugänglich gemacht.

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