Zentrale Namenskartei des DRK-Suchdienstes
Jörg F. Müller/DRK

Der Suchdienst war für mich zunächst ein Buch mit sieben Siegeln.

Ulrich Austermühle, geboren 1949 in Gießen, zieht nach dem Abitur 1968 nach Bonn und beginnt dort mit den Studium der Volkswirtschaft. Über mehrere Arbeitsstationen kommt er dann, eher zufällig, 1981 ins DRK-Generalsekretariat nach Bonn. Dort landet er beim Suchdienst, in dessen Funktion und Arbeit er sich erst hineinarbeiten muss.

Zunächst hauptsächlich in der Verwaltung tätig, kommt mit der Hilfe für das unter Kriegsrecht stehende Polen 1981 eine große Hilfsaktion auf ihn zu. Wegen des traditionell engen Verhältnisses des Suchdienstes zu den osteuropäischen Rotkreuzgesellschaften übernimmt zunächst der Suchdienst statt der eigentlich zuständigen Auslandsabteilung die Arbeit und koordiniert die zahlreichen Hilfsaktionen des viele Jahre dauernden Einsatzes.

1989: Budapest, Warschau, Prag. Und wir haben in allen diesen Botschaften dann Hilfsaktivitäten entfaltet.

Auch 1989, als immer mehr DDR-Bürger über Ungarn in den Westen flüchten, übernimmt die Suchdienstleitstelle mit Ulrich Austermühle die Organisation und Koordination zahlreicher Hilfeleistungen. Gemeinsam mit dem Ungarischen Roten Kreuz werden Hilfsunterkünfte errichtet, für Verpflegung und medizinische Betreuung der Flüchtlinge gesorgt. Gleiches geschieht nur wenige Wochen später, im Sommer 1989 auch in der Prager Botschaft der Bundesrepublik, wo das DRK umfangreiche Hilfe für die DDR-Flüchtlinge leistet. Ulrich Austermühle wird 2000 Teamleiter Suchdienst und kurz darauf, bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn 2013, Leiter der Suchdienstverbindungsstelle Bonn.

Das Gespräch mit Ulrich Austermühle wurde im April 2019 in Meckenheim geführt.

Interview: Viele Stationen in der Suchdienstlaufbahn

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