Hilfskonvoi mit Lastern im Schneematsch
Thierry Gassmann/IKRK

„Mit Straßensammlungen haben wir das Geld für den ersten Krankenwagen im Ortsverein zusammengestottert“

1942 wird Klaus Jacobsen in Bad Oldesloe geboren, geht dort zur Schule, macht eine Lehre und geht anschließend acht Jahre zum Bundesgrenzschutz. Um mehr Zeit für seine Familie zu haben, wechselt er als Leiter und Schwimmmeister ins Waldschwimmbad seiner Heimatgemeinde Büchen. Über einen Erste-Hilfe-Kurs kommt er zum Roten Kreuz, tritt 1958 ins Jugendrotkreuz ein und wird bald Jugendgruppenleiter.

Ab 1968 arbeitet er im Krankentransport/Rettungsdienst mit, besetzt ehrenamtlich Rettungsstationen an der Autobahn und sammelt mit Mitgliedern seines Ortsvereins Büchen Geld für einen einsatzfähigen Krankenwagen.

Er macht 1972 den Lehrschein der Wasserwacht und ist mit seiner Ausbildung prädestiniert für den Aufbau einer Ortsgruppe der Wasserwacht, später wird er Ausbilder und schließlich Landesleiter der Wasserwacht im Landesverband Schleswig-Holstein.

„Dann fuhr das Rote Kreuz der Deutschen Demokratischen Republik immer vorweg“

Damit nicht genug, wird er Zugführer im Katastrophenschutz und nimmt an zahlreichen Auslandseinsätzen des DRK teil. Sie führen ihn unter anderem 1981 nach Polen, 1989 nach Armenien und in die DDR. Nach Polen, 1981 unter Kriegsrecht stehend, werden Hilfsgüter für Krankenhäuser gebracht, auf oft abenteuerlichen Wegen und eskortiert vom Militär.

In Armenien hilft das DRK nach einem schweren Erdbeben Ende 1988, Klaus Jacobsen errichtet hier 1989 als einer von zahlreichen DRK-Helfern Behelfshäuser im ersten DRK-Einsatz in der Sowjetunion. Noch im selben Jahr unternimmt er Fahrten in Krankenhäuser in die DDR, vorrangig mit Einwegmaterial. Nachdem er sich stoisch dem DDR-Zoll widersetzt, unternimmt er mit Hilfe von Kollegen des DRK der DDR ein Dutzend Fahrten, bevor die Wende 1989/90 schließlich dieses Abenteuer beendet.

Interview mit Klaus Jacobsen

Das Gespräch mit Klaus Jacobsen wurde im Oktober 2018 in Büchen geführt.

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