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Presse Deutschland

Humanitäre Hilfe gerechter gestalten: Deutsches Rotes Kreuz lädt zum Humanitären Kongress ein

Logo für den Humanitären Kongress Berlin 2022

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) lädt gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen, Ärzte der Welt und der Ärztekammer Berlin zum Humanitären Kongress Berlin ein, der vom 11. bis 13. Oktober in hybrider Form stattfindet. Unter dem Motto „Feminist Humanitarian Action: From Affirmation to Transformation“ diskutieren Expertinnen und Experten über aktuelle Herausforderungen, reflektieren selbstkritisch das eigene Handeln und suchen gemeinsam nach Lösungen, um das humanitäre System gerechter zu gestalten.

„Prinzipienorientierte humanitäre Hilfe muss alle Bevölkerungsgruppen erreichen. Um dies nach den Rotkreuzgrundsätzen der Menschlichkeit und Unparteilichkeit bestmöglich umzusetzen, müssen wir unsere Arbeit frei von Diskriminierung und möglichst inklusiv dem spezifischen Bedarf der einzelnen Menschen anpassen“, sagt Christof Johnen, Bereichsleiter Internationale Zusammenarbeit beim DRK. „Zum Beispiel, indem wir mit unseren Projekten das Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie damit verbundene Rechte stärken.“

Dafür entwickelt das DRK mit der BAYER AG ein Familienplanungsmodul, das momentan in Kolumbien pilotiert wird und rund 50.000 Menschen erreicht. Es umfasst im lokalen Kontext übliche und den Bedarfen entsprechende hormonelle und hormonfreie Verhütungsmittel und Aufklärungsmaterialien für Frauen und Männer. Hinzu kommen Trainingsunterlagen, um Ehrenamtliche und Gesundheitsfachkräfte darin zu schulen, wertneutrale Beratungen durchzuführen, sowie Fragebögen, um das Angebot zu evaluieren. Das Modul soll zunächst bei Katastrophen-Einsätzen des DRK als Teil der sogenannten „Emergency Response Unit“ beispielsweise in mobilen Kliniken zum Einsatz kommen und nach Abschluss der Evaluation auch anderen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften zur Verfügung gestellt werden.

„Die Entscheidung darüber, Kinder zu bekommen, ist ein Menschenrecht. In schwierigen Situationen, wie etwa nach einer Naturkatastrophe oder auf der Flucht, ist eine Schwangerschaft womöglich ungewünscht. Nach Schätzungen der WHO fehlt rund 270 Millionen Frauen weltweit der Zugang zu Verhütungsmethoden, rund 121 Millionen Frauen werden jedes Jahr ungewollt schwanger – viele haben keine Möglichkeit, einen sicheren Schwangerschaftsabbruch durchzuführen. Zugang zu sexueller Aufklärung und Verhütungsmitteln ist also lebenswichtig und eine Grundvoraussetzung für die Selbstbestimmung von Frauen“, sagt Johnen.

Per Zoom-Link auf der Website https://humanitarian-congress-berlin.org/  können alle Interessierten kostenlos am Kongress teilnehmen.

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