buehnenbild_griechenland-kind-mit-DRK-Mitarbeitern.jpg Gero Breloer / DRK
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Interview: Wie wird man ein Auslandsdelegierter beim DRK?

Ob Flüchtlingshilfe in Griechenland, Erdbebenhilfe in Nepal oder Hilfe nach Ernährungssicherung in Togo: Wenn das DRK in Ausland Hilfe leistet, sind oft Delegierte aus Deutschland mit dabei. Doch wie wird man Delegierter? Thomas Schade, Teamleiter Personalmanagement im DRK-Generalsekretariat gibt Aufschluss.

Herr Schade, ein DRK-Auslandsdelegierter - wer ist das?

Es ist eine Person, die vom Deutschen Roten Kreuz in einen langfristigen oder kurzfristigen Auslandseinsatz geschickt wird. Ein langfristiger Einsatz dauert in der Regel sechs Monate bis zwei Jahre. Kurzfristige Ersteinsätze, z.B. direkt nach Naturkatastrophen, dauern in der Regel ca. ein bis drei Monate. In diese Einsätze werden erfahrene Delegierte geschickt, die von ihren Arbeitgebern für den Auslandskatastropheneinsatz frei gestellt werden.

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Was für eine Ausbildung sollen die Helfer mitbringen, um im Ausland arbeiten zu können?

Den größten Bedarf haben wir im medizinischen Sektor und im Bereich technischer Infrastruktur, vor allem bei Frischwasser- und Abwassertechnik. Allgemein kann man sagen, dass Menschen aus diesen Berufsfeldern gefragt sind: Krankenpfleger/innen, Hebammen, Fachärztinnen und Fachärzte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Architektinnen und Architekten, Agrar- und Ernährungswissenschaftler/innen, aber auch Betriebswirtinnen und Betriebswirte, die z. B. als Projektmanager/innen oder Programmkoordinator/innen für Logistik, Finanzen und Administration eingesetzt werden.

Eine abgeschlossene Ausbildung und mindestens zwei Jahre Berufserfahrung werden vorausgesetzt. Weitere Bedingungen sind entsprechende Fremdsprachenkenntnisse je Einsatzland – mindestens jedoch immer Englisch fließend. Beste Voraussetzung für Einsätze als DRK-Auslandsdelegierter haben natürlich diejenigen, die bereits Erfahrungen im Bereich der humanitären Auslandshilfe haben.

Welche „Soft-skills“ sollte man als Auslandsdelegierter mitbringen?

Die „Soft-skills“ spielen eine wichtige Rolle. Wir erwarten eine Haltung des Respekts gegenüber fremden Menschen und anderen Kulturen und die Identifizierung mit den Rotkreuzgrundsätzen. Unerlässlich ist die Fähigkeit, sich kurzfristig in ein Team aus Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Rotkreuzgesellschaften zu integrieren.

Wie werden sie auf den Einsatz vorbereitet?

Damit die Delegierten ideal auf ihre Aufgaben vorbereitet werden, absolvieren sie vorab verschiedene Trainings. Die Grundvoraussetzung ist weltweit standardisierte IMPACT-Kurs (International Mobilisation and Preparation for ACTion) des Roten Kreuzes. Der IMPACT baut auf einem zuvor verpflichtend abzuschließenden mehrteiligen Onlinekurs auf.

Der IMPACT dauert eine Woche. Den zukünftigen DRK-Auslandsdelegierten werden die Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, die Arbeit des Roten Kreuzes sowie die für Auslandseinsätze besonders wichtigen Kenntnisse vermittelt, z. B. die besondere rechtliche Stellung des Roten Kreuzes in internationalen Konflikten und Kriegen und der Umgang mit kritischen Situationen in Einsatzgebieten.

Bei dem nachfolgenden Kurs, dem FAF-Training (First aid in the Field – Safety and Security) geht es sicherheitsrelevante Fragen, die u.a. durch Simulationen von Extremsituationen veranschaulicht werden.

Welche Motivation haben die ausgewählten Mitarbeiter?

Unsere Auslandsdelegierten sind Menschen, die mit ihren beruflichen und persönlichen Kompetenzen einen Beitrag leisten wollen, um akute Not und Lebensgefahr von Menschen abzuwenden und hilfsbedürftigen Menschen weltweit zu helfen. Es gehört zu unseren Aufgaben, die persönliche Eignung im Rahmen des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens festzustellen und zu klären, inwieweit die Motivation der Bewerberinnen und Bewerber von ihnen auch in konstruktives Handeln umgesetzt werden kann.

Was muss geklärt werden, damit die Delegierten ins Ausland reisen können?

Bevor wir jemanden in einen Auslandseinsatz schicken können, müssen verschiedene Dinge geklärt werden (Einsatzinhalt, Einsatzzeitraum, Arbeitsvertrag, Freistellung von einem Arbeitgeber, Tropentauglichkeit,  Sprachkenntnisse, Führerschein u. v. m.). Wichtigstes Klärungsinstrument im Vorfeld ist dabei drkhrnet.drk.de. Hier können sich Interessenten zunächst registrieren. Auf der Grundlage der dort abgelegten Informationen und nach direktem Kontakt mit den dort ausgewählten potentiellen Einsatzkräften starten wir unsere Personalauswahl, Schulung und schließlich die konkrete Einsatzvorbereitung.

Offene Stellen finden Sie unter https://www.drk.de/en/be-involved/international-vacancies/vacancy-announcements/

Allgemeine Hinweise zum Bewerbungsprozess für internationale Stellen beim DRK finden Sie unter https://www.drk.de/en/be-involved/international-vacancies/

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