Collage: Rotkreuz-Freiwillige helfen in Madagaskar
Madagassisches Rotes Kreuz, IFRC

„Dann essen wir trockene Maniok-Blätter – oder gar nichts“

Madagaskar ist von einer akuten Hungerkrise betroffen. Ungefähr 1,1 Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. Das Deutsche Rote Kreuz leistet Soforthilfe – und langfristige Katastrophenvorsorge.

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69 € helfen uns, eine fünfköpfige Familie drei Monate lang mit Bargeldhilfen zu versorgen.

Korota ist eine 35-jährige verwitwete Mutter von sechs Kindern. Normalerweise arbeitet sie in der Landwirtschaft, um ihre Familie zu ernähren. Aber die Felder sind vertrocknet. Es wächst nichts, das sie ernten kann. 

Ihre Heimat Madagaskar erlebt aktuell die schlimmste Dürreperiode seit vier Jahrzehnten. Gleichzeitig sind die Lieferketten durch die Corona-Lockdowns zusammengebrochen. Das Nahrungsangebot auf den Märkten wird immer geringer und teurer. Durch die extreme Trockenheit fehlt es auch an sauberem Wasser. Das hat für die zu mehr als drei Vierteln in extremer Armut lebende Bevölkerung schlimme Folgen:

Im Süden des afrikanischen Inselstaats benötigen ungefähr 1,1 Millionen Menschen Hilfe, darunter 75.000 schwangere und stillende Frauen. In manchen Dörfern ist bereits jedes vierte Kind unter fünf Jahren mangelernährt.

Korota geht manchmal in einen Steinbruch, um einen Notgroschen für ihre Familie zu verdienen. „Wenn ich dort nicht arbeiten kann, essen wir trockene Maniok-Blätter – oder gar nichts.“

Soforthilfe gegen die Dürre

Wir haben gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft, dem Madagassischen Roten Kreuz, Hilfsmaßnahmen eingeleitet: In der besonders stark von Hunger und Wassermangel bedrohten Region Ambatoabo haben wir Bohrlöcher und Pumpen repariert und Trainings zur Pflege der Wasserquellen durchgeführt.

Außerdem erhalten ca. 10.300 Menschen Bargeldleistungen zur freien Verfügung. Damit können sie ihren persönlichen Bedarf an Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten des täglichen Bedarfs decken. Korota hat sich zum Beispiel mit der ersten Monatsauszahlung der Bargeldhilfe (umgerechnet ca. 23 Euro) auf dem Markt einen Spaten, Lebensmittel und Medikamente gekauft.

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Jede noch so kleine Spende hilft dem DRK bei der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen.

Weitere Wetterextreme

Dürren sind nicht die einzigen Naturkatastrophen, die das im indischen Ozean gelegene Madagaskar immer wieder treffen. Regelmäßig verwüsten Wirbelstürme und Überschwemmungen die vertrockneten Böden in den küstennahen Regionen. Auch in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo tritt das Wasser über die Ufer. Mit den Fluten verbreiten sich gefährliche Krankheitserreger in den Straßen. Immer wieder brechen Epidemien wie die Pest auf der Insel aus.

Besonders gefährdet sind die dicht bewohnten, ärmeren Viertel in den flussnahen Bezirken. In ihnen leben oft Familien, die allein von Frauen, älteren Menschen, unbegleiteten Kindern oder Menschen mit Behinderung geführt werden. Sie trifft es im Falle einer Katastrophe besonders hart.

Für eine bessere Zukunft

Gemeinsam mit dem Madagassischen Roten Kreuz machen wir die betroffenen Gemeinden widerstandsfähiger. Dazu werden Notfallpläne erarbeitet, regelmäßig das Verhalten im Katastrophenfall trainiert und lokale Katastrophenschutz-Kommittees ausgerüstet. Auf diese Weise können sich die Menschen nachhaltig aus eigener Kraft besser schützen.

Dabei spielt auch der Einsatz gegen die Covid-19-Pandemie eine entscheidende Rolle. Im Rahmen des Projekts führen wir Hygieneschulungen durch und errichten Handwaschstellen, um die Bevölkerung zu schützen.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere kurz- und langfristige Arbeit in Madagaskar.


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