Collage: Pferdekopf und Mädchen auf Pferderücken
Simone Meiers
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  1. Hilfe in Deutschland

Hilfe mit einem PS

Warum Pferde auf vier Beinen laufen? Damit sie ihr riesiges Herz tragen können. Ein Herz, das Platz und Liebe für die unterschiedlichsten Menschen und alle ihre Besonderheiten hat.

Kopf eines braunen Pferdes
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Emma* hält Alischa den Handrücken hin, als sie auf das Pferd zugeht. Die Haflingerstute schnuppert daran und brummt. „Hallo, schön, dass du da bist“, signalisiert sie dem Mädchen damit. Vorsichtig steigt Emma auf Alischas Rücken. Als die sich behutsam in Bewegung setzt, strahlt das Mädchen alle an. Das ist bei der 13-Jährigen eine Seltenheit!

Aller Anfang ist schwer

Denn Emma hat eine autistische Störung. Sie nimmt ihre Umwelt anders wahr, kann weniger ihre Gefühle zeigen und verhält sich anders als andere Kinder. „Alleine das Tier zu berühren, war anfangs für sie ein riesiger Schritt“, erinnert sich Andrea Gaspers an die ersten Reitstunden. Die Diplom-Pädagogin leitet das Projekt „Balance“ am Standort Wehingen.

„Als Emma die ersten Male auf dem Pferd saß, hatte sie große Angst. Sie hielt sich so sehr an mir fest, dass ich blaue Flecken davon bekam.“ Doch eines Tages, als das Pferd antrabt,
beginnt Emma plötzlich zu strahlen und zu lachen. Das ist für sie ein großer Erfolg. Auch ihre Mutter berührt es zutiefst, ihr Kind so erleben zu dürfen.

Mehr als eine Therapie

Ängste abzubauen und das Selbstvertrauen zu stärken, sind nur zwei der Ziele, die beim inklusiven pädagogischen Reiten verfolgt werden. Beim Reiten trainiert Emma auch ihr Gleichgewicht und fördert ihre Konzentrationsfähigkeit. Und weil an dem Kurs noch vier weitere Kinder teilnehmen, lernt sie auch, im Team zu arbeiten, andere um Hilfe zu bitten und Rücksicht aufeinander zu nehmen.

„Neben dem Reiten gehören auch die Aufgaben drumherum zur Therapie“, betont Andrea Gaspers. Die Kinder putzen zum Beispiel gemeinsam die Pferde, bauen in der Halle mit Tonnen sowie Stangen einen Parcours auf und bereiten die Boxen vor.

Egal, ob jung oder alt

Bei „Balance“ können die unterschiedlichsten Menschen mitmachen, vom Kindergartenkind mit Entwicklungsverzögerungen über autistische Jugendliche bis zum erwachsenen Menschen mit Mehrfachbehinderung. Und während Emma in Wehingen weiter tolle Fortschritte macht, hat sich am zweiten Standort in Bachem auf der Waldmühle das Leben der 14-jährigen Jenni* zum Besseren gewendet.

Mit Gefühl zum Mitgefühl

Das Mädchen ist traumatisiert. Schon als kleines Kind ist sie von ihrer eigenen Mutter abgelehnt worden. Ihr Selbstwertgefühl ist stark zerrüttet und ihr Vertrauen in andere Menschen gestört. Jenni wird zur Einzelgängerin. Auch in der Wohngruppe, in der sie unterkommt, verschließt sie sich den anderen gegenüber. Auf einfache Fragen oder Bitten reagiert sie schnell aggressiv. Dann hat ihre Betreuerin die Idee mit dem Reiten.

„Als Jenni zu uns geschickt wurde, hatte sie eigentlich zu gar nichts Lust“, erzählt Simone Meiers, die zusammen mit Lisa Perbal und Julia Ambos die Einzelförderung in Bachem auf der Waldmühle durchführt. „Doch an einem Nachmittag, als wir Balu putzten, entdeckte sie eine Verletzung. Sie war sehr besorgt.“ Gemeinsam mit Simone Meiers versorgt Jenni die Wunde des Ponys. In den kommenden Wochen gilt ihre erste Frage immer „ihrem“ Patienten. Sie kann es kaum abwarten, wieder zu reiten, und packt von sich aus im Stall mit an. 

Auch in der Wohngruppe spüren alle ihre Veränderung. Jenni hat sich den anderen geöffnet und bringt sich im Alltag mit ein. Die ehemalige Einzelgängerin hat sogar erste Freundschaften geschlossen.

Im vollen Galopp in ein neues Leben

Verbesserungen der Lebensqualität und spürbare Veränderungen im Alltag – solche positiven Entwicklungen möchten wir noch vielen weiteren Menschen durch das pädagogische Reiten ermöglichen. Und Sie können uns dabei unterstützen!

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