Foto: DRK-Ehrenamtliche mit ihrem Therapiehund
Schmecht

Freund auf vier Pfoten

Vor der Tür des Wolfsburger Hospizes sitzt ein ungewöhnlicher Besucher: Hündin Molly hat eine Mission, die sie mit vollem Einsatz erfüllen wird.

Schmecht Foto: Portrait eines Hundes
Jede Spende hilft!

45 € ermöglichen es, das Halstuch und die Leine für einen Therapiehund zu kaufen.

Molly wartet geduldig, bis Frauchen Claudia Schmecht ihr das rote DRK-Halstuch umlegt. Das tut sie vor jedem Einsatz. So weiß die Hündin, dass die Arbeit jetzt losgeht. Molly und Claudia Schmecht gehören zu Niedersachsens erster Therapiehundestaffel. Ins Leben gerufen hat das Projekt Tanja Weiler, Schatzmeisterin beim DRK Wolfsburg-Mitte: „Die Hunde helfen zum Beispiel kranken Menschen, das körperliche Wohlbefinden zu steigern, Ängste abzubauen oder sich wie im Hospiz für einen kurzen Moment einfach mal abzulenken. Das Besondere an der Staffel ist, dass alle ehrenamtlich arbeiten. Ausrüstungen für die Teams können wir zum Beispiel über Spenden finanzieren.“

Straßenhund mit großem Herzen

Nicht jeder Hund ist für den Einsatz als Therapiehund geeignet. Aber beim Eignungstest entschieden die Ausbilder des DRK, dass Molly das Zeug dazu hat, „obwohl meine Molly ein reinrassiger Straßenköter ist“, lacht Claudia Schmecht. Denn die kleine Hündin ist ein ehemaliger Straßenhund aus Mazedonien – mit einem großen Herzen: Sie hat eine ganz ruhige Art, auf Menschen zuzugehen, und lässt sich geduldig streicheln. Deswegen ist sie im Hospiz bei den Gästen, wie die Patienten genannt werden, sehr beliebt.

Brücke zwischen Menschen

Heute besucht Molly eine an Krebs erkrankte Frau, die sie schon freudig erwartet. Ihre Verwandten wohnen zu weit weg, deswegen bekommt sie nur wenig Besuch. Das macht sie traurig. Aber als Molly ins Zimmer tapst, ist sie wie ausgewechselt. Sie hatte früher selbst Hunde und blüht sichtlich auf, als sie Molly streichelt und mit Leckerlis verwöhnt. Mit Claudia Schmecht fachsimpelt sie nebenbei über Hunde und erzählt Anekdoten von ihren Tieren. Molly baut in solchen Situationen die Brücke zwischen den Menschen. Nach etwa einer Stunde verabschiedet sich das Team von der Hospizgästin, die ihnen lächelnd hinterherwinkt.

„Ich merke, wie sie sich geöffnet hat, weil uns die Liebe zu den Hunden verbindet. Gefühle und Gedanken zu teilen ist für das Wohlbefinden wichtig, besonders im Hospiz“, ist sich die Ehrenamtliche sicher. Sie nimmt ihrer Hündin das Halstuch ab. Das bedeutet für Molly: Feierabend!

Der Hospizbesuch ist für den sensiblen Vierbeiner recht anstrengend, weil Molly sich die ganze Zeit konzentrieren muss. Deswegen gehen Hund und Frauchen zur Erholung noch eine große Runde spazieren, wenn sie das Hospiz verlassen. Dort freuen sich die Gäste schon auf Mollys nächsten Besuch in der kommenden Woche.


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