DRK-Helferin reicht zwei wohnungslosen Männern heiße Getränke Rudolf Wichert/ DRK GS


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DRK-Winterhilfe: Herzenswärme gegen Eiseskälte

„Es fing damit an, dass ich meine Arbeit verloren habe. Zuhause haben meine Freundin und ich uns nur noch gestritten. Dann hat sie mich vor die Tür gesetzt.“ Der Verlust des Arbeitsplatzes. Eine Trennung vom Partner. Und dann muss die Wohnung aufgegeben werden. Dies ist eine ganz typische Situation, die Menschen auf die Straße führt.

Niemand ist vor solchen Schicksalsschlägen gefeit. Und ist man erst einmal wohnungslos, ist es ein schwerer Weg zurück ins gewohnte Leben. Bei Minustemperaturen ist ein fehlendes Obdach besonders gefährlich. Allein im Winter 2015 sind sieben Menschen ohne Obdach in Deutschland erfroren. Darum hilft das DRK Wohnungslosen mit verschiedenen Angeboten.

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Jede Spende hilft Notleidenden, den Winter zu überstehen!

75 Euro sichern z.B. rund 50 Mahlzeiten in der Wärmestube.

Ein Bus gegen die Kälte

In Hamburg campieren viele Obdachlose auch in diesem Winter bei Temperaturen unter null Grad auf Straßen oder in Zelten unter Brücken. Was sie eint, ist die Hoffnung auf einen milden Winter. Darauf ist natürlich kein Verlass. Dafür aber auf den DRK-Kältebus aus Hamburg-Wandsbek:

Zweimal pro Woche fahren DRK-Helfer wie Monika Kelting vorn dort aus mit dem Bus die bekannten Treffpunkte an. „Früher kamen 30 Leute, nun sind es im Winter bis zu 80. Und sie werden immer jünger“, stellt die Ehrenamtliche fest. Wie immer wird sie schon sehnlichst erwartet. Denn sie hat allerlei Hilfsmittel an Bord, welche die kalte Jahreszeit etwas erträglicher machen – neben Schlafsäcken und Isomatten verteilt sie auch warme Kleidung und dicke Socken an die Hilfebedürftigen. Monika Kelting setzt sich seit sieben Jahren für Arme und Obdachlose ein. Sie kennt die Menschen und ihre Geschichten. Daher wechselt sie stets ein paar herzliche Worte bei einem heißen Getränk und belegten Brötchen, die sie vorbereitet hat. Das wärmt von innen, gibt Kraft für die Nacht.

Ein Bus zum Erwärmen

Berlin hat nicht nur die meisten Einwohner in Deutschland. Berlin ist auch Hauptstadt der Obdach- und Wohnungslosigkeit. Laut der Senatsverwaltung waren Ende 2013 rund 14.500 Menschen wohnungslos, davon leben 2.000 bis 4.000 auf der Straße. Um ihnen beizustehen, fährt der Wärmebus jeden Tag zu bekannten Schlafstellen in der Stadt. „Unsere Helfer sprechen die Betroffenen an und bieten ihnen an, sie zu einer Notunterkunft zu fahren oder geben warme Kleidung und Schlafsäcke aus“, berichtet Heike Golletz vom DRK Berlin. „Doch oft wünschen sie sich nur eine Tasse Tee und Zeit für ein Gespräch.“

Auch in Berlin fällt auf, dass die Zahl der Betroffenen zunimmt. „Immer häufiger werden auch Frauen und Familien obdachlos“, berichtet Heike Golletz „Jede Fünfte, die wir 2015 unterstützt haben, war eine Frau.“ Aus diesem Grund stellt das DRK auch einige Schlafplätze exklusiv für Frauen bereit.

Gute Wärmestube

In der DRK-Wärmestube in Kempten kommt etwa jeder zehnte Besucher direkt von der Straße. Aber auch jeder andere, der bedürftig ist, ist herzlich willkommen. Und so gehören neben Obdachlosen und nichtsesshaften Menschen viele alleinstehende Senioren und Sozialhilfeempfänger zu den Gästen. Jeden Tag können sie für ein geringes Entgelt frühstücken oder ein warmes Mittagsessen einnehmen. Und was ist mit jenen, die gar nichts haben? Die bekommen immer ein kostenloses Mahl.

Doch die Wärmestube ist noch viel mehr als ein gemütlicher Ort mit Essensangeboten. Viele Besucher sind Stammgäste, tauschen sich untereinander aus, teilen ihre Erfahrungen. Dabei entstehen sogar enge Freundschaften. „Man sieht, dass immer die gleichen Leute am gleichen Tisch sitzen, wie kleine Familienstammtische. Sie helfen einander und achten aufeinander“, berichtet die Leiterin der Wärmestube, Viola Heß. Diese menschliche Wärme wiederzuentdecken, die einige in ihrem Leben verloren glaubten, tut den Besuchern sichtlich gut.

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