Sein Lieblingsstofftier, der Frosch „Stups“, brachte das behinderte Kind einer Krankenschwester in der DRK-Schwesternschaft Krefeld stets zum Lachen: Er ist heute Namenspatron des stups-Kinderzentrums und der ehrenamtlichen „Froschkönige“. In Krefeld begleiten die „Froschkönige“ Kinder und Jugendliche, die an einer fortschreitenden und lebensverkürzenden Krankheit leiden oder bei denen ein Elternteil derartig erkrankt ist.
Wenn Marion Schindler mit dem achtjährigen Leon* am Bahnhof steht, ist er rundum zufrieden. „Er liebt Züge. Jeder Spaziergang muss am Bahnhof enden“, schmunzelt sie. Marion Schindler ist eine „Froschkönigin“: Als Familienbegleiterin unterstützt sie eine Familie mit zwei schwerstbehinderten Kindern.
„Ich wollte schon immer so ein Ehrenamt machen. Dann bin ich zu einem Veranstaltungsabend des DRK gegangen und habe mich anschließend ein Jahr fortbilden lassen. Das hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.“
Die Fortbildung bereitete sie gut auf die wöchentlichen Besuche vor, mit denen sie die Eltern unterstützt. „Die Kinder freuen sich immer, mich zu sehen. Wir gehen dann zum Beispiel spazieren oder spielen. Dann können ihre Eltern wichtige Dinge erledigen oder einfach mal Luft holen.“
Einige der etwa 50 ausgebildeten „Froschkönige“ besuchen auch das stups-Kinderzentrum, mit dem die DRK-Schwesternschaft in Krefeld die Lebenssituation schwer kranker Kinder und ihrer Familien verbessert. „Im stationären Kinder- und Jugendhospiz können wir bis zu zwölf Mädchen und Jungen bis 27 Jahre aufnehmen. Im Gegensatz zu einem Erwachsenenhospiz kommen sie zur Entlastungspflege, aus der sie wieder in ihre Familien zurückkehren“, berichtet Silke Paschen.
Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anke Kamper koordiniert sie die etwa 50 qualifizierten „Froschkönige“. „Die Kinder haben unheilbare lebensverkürzende Erkrankungen mit einem zunehmend schweren Verlauf. Die Pflege ist dementsprechend intensiv. Da entlastet es die Familien sehr, wenn wir ihre Kinder für eine Zeit behüten und mit ihnen zum Beispiel einen Ausflug machen“, erläutert Anke Kamper.
Bevor die beiden Koordinatorinnen eine Froschkönigin oder einen Froschkönig mit einer Familie zusammenbringen, prüfen sie genau, ob die Chemie stimmt. Denn im besten Fall sollen sie sich langfristig um die Kinder und ihre Familien kümmern. Marion Schindler begleitet Leon und seine vierjährige Schwester seit über zwei Jahren. „Ich bin richtig in die Familie hineingewachsen. Die Beziehung ist sehr intensiv und vertrauensvoll. Und wenn ich nach Hause gehe, dann freuen wir uns alle auf das nächste Mal. Besonders Leon, der weiß, dass es bestimmt schon bald wieder zum Bahnhof geht.“
* Name geändert
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