Foto: Eine tröstende Umarmung DRK Feldkirchen
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  1. Hilfe in Deutschland

Du bist nicht allein

Wenn Menschen durch unvermittelte Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens gerissen werden, stehen unsere Ehrenamtlichen ihnen bei.

Helfen Sie mit!

Jede kleine Spende hilft den notleidenden Menschen!

Die Eheleute Britta und Helmut M.* gehen gemeinsam durch dick und dünn – bis zu dem schicksalhaften Tag, als Helmuts Herz stehen bleibt. Britta alarmiert sofort den Rettungsdienst. Doch für ihren geliebten Partner kommt jede Hilfe zu spät. Für die Witwe zerbricht eine Welt. In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand.**

Nur jeder Zehnte überlebt. „In so einer Extremsituation ist es besonders wichtig, dass Hinterbliebene nicht allein sind“, berichtet Marion Menzel. Die DRK-Bundeskoordinatorin für psychosoziale Notfallversorgung begleitet seit vielen Jahren Menschen, die unvorbereitet schwere Schicksalsschläge erleiden.

Foto: Portrait einer DRK-Mitarbeiterin Natalja Bluem
Diplom-Psychologin Marion Menzel ist bereits in jungen Jahren Rettungsdienst gefahren. Seit 2015 arbeitet sie für das DRK als Bundeskoordinatorin für psychosoziale Notfallversorgung.

Die Situation annehmen

„Den Schmerz können wir nicht wegnehmen. Aber wir können den Betroffenen das Gefühl geben, wieder handlungsfähig zu sein: Wir sind mit der Frau in die Küche gegangen und haben ihr vorgeschlagen, sich einen Tee zu kochen. Solche Routinen helfen, in der Situation anzukommen. Dann haben wir uns gemeinsam hingesetzt und sie erzählen lassen. Und wir haben sie weinen lassen. Mit der Zeit konnte sie verstehen, was passiert ist.“

Was ist nun zu tun?

Bundesweit leisten über 100 DRK-Kriseninterventionsdienste psychosoziale Akuthilfe. Wenn der Rettungsdienst, die Feuerwehr oder die Polizei sie rufen, machen sie sich unmittelbar auf den Weg.

„Im Durchschnitt sind wir vier bis sechs Stunden vor Ort, bis sich die Betroffenen etwas gefangen haben. Dabei arbeiten wir fast immer zu zweit: So können wir Absprachen mit den Rettungsdiensten treffen und gleichzeitig den Betroffenen immer unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Gemeinsam planen wir dann die nächsten Schritte: Was ist nun zu tun? Wer soll informiert werden?“, erläutert Marion Menzel das Vorgehen.

Die Seele betreuen

Die Maßnahmen der psychosozialen Notfallversorgung zielen auf die kurzfristige Bewältigung kritischer Lebensereignisse für Angehörige und Zeugen von Unfällen. Oft hinterlassen die Einsätze aber auch bei den Helfenden Spuren, etwa wenn Eltern durch das plötzliche Versterben ihres Kindes wie gelähmt sind oder schwere Verkehrsunfälle mehrere Opfer fordern. Auch sie erhalten dann Unterstützung von den Kriseninterventionsdiensten des DRK:

„Unsere Helfer stammen selbst oft aus dem Sanitäts- oder Rettungsdienst und sind medizinisch top ausgebildet. Doch die Seele zu betreuen, ist eine ganz neue Form der Herausforderung“, berichtet Marion Menzel. Um diese zu meistern, werden sie intensiv auf ihre Einsatztätigkeit vorbereitet, regelmäßig fortgebildet und von Supervisoren begleitet. „Genau wie die Helfenden arbeiten die Ausbildenden rein ehrenamtlich und in ihrer Freizeit.“

Halt in der Krise

Die Unterstützung der psychosozialen Notfallversorgung hat Britta M. in den schwersten Stunden zu Beginn der Krise Halt gegeben. Während sie sich beruhigt, fallen ihr ein paar schöne und berührende Anekdoten aus ihrem erfüllten Eheleben mit ihrem Helmut ein. Als sie genug Kraft gefunden hat, ruft sie ihre Tochter an, die sich umgehend zu ihr auf den Weg macht. „Wir lassen niemanden alleine, sondern gehen erst, wenn Familie oder Freunde die Betroffenen begleiten. Als sich Mutter und Tochter in den Arm genommen haben, war das für uns der richtige Zeitpunkt, sich zu verabschieden“, berichtet Marion Menzel.

Die psychosoziale Notfallversorgung ist zum größten Teil spendenfinanziert. Wir freuen uns sehr, wenn Sie die wichtige ehrenamtliche Arbeit des DRK unterstützen!

* Namen zum Schutz der Personen geändert.
** Quelle Bundesgesundheitsministerium


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