Zwei Ehrenamtliche im Gespräch mit einem Wohnungslosen
Oliver Willikonsky

Wohnungslosenhilfe: Der Kältebus bringt Wärme

Menschen, die auf der Straße leben, brauchen im Winter besonders viel Hilfe. Das Team vom Kältebus in Stuttgart versorgt Betroffene deshalb von November bis März nachts mit heißem Tee, warmer Kleidung oder Schlafsäcken.

Jede Spende hilft!

Mit rund 60 € kann das DRK zum Beispiel einen Schlafsack für einen Bedürftigen kaufen.

Rund 48.000 Menschen in Deutschland haben laut aktuellen Schätzungen kein Dach über dem Kopf.* Sie brauchen Hilfe, denn das Leben auf der Straße ist hart. Besonders im Winter leiden die Obdachlosen unter der Kälte und werden krank. Die Gefahr ist groß, dass sie erfrieren, wenn sie bei der Kälte draußen übernachten.

Damit das nicht passiert, gibt es in vielen Städten sogenannte Kältebusse. So auch in Stuttgart. Hier fährt der Kältebus bereits seit Dezember 2013. Damals wurde er als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Stuttgart und des DRK-Kreisverbandes Stuttgart e.V. eingerichtet.

Das Wetter im Blick

„Sobald die Nachttemperaturen unter null Grad fallen, kommt unser Bus zum Einsatz“, erklärt DRK-Mitarbeiterin Sandra Welsch. Die 34-Jährige hat stets den Wetterbericht für die nächsten Tage im Blick und informiert den DRK-Bereitschaftsdienst in Stuttgart, wenn mit Nachtfrost zu rechnen ist. Im vergangenen Winter waren die ehrenamtlichen Helfer in 47 Nächten unterwegs und haben insgesamt 708 Obdachlose angesprochen, ob sie Hilfe benötigen. Der Bus fährt von 22 Uhr bis 2 Uhr Stationen im ganzen Stadtgebiet an. Die Route ändert sich täglich entsprechend aktuellen Hinweisen vom Sozialamt, Streetworkern oder Anrufen über die Kältebus-Hotline.

Weitere Hilfe vermitteln

Die Helfer weisen die Obdachlosen auch auf die Angebote der Wohnungsnotfallhilfe hin und bringen Bedürftige in Notunterkünfte, wenn sie das möchten. Viele entscheiden sich jedoch bewusst für die Straße. Das hat verschiedene Gründe. „Viele gehen leider nicht in die Notunterkünfte, weil sie dort zum Beipiel ihre Hunde nicht mit reinnehmen dürfen“, erklärt Sandra Welsch.

Bei akuten gesundheitlichen Problemen rufen die Helfer einen Krankenwagen zur Hilfe oder verweisen auf das Stuttgarter MedMobil: In der mobilen Arztpraxis behandeln Ärzte ehrenamtlich Obdachlose.

* Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW)


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