Foto: DRK-Präsident Seiters mit Jette Joop, Jeanette Biedermann und Rotkreuzlern in roten Pullovern und Mützen vor dem Brandenburger Tor Tom Maelsa / DRK
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  1. Das DRK

„Es ist das Miteinander, das die Dinge voranbringt“

Rudolf Seiters ist seit fast anderthalb Jahrzehnten Präsident des DRK. Im Dezember 2017 endet seine Amtszeit. Im Interview spricht er über schöne Momente und neue Ziele.

Werden Sie jetzt erst einmal einen längeren Urlaub machen?

Ich blicke auf die 14 Jahre meiner Präsidentschaft gerne und mit großer Dankbarkeit zurück. Mir war es vergönnt, nach den langen Jahren meiner parlamentarischen Arbeit das besondere humanitäre Engagement des Deutschen Roten Kreuzes in Deutschland und in der Welt zu unterstützen und meine guten Kontakte im politischen Bereich für das Ehrenamt zu nutzen. Aber alles hat seine Zeit. Zunächst einmal freue ich mich auf das Weihnachtsfest im Kreis meiner Familie. Urlaubsplanungen kommen später.

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters feierte mit Helfern und Rotkreuzbotschafternvor dem Brandenburger Tor 150 Jahre DRK Michael Handelmann / DRK
DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters feierte mit Helfern und Rotkreuzbotschafternvor dem Brandenburger Tor 150 Jahre DRK

Bleiben Sie dem DRK denn weiterhin erhalten?

Natürlich bleibe ich dem DRK verbunden, mit meinem Rat, wenn der gebraucht wird, und in meinem heimatlichen Umfeld. Das DRK kann aber sicher sein, dass mit Gerda Hasselfeldt jetzt eine Frau für die Spitze des Roten Kreuzes kandidiert, die mit ihrer langjährigen politischen Erfahrung, mit ihrer Vernetzung im gesellschaftlichen Leben und mit ihrer Wertschätzung für das Ehrenamt alle Voraussetzungen für eine sehr erfolgreiche Präsidentschaft mit bringt.

Was waren die schönsten Momente Ihrer DRK-Präsidentschaft?

Immer wieder die Begegnung mit Menschen, die im Großen wie im Kleinen – bei den Hochwasserfluten, der Flüchtlingshilfe, im Alltag – Botschafter der Humanität sind. Ganz nach dem Motto von Bertha von Suttner: „Nach Lieben ist Helfen das schönste Zeitwort der Welt.“ Aber es gab auch sehr bewegende Momente in unserer Auslandsarbeit: Die Begegnung mit Hunderten Aids-Waisenkindern in Lesotho, die mit unserer Hilfe in Familien aufgenommen wurden und dort neue Brüder und Schwestern bekommen haben. Oder, als eine ältere Dame sagte: „Immer, wenn das Rote Kreuz kommt, dann weiß ich, dass geholfen wird“.

Auf welche Leistung als DRK-Präsident sind Sie besonders stolz?

Der Einsatz unserer Helfer bei Hochwasser, in der Flüchtlingshilfe oder auch unsere kaum vergleichbaren Hilfen in den Notstandsgebieten dieser Welt, in Haiti, in den Tsunamigebieten Südostasiens, in Syrien oder am Horn von Afrika – das alles erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, auch wenn sie gemischt ist mit der Trauer über das zunehmende Elend in der Welt. Es freut mich auch, dass die Zahl von 400 000 ehrenamtlichen Helfern trotz der demografischen Entwicklung stabil geblieben ist. Im DRK war auf organisatorischer Ebene die Satzungsreform im Rahmen seiner Strategie 2010plus ein Meilenstein. Mit diesem größten Projekt seit der Vereinigung der beiden deutschen Rotkreuzgesellschaften wurden beim Bundesverband, bei den Landesverbänden und dem Verband der Schwesternschaften die Weichen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, für notwendige Transparenz und die Sicherung und Stärkung des Ehrenamtes gestellt.

Ihr Credo ist: Tu, was Du kannst! Inwiefern hat Ihnen dieser Leitsatz bei Ihrer Arbeit für das Rote Kreuz geholfen?

Dieses Credo war immer für mich ein innerer Kompass, ein Wertefundament. Eine Grundlage für Bürgernähe, das gegebene und gehaltene Wort, Verlässlichkeit. Häufig genug hat sich bewiesen, wie hilfreich es ist, immer wieder pragmatisch die überparteiliche Zusammenarbeit zu suchen, um Probleme zu lösen. Es ist das Miteinander, das Dinge voranbringt.

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