Foto: Portrait von Rudolf Seiters Robert Schlesinger / dpa
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  1. Das DRK

Viel Gutes getan und Großes erreicht

Mit Herz und Tatkraft hat sich Dr. Rudolf Seiters fast anderthalb Jahrzehnte als DRK-Präsident in der deutschen humanitären Hilfe engagiert. Nun verzichtet er auf eine erneute Kandidatur und geht wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag in den verdienten Ruhestand.

Als der Mann mit dem verschmitzten Lächeln nach 34 Jahren seine parlamentarische Arbeit im Deutschen Bundestag beendete, herrschte bei seiner Familie Alarmstufe Rot. Ehefrau und Töchter fürchteten um Pflanzen und Gewächse im Eigenheim in Papenburg. Denn bis heute ist Rudolf Seiters auch ein begeisterter Hobbygärtner. Viel Zeit fürs heimische Grün blieb aber nicht: das Deutsche Rote Kreuz rief an. Nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik sollte der Jurist eine ehrenamtliche Aufgabe übernehmen – als Präsident des DRK.

Mit dem Roten Kreuz war Rudolf Seiters bereits lange verbunden: Als Kanzleramtsminister im Kabinett von Helmut Kohl erlebte er den Einsatz der ehren- und hauptamtlichen Helfer für die DRK-Flüchtlinge in der Prager Botschaft im Sommer 1989 hautnah. Dieses Engagement ist ihm nie aus dem Kopf gegangen.

Fast anderthalb Jahrzehnte lang engagierte sich Seiters in seiner zweiten Karriere für humanitäre Hilfe in Deutschland und in der Welt. Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Vater von drei erwachsenen Töchtern, der am 13. Oktober seinen 80. Geburtstag feierte, an, 2017 auf eine erneute Kandidatur als DRK-Präsident zu verzichten.

In der aktuellen Geburtstags-Festschrift „Helden des Helfens. Die deutsche Katastrophenhilfe im internationalen Einsatz“ würdigt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der auch die Schirmherrschaft über die völkerrechtlich humanitäre Arbeit des DRK innehat, den Weitblick und die Courage, mit der Seiters auch unter schwierigsten Bedingungen Gutes tut und Großes erreicht: „Mit Geduld, Herz und mit Erfolg hat sich Rudolf Seiters an entscheidender Stelle in der deutschen humanitären Hilfe engagiert,“ schreibt Steinmeier.

Ebenfalls in der Festschrift charakterisiert Bundeskanzlerin Angela Merkel den scheidenden DRK-Präsidenten als einen Mann, der dem Gemeinwohl aus tiefer Überzeugung und der politischen Erfahrung heraus dient – und betont, wie wichtig solche Menschen sind. Der Staat könne nicht alles leisten. Dafür nennt Merkel ein Beispiel: Als 2015 in kurzer Zeit sehr viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung geflohen waren, in Deutschland versorgt werden mussten, hat das DRK mit seinem Präsidenten einmal mehr unter Beweis gestellt, wozu es imstande ist.

Und so wurde Rudolf Seiters im Alter von 78 Jahren zur moralischen und menschlichen Instanz deutscher Flüchtlingshilfe. Der DRK-Präsident war auch dabei, als Angela Merkel im August 2015 die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau besuchte und Demonstranten die Kanzlerin anpöbelten. „Man konnte sich nur schämen“, so das Fazit Seiters‘. Für den scheidenden DRK-Präsidenten steht bis heute fest: Deutschland könne nicht alle Flüchtlinge aufnehmen, müsse aber im Verbund mit Europa helfen. Ein Europa, das sich leider allzu oft nicht als eine solidarische Wertegemeinschaft darstelle und an nationalen Egoismen leide.

Weitere Beispiele für das Engagement des DRK in der Amtszeit von Rudolf Seiters: der Tsunami in Südostasien Ende 2004 mit schätzungsweise 228.000 Toten. Ab 2005 half das DRK allein in Indonesien beim Aufbau von 1.491 Häusern, 32 Schulen und sieben Gesundheitsstationen.

Auch in Bangladesch, in Somalia, auf Sri Lanka und den Malediven hat das DRK gemeinsam mit seinen Schwesterorganisationen den Wiederaufbau unterstützt. Beim Erdbeben auf Haiti Anfang 2010 leisteten mehr als 100 Ärzte, Pfleger, Schwestern und Techniker von Rotkreuz-Gesellschaften aus aller Welt Nothilfe. In der Zeltstadt Caradeux betrieb das DRK ein Feldlazarett, in dem tausende Babys geboren wurden. Bis heute unterstützt das DRK die Katastrophenvorsorge in dem Karibikstaat. Aber auch die Opfer der Flut in Deutschland im Spätsommer 2013 und im Frühsommer 2016 unterstützte das DRK – bis zu 4.000 haupt- und ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz und stapelten Sandsäcke, kochten Essen, verteilten Getränke, betreuten Kinder und kümmerten sich um Männer und Frauen, die ihr Hab und Gut in den Fluten verloren hatten. Und in Westafrika kämpfte das DRK zusammen mit lokalen Rotkreuz-Helfern gegen Ebola, in Liberia betrieb das DRK eine Behandlungsstation für Ebola-Patienten.

„Das Ehrenamt zu fördern, zu stärken und anzuerkennen ist eine der wichtigsten Aufgaben von Rudolf Seiters in den vergangenen Jahren gewesen“, so der frühere Präsident des Deutschen Bundestags, Norbert Lammert, in seinem Geburtstagsgruß. Lammert schreibt vom Glück der zweiten Karriere und dass Seiters nach seinem Ausscheiden aus der Politik erneut Bleibendes gelungen sei. „Sein Einsatz für die Helden des Helfens ist vor allem Wahrnehmung und Anerkennung des Ehrenamts.“

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