Bis ans Ende der Welt

Während des Russisch-Japanischen Krieges führt das Rote Kreuz mehrere teilweise abenteuerliche Missionen durch.

Im Fernen Osten liegen Japan und Russland im Krieg miteinander. Mit der transsibirischen Eisenbahn machen sich mehrere Rotkreuzexpeditionen auf den langen Weg zum Kriegsschauplatz. Elisabeth von Oettingen, Operationsschwester aus Berlin-Steglitz, ist gemeinsam mit ihrem Mann Walter, einem Schüler des berühmten Chirurgen Ernst von Bergmann, sieben Wochen lang unterwegs. Ihre deutsch-livländisch-russische Mission besteht aus fünf Ärzten, vierzehn Schwestern und zwei Dutzend Pflegern. Neben Röntgenapparat, Dunkelkammer und bakteriologischem Labor führt sie auch eine transportable OP-Baracke mit.

Von Wüstensand und Kohleruß bedeckt, erreichen sie schließlich Harbin, das Zentrum der russischen Aktivitäten in der Mandschurei. Im nahen Eho beziehen sie ein halbfertiges Lazarett. Kaum sind die Betten aufgestellt und die Vorräte im Eiskeller verstaut, liefert der erste Zug von der Front auch schon 218 Verwundete ab. Nach der Schlacht bei Liaoyang reihen sich die Sanitätszüge in Harbin dann über neun Kilometer hin aneinander. Eine Operation folgt der anderen.
Mit Anbruch des Winters wird die Ambulanz schließlich nach Mukden beordert, direkt an die Front. Da Erdbaracken noch am besten frostgeschützt sind, werden die Helfer zu Höhlenbewohnern. Das Lazarett wird ebenso in den Untergrund verlegt wie die Gottesdienste. Massenhaft treffen Verwundete ein, "Japaner und Russen in bunter Reihenfolge". Als Mukden nicht mehr zu halten ist, muss auch das Lazarett evakuiert werden. Einige Schwestern bleiben zurück, um die nicht transportfähigen Verwundeten der Obhut des Japanischen Roten Kreuzes zu übergeben. Dabei stellt sich heraus, dass einer von deren Ärzten ebenfalls ein Schüler Ernst von Bergmanns ist.

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