Gründung des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V.

Der "Verband Deutscher Krankenpflegeinstitute vom rothen Kreuz" wird in Bremen gegründet. 

Die gesellschaftliche Umbruchsituation und die Erfahrungen der Kriege im 19. Jahrhundert erfordern eine grundlegende Neustrukturierung der Krankenpflege. Das Pflegepersonal in Deutschland reicht für den Einsatz im Heeressanitätsdienst nicht mehr aus; gleichzeitig klagen die Krankenhausärzte über die mangelnde Qualifikation der sogenannten "Krankenwärterinnen". Die Notwendigkeit, ergänzend zu den konfessionellen Schwesternverbänden eine neue Form der Krankenpflege mit innerer Bindung und einer einheitlichen professionellen beruflichen Ausbildung zu schaffen, wird zunehmend dringender.

Um über die Entwicklung einer Fürsorgeinstitution sowie die Vereinheitlichung der Aufnahme, Ausbildung und Anstellung der Krankenpflegerinnen unter dem Roten Kreuz zu diskutieren, treffen sich 1882 fünfzehn Vereine und Institute in Bremen zu einer Tagung. Die Idee einer Verbandsgründung wird zunächst zögerlich aufgenommen; sieben Vereine schließen sich schließlich zum "Verband Deutscher Krankenpflegeinstitute vom rothen Kreuz" zusammen. Der Badische Frauenverein spielte dabei eine Vorreiterrolle.

Neben der Absicherung der Schwestern im Krankheitsfall und im Alter steht von Anfang an die Professionalisierung der Ausbildung im Fokus der Verbandsarbeit. Der Arzt Dr. Schmidt fasst dies in einem Vortrag auf der Bremer Konferenz wie folgt zusammen: "Ohne Weiterbildung geht von dem erlangten Wissen nach und nach gar vieles verloren. Die Lehrschwestern müssen in einem Hospital in sorgfältiger Weise praktisch und theoretisch unterrichtet werden. Die Unterweisungen besorgen Arzt, Oberin und ausgebildete Krankenschwestern. Die Lehrzeit beendet ein nicht zu leichtes Examen. Auch bei der geprüften Schwester darf ein Aufhören der Weiterbildung nie eintreten" (Der Ruf der Stunde, S. 20).

Es werden eigene Krankenhäuser gebaut, in denen die Ausbildung stattfindet. Neben der Krankenpflege wird auch der Sanitätsdienst im Kriegsfall durch den Verband geregelt. 1903 wird schließlich auch die erste Oberinnenschule gegründet, die bis heute als Werner-Schule des DRK fortbesteht.

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