Zusammenschluss zum Deutschen Roten Kreuz

Hauptaufgabe des Roten Kreuzes ist anfangs die Unterstützung des militärischen Sanitätsdienstes. In Deutschland hindern nach dem Ersten Weltkrieg die Bestimmungen des Versailler Vertrags das Rote Kreuz einerseits, an dieser Aufgabe festzuhalten.

Andererseits ist sie in der Genfer Konvention festgeschrieben und somit für jede Rotkreuzgesellschaft verbindlich. Gebot der Stunde ist folglich, die Friedenstätigkeit des Roten Kreuzes ins Zentrum zu rücken: Gesundheitliche Aufklärung, Krankenpflege, Sozialarbeit, Rettungswesen, Kriegsbeschädigtenfürsorge werden vorrangig, erst an letzter Stelle erwähnt die neue Satzung Kriegsaufgaben.

Die zersplitterte Rotkreuzstruktur im kaiserzeitlichen Deutschland ist nicht nur international schwer zu vermitteln, sie erschwert auch das Handeln im Inland. Es herrscht Einigkeit, dass eine straffere Organisation im Sinne eines reichsweit einheitlich strukturierten Roten Kreuzes vorteilhafter sei. Eine nationale Leitungsebene, der Dachverband, wird eingeführt. Die bisherigen nationalen Gesellschaften sind jetzt Landesvereine dieses Dachverbands.

Diese föderale Struktur kennzeichnet – mit Brüchen in der NS-Zeit und in der DDR – bis heute das Deutsche Rote Kreuz. Die wenig später im Deutschen Reich politisch verordnete Dezentralisierung der Wohlfahrtsfinanzierung zeigt die Weitsicht der damaligen Reform. Mit dem Neuanfang nach dem Ersten Weltkrieg beginnt quasi die Rolle des DRK als Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege.


 

Joachim von Winterfeldt-Menkin – der erste Präsident

Joachim von Winterfeldt-Menkin (1865–1945) ist Landesdirektor der Provinz Brandenburg, d.h. er steht an der Spitze der Provinzialverwaltung. Ehrenamtlich engagiert er sich für das Rote Kreuz, zuletzt als Präsident des Preußischen Roten Kreuzes. 1921 wird er zum Präsidenten des neugegründeten DRK gewählt. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Regierung kommen, begrüßt er die neuen Machthaber, ist aber gleichzeitig darum bemüht, die Weiterexistenz des DRK, die unter den neuen Bedingungen keineswegs selbstverständlich ist, zu sichern. Dass er sich bereits nach Kriegsende erfolgreich um die Wiederannäherung des DRK an die internationale Rotkreuzbewegung bemüht hat, kommt ihm dabei gelegen. Ende 1933 gibt Winterfeldt sein Amt auf. Er wird zum DRK-Ehrenpräsidenten ernannt, zieht sich gleichwohl aus der Rotkreuztätigkeit und dem öffentlichen Leben zurück.

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