Modernisierung des Rettungswesens in Ost und West

Ab Mitte der 1950er Jahre unternimmt das DRK in Ost und West Modellversuche zur Einführung der präklinischen notärztlichen Versorgung Schwerverletzter und -erkrankter. Bis dahin hatten Krankentransport und Rettungsdienst primär das Ziel, Patienten so schnell wie möglich ins nächstgelegene Krankenhaus zu befördern.

Im Westen wird mit sogenannten „Clinomobilen“ experimentiert, zu mobilen Operationssälen umgebaute Reisebusse, die sich in der Praxis aber kaum bewähren. Der erste Notarztwagen (NAW) wird 1957 in Köln eingesetzt. Erst im Jahr zuvor ist die Straßenverkehrsordnung dahingehend verändert worden, dass Kranken- und Rettungswagen mit Vorfahrtssignalen für den Straßenverkehr ausgestattet werden dürfen. Und auch Funksprechgeräte gehören ab 1956, in beiden deutschen Staaten, zur Ausstattung.

Ab 1970 beginnt mit dem in München stationierten ersten zivilen Rettungshubschrauber „Christoph 1“ unter Beteiligung des Roten Kreuzes der Aufbau von Luftrettungsstationen.

In der DDR liegt die Verantwortung für den Krankentransport seit 1953 beim DRK. Ab 1967 soll er als „Dringende Medizinische Hilfe“ (DMH) auch das Rettungswesen einbeziehen. Aus ihr geht 1976 das standardisierte System der „Schnellen Medizinische Hilfe“ (SMH) hervor. Ihre Notrufnummer 115 war als „Rotes Kreuz“ auf den Wählscheiben der Telefone eingedruckt.

Heute ist das DRK mit einem Marktanteil von rund 45 Prozent der bundesweit größte Anbieter im Rettungsdienst und Krankentransport.


 

Der Barkas B 1000

Der Barkas B 1000 – abgeleitet vom phönizischen Wort für ‚Blitz’ – ist ein vielfach einsetzbarer Kleintransporter, der zwischen 1961 und 1991 in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) produziert wird. Außer zu zivilen Zwecken wird er als Sonderfahrzeug von Polizei, Feuerwehr und DMH/SMH benutzt: in einer Standardform für den Krankentransport, in Spezialausführungen als Rettungswagen. Bereits bei der Gründung der DMH werden 320 Fahrzeuge ausgeliefert, alle mit Blaulicht, Martinshorn und Sprechfunk ausgerüstet. Zuletzt sind rund 400 SMH-Fahrzeuge in den Bezirken der DDR im Dienst.

 

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