Eine Herausforderung für die Bergwacht: Höhlenrettung

Heute ist die Bergwacht eine der fünf Gemeinschaften des DRK. Vorläuferorganisationen gibt es bereits im 19. Jahrhundert, die formelle Gründung als „Bergwacht“ erfolgt 1920 im Münchner Hofbräuhaus, so dass die Organisation letztes Jahr ihr 100jähriges Bestehen feierte. Zunächst eigenständig, schließt sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg dem Roten Kreuz an, das ebenfalls schon über einen „Gebirgsunfalldienst“ verfügt, zu dem sich spezialisierte Sanitäter zusammengefunden haben.

Die Aufgaben der Bergwacht sind vielfältig; sie kümmert sich nicht nur um die Rettung verirrter oder verunglückter Bergsteiger, auch die Höhenrettung – also das Retten von steilen, hohen oder tiefen, schwer zugänglichen Orten wie Windrädern, Kränen oder aus Schächten – und der Naturschutz im Gebirge zählen zu ihren Aufgaben.

Ein besonders komplexes und hoch spezialisiertes Tätigkeitsfeld ist die Höhlenrettung. Hilfsaktionen unterscheiden sich in ihrer Dauer, den Zugangsmöglichkeiten zum Unfallort und der Ausbildung der Sanitäter ganz erheblich von „gewöhnlichen“ Einsätzen. Die einschlägigen Vereine und Verbände der Höhlenforschung erkennen dieses Problem und nutzen ihr Know-how zur Bildung eigener Hilfsorganisationen. Meist schließen diese sich dann den bestehenden Hilfsorganisationen, so auch dem Roten Kreuz, an.


 

Spektakulärste Höhenrettung in Deutschland

Die spektakulärste Höhlenrettung in Deutschland, an der die Bergwacht des DRK unter Federführung der Bergwacht Bayern teilhat, ereignet sich im Sommer 2014 in der Riesending-Höhle in den Berchtesgadener Alpen. In 1000 Metern Tiefe wird ein Mitglied der dreiköpfigen Forschergruppe durch einen Steinschlag schwer verletzt. Ein weltweites mediales Echo begleitet die Rettungsaktion, in die 700 Helfer aus fünf Ländern involviert sind. Elf Tage nach dem Unglück erreichen Höhlenspezialisten, Ärzte und Sanitäter, die in die Tiefe hinabgestiegen sind, wieder das Tageslicht – zusammen mit dem Geretteten.

 

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