Ausweitung von Auslandseinsätzen

Beide deutsche Rotkreuzgesellschaften drängen nach dem Zweiten Weltkrieg auf internationale Wahrnehmung. Durch die Einbindung in weltweite Hilfseinsätze leisten sie gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für ihren jeweiligen Staat. So ist das DRK im Westen 1954 auf ausdrückliches Ersuchen der Bundesregierung für gut vier Jahre mit eigenem Personal und Material im südkoreanischen Busan tätig. Es hilft beim Wiederaufbau des Landes nach dem Korea-Krieg und betreibt vor allem ein Krankenhaus mit 250 Betten. Einen ähnlichen Hintergrund hat der Einsatz des Hospitalschiffs Helgoland, das von 1966 bis 1972 vor Saigon, später Da Nang in Vietnam liegt und während des Vietnam-Krieges zur Krankenversorgung der Zivilbevölkerung beiträgt.

Seit 1963 unterstützt auch das DRK der DDR die vietnamesische Bevölkerung mit Hilfslieferungen. Bereits im Sommer 1960 entsendet es erstmals eigene Ärzte und Pflegerinnen zu einem Auslandseinsatz in den Kongo. Sie bleiben bis Februar 1961 vor Ort.

Nicht allein in Konflikten erfolgt Hilfe. Als es 1963 zu einem schweren Erdbeben in Skopje im damaligen Jugoslawien kommt, beteiligen sich beide Rotkreuzgesellschaften an Hilfsmaßnahmen in der zerstörten Stadt.


 

Kinderkrankenschwester auf der Helgoland erinnert sich 

Marlies Schindler: „Speziell die Kinder hatten auf der Helgoland eine gute Zeit, insofern sie dort keine Angst zu haben brauchten. Am Nachmittag trugen wir sie aufs Außendeck, dort spielten sie oder schauten aufs Meer. Wenn wir sie dann entlassen haben, sorgten wir uns jedes Mal, was passieren würde. Werden die überhaupt alt? Wann schlägt die nächste Rakete ein? Manchmal kamen uns Zweifel, ob unser Tun wirklich sinnvoll ist. – Die Amerikaner brachten vier Kinder an Bord, die sie bei einem zerbombten Dorf gefunden hatten. Zwei davon starben bald, das dritte wurde von seinem Großvater abgeholt, das vierte blieb. Wir nannten den Jungen Philipp, die Helgoland wurde sein Zuhause.“

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